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Frau setzt Formel-1-Auto beim Debüt in die Mauer

Katherine Legge absolvierte an ihrem ersten Tag im Minardi-Cosworth nur eine volle Runde, ehe sie das Auto außer Kontrolle verlor

(Motorsport-Total.com) - Alle Augen der Motorsportszene waren heute auf die Testfahrten von Minardi-Cosworth in Vallelunga gerichtet, denn auf der malerisch gelegenen Rennstrecke in Italien saß mit Katherine Legge zum ersten Mal seit drei Jahren - Sarah Fisher drehte 2002 in Indianapolis einige Demorunden in einem McLaren-Mercedes - wieder eine Frau in einem Formel-1-Auto.

Katherine Legge

Das Auto von Katherine Legge kam schon nach ein paar Runden an die Box zurück Zoom

Die Formel-Toyota-Atlantik-Pilotin, die dieses Jahr drei Rennen gewann und die Meisterschaft als Gesamtdritte beendete, rechnet sich ernsthafte Chancen auf eine Beförderung in die ChampCar-Serie aus - und war sich deshalb der sportlichen Bedeutung ihres Tests bewusst: "Es ist nicht nur ein PR-Gag", gab sie - nervös lächelnd - vor ihrem ersten Run zu Protokoll. In ihrem Hinterkopf schwirrte wohl herum, dass es gerade für eine Frau bitter wäre, das Auto wegzuwerfen.#w1#

Auto konnte nach Ausritt nicht schnell genug repariert werden

Doch genau das passierte der 25-Jährigen: Schon in ihrer zweiten vollen Runde im PS05 rutschte sie bei sehr niedrigen Temperaturen in einer Kurve von der Strecke. Ihr Bolide wurde dabei zwar eigentlich nur leicht beschädigt, doch die Frontpartie war komplett hinüber, sodass sie das Testprogramm nicht mehr fortsetzen konnte. Morgen Vormittag soll Legge daher noch einmal zum Einsatz kommen, zumal Ex-Teamchef Paul Stoddart extra eingeflogen ist, um sie zu beobachten.

"Katherine ist in ihrer dritten Runde von der Strecke abgekommen. Sie hat das Auto außer Kontrolle verloren, aber die Fahrbahn war zu dem Zeitpunkt sehr kalt und rutschig. Außerdem hat sie die Wirkung der Traktionskontrolle wohl falsch eingeschätzt", meinte Teamsprecher Graham Jones auf Anfrage von 'F1Total.com'. "Natürlich ist sie deswegen ein bisschen niedergeschlagen. Jetzt gerade sitzt sie bei den Ingenieuren, um zu besprechen, was passiert ist."

Die Racing-Amazone selbst gab zu, dass der Crash auf einen Fahrfehler zurückzuführen war: "Das Auto ist ganz anders als alles, was ich bisher gefahren bin! So etwas kann leider schon mal passieren. Ich muss verstehen lernen, wie ein Formel 1 mit einer Traktionskontrolle funktioniert", teilte sie gegenüber 'Reuters' mit. "Morgen steige ich wieder ins Auto - und dann weiß ich, was ich nicht mehr machen darf! Es ist keine große Sache, aber ich muss eben noch einiges lernen."

Morgen will Legge beweisen, was sie wirklich drauf hat

"Heute musste ich einmal lernen, wie man so ein Auto bedient, aber morgen werde ich es richtig fahren!" Katherine Legge

Passiert ist der Abflug, von dem Legge selbst sagt, dass es jeden anderen Neuling ebenso gut erwischen hätte können, um etwa 15:30 Uhr. Sie war zu dem Zeitpunkt mit frischen Reifen und 50 Kilogramm Benzin im Tank unterwegs - und die Strecke war nach nächtlichem Regen alles andere als griffig. Fazit: "Heute musste ich einmal lernen, wie man so ein Auto bedient, aber morgen werde ich es richtig fahren", kündigte die Britin selbstsicher an.

Neben Legge kamen übrigens auch Stammtestfahrer Chanoch Nissany (3./+ 5,970/28 Runden) sowie die beiden Nachwuchstalente Davide Rigon, der heute in insgesamt 20 Runden mit einer Bestzeit von 1:22.570 am schnellsten um den 4,085 Kilometer langen Kurs raste, und Juan Cáceres (2./+ 4,730/22 Runden) zum Einsatz. Stoddart: "Wir setzen hier die Tradition fort, jungen Talenten eine Chance zu geben. Darüber hinaus hatten wir heute 40 Passagiere in unseren Doppelsitzern. Morgen werden es noch einmal 30 sein", so der 50-Jährige.

Aus Sicht von Cáceres waren die Bedingungen "nicht ideal, denn die Strecke war gleichzeitig nass und ziemlich kalt", so der Uruguayer. "Dafür, dass das mein erster Test in einem Formel-1-Auto war, bin ich mit meiner Performance relativ zufrieden. Ich denke, dass meine Rundenzeiten ganz gut waren, und vor allem habe ich keine Fehler gemacht! Ich möchte mich beim Minardi-Team für diese großartige Erfahrung bedanken."

Filippi durfte dank eines italienischen Förderprogramms testen

Katherine Legge

Hochbetrieb in Vallelunga: Neben Legge waren drei weitere Fahrer im Einsatz... Zoom

Luca Filippi äußerte sich nachträglich zu seiner gestrigen Ausfahrt: "Der Montag war wundervoll für mich, denn ich saß zum ersten Mal in einem Formel-1-Auto. Damit ist ein Bubentraum in Erfüllung gegangen! Es ist eine große Ehre, mit dem Minardi-Team zusammenzuarbeiten, denn es hat schon viele junge Fahrer entdeckt. Das Auto wurde immer besser, sodass ich mich am Ende schon recht wohl fühlte. Besonders möchte ich mich bei der CSAI dafür bedanken, dass sie dieses Förderprogramm ins Leben gerufen hat, und natürlich auch bei Minardi", so der Italiener.

Am Rande der regulären Testfahrten sind übrigens auch die Stammfahrer der zurückliegenden Saison - Christijan Albers, Robert Doornbos und Patrick Friesacher - in Vallelunga, weil sie diversen Sponsoren und Partnern des Teams ermöglichen, in Formel-1-Doppelsitzern die Faszination des Grand-Prix-Sports zu erkunden. Erst am Donnerstag wird dann auch dieses allerletzte Kapitel in der Geschichte des traditionsreichen Teams endgültig geschlossen.

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