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  • 02.10.2021 · 09:05

  • von M. Somerfield, Co-Autoren: G. Piola, N. Fischer

Formel-1-Technik: Wie sich Red Bull und Mercedes beim S-Schacht unterscheiden

Seit 2012 ist der S-Schacht in der Formel 1 etabliert, und auch heute noch gibt es unterschiedliche Auswüchse dieses Systems

(Motorsport-Total.com) - Der S-Schacht gehört seit 2012 zur Formel 1. Damals hatte sich Sauber diese Lösung einfallen lassen, um die aerodynamischen Ineffizienzen zu lösen, die von den neuen Stufennasen ausgingen. Bekannt wurde er als S-Schacht aufgrund der Form des Schachtes innerhalb des Bereichs von 150 Millimetern, den er vor der Zentrallinie der Vorderräder einnehmen durfte.

S-Schacht

Der S-Schacht ist seit 2012 in der Formel 1 etabliert Zoom

Zwar trägt das Design auch heute noch den gleichen Namen, die Komplexität hat aber in den vergangenen knapp zehn Jahren deutlich zugenommen.

Der Wendepunkt kam 2016. Damals kamen Toro Rosso und Mercedes auf Lösungen, bei denen der Einlass deutlich weiter vorn platziert werden konnte als bei der Nasenschacht-Interpretation, die Ferrari schon 2008 fuhr.

Möglich wurde das durch eine Interpretation der "Single-Section"-Regeln, bei der der Einlass nicht als Loch angesehen wurde, sondern eher als Öffnung einer zweischaligen Muschel.

Es wurde ein Schnitt durch das Bauteil gemacht, der immer noch den von den Vorschriften geforderten Einzelabschnitt ergab. Darum sieht man auch heute noch Trenner, wenn man in den Einlass vieler Teams schaut. Die helfen nämlich dabei, die Legalität zu bewahren.

Mercedes-S-Schacht-Auslass

Während Mercedes bei seinem S-Schacht zwei Auslässe besitzt ... Zoom

Nur ein Team besitzt derzeit keinen S-Schacht in seinem Auto: McLaren. Alle anderen haben ihre Schächte in den vergangenen Jahren immer wieder feingetunt.

An der Spitze des Feldes sind sich Mercedes und Red Bull ziemlich ähnlich, da sie Nasen besitzen, bei denen noch ein sogenanntes Cape am Hauptteil der Nase befestigt ist. Trotzdem sind der innere und äußere Aufbau beider Lösungen enorm unterschiedlich.

Beide besitzen auf beiden Seiten der Nase Einlässe, um die Luft früher reinleiten zu können.

Während Mercedes jedoch getrennte Kanäle für die rechte und linke Seite unterhält, um den Luftstrom zum Auslass zu leiten, der sich auf der Eitelkeitsblende befindet, die dann am Chassis montiert wird, hat Red Bull seinen Luftstrom in einem einzigen Kanal zusammengeführt, der seinen viel schmaleren Auslass speist.

Red-Bull-S-Schacht-Auslass

... besitzt die Red-Bull-Variante nur einen Auslass Zoom

Es gibt einige Gründe, warum ein Team ein Design über dem anderen bevorzugt. Der wichtigste ist jedoch der Aufbau der internen Struktur der Nase, die den strengen Crashtestanforderungen der FIA genügen muss.

Wenn wir über die Nase von Red Bull reden, ist es auch interessant, die Änderungen zu betrachten, die das Team an der Montage vorgenommen hat, um die Strömung unter dem Chassis zu verbessern.

Red-Bull-Nasen

Die beiden Red-Bull-Varianten von 2020 und 2021 im Vergleich Zoom

Während die meisten Teams, etwa Mercedes, ein schmales Bootsheck unter der Nase in Richtung des mittleren Teils des Capes haben, hat sich Red Bull für eine breitere Öffnung entschieden.

Diese Öffnung verschließt nun den Bereich unter dem Chassis, in dem das Team früher seine Luftleitbleche untergebracht hat, und bietet einen kontrollierten Durchfluss für den unter der Nase eingefangenen Luftstrom.

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