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Formel 1 Singapur 2015: Vettel mit Pole-Premiere im Ferrari

Der Deutsche präsentierte sich im Qualifying überlegen - Ricciardo (Red Bull) und Teamkollege Räikkönen lauern - Mercedes erlebt Reifen-Debakel und geht unter

(Motorsport-Total.com) - Pole-Position-Premiere für Sebastian Vettel als Ferrari-Pilot: Der Heppenheimer sicherte sich am Samstagabend Startplatz eins für das Rennen im Rahmen des Singapur-Grand-Prix und holte die erste Qualifying-Bestzeit eines Scuderia-Fahrers seit Juli 2012. Die über dreijährige Durststrecke beendete Vettel nebst einer persönlichen, die seit seiner Brasilien-Pole aus dem November 2013 andauerte. Dazu brauchte es eine Fabelrunde in 1:43.885 Minuten, mit der er die Konkurrenz um mehr als eine halbe Sekunde distanzierte.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel sicherte sich die erste Pole-Position im Ferrari Zoom

Schon der erste Versuch im abschließenden dritten Qualifikationsdurchgang hätte Vettel genügt, doch er riskierte im Leitplanken- und Betondschungel des Marina-Bay-Street-Circuits trotzdem nochmal alles für eine noch schnellere Runde. Mit Erfolg. Hinzu kommt, dass sich der mehrfache Singapur-Sieger in Q1 einen Satz der superweichen Pirelli-Reifen sparte und im Rennen auf einen zusätzlichen Satz ladenneue Pneus der mutmaßlich 1,4 Sekunden pro Runde schnelleren Mischung zurückgreifen kann.

Vettel, der schon im Teamfunk aus dem Häuschen war, kommt aus dem Jubeln nicht mehr heraus: "Unglaublich! Ich weiß, dass es erst Samstag ist und der Job erst morgen erledigt werden muss. Aber als ich gehört habe, dass wir es geschafft haben, war es ein toller Moment." Das Auto sei fantastisch gewesen und im Laufe des Qualifyings immer besser geworden. "Von dem Vorsprung bin ich überrascht", staunt Vettel. "Es hat heute alles geklappt, am Ende bin ich eine fast perfekte Runde gefahren."

Auch Teamchef Maurizio Arrviabene frohlockt wegen der Teamleistung der Italiener, streicht aber die Rolle der Piloten heraus: "Wir sind wirklich stolz. Dafür arbeiten wir hart und es zahlt sich aus. Die Abstimmung war perfekt. Ich möchte daran erinnern, dass wir zwei perfekte Fahrer haben, die es umsetzen können."

Auf den zweiten Rang kam mit genau 0,543 Sekunden Daniel Ricciardo im Red Bull, Teamkollege Daniil Kwjat (+0,860 Sekunden) schaffte es auf den vierten Platz. Nach einer Bestzeit im zweiten Freien Training am Freitagabend gelang dem Renault-geplagten Brauseriesen, der auf dem langsamen Kurs in Singapur nicht so stark unter den Defiziten leidet wie andernorts, zwar nicht der ganz große Paukenschlag. "Zunächst einmal ist es schön, wieder in der ersten Startreihe zu stehen", meint Ricciardo.

Für den Australier gibt es ein Wiedersehen mit dem Ex-Teamkollegen: "Es ist schon witzig, dass ausgerechnet Seb und ich ganz vorne stehen. Dass kein Mercedes dabei ist, ist wohl für alle eine Überraschung." Motorsport-Berater Helmut Marko zeigt sich im 'ORF' erfreut über das Resultat. Obwohl er glaubt, dass Vettel "sein eigenes Rennen" an der Spitze fahren wird, rasselt er mit dem Säbel: "Wir können noch zulegen. Unser Reifenverschleiß war zumindest am Freitag deutlich besser als bei Mercedes und etwas besser als bei Ferrari", so Marko.

Im Red-Bull-Sandwich, genau wie Vettel aber auf der sauberen Seite der Startaufstellung, befindet sich Kimi Räikkönen als Dritter (+0,782 Sekunden). Offenbar gab es neben einem Bremsdefekt im Freien Training auch Abstimmungsprobleme am Auto des Finnen: "Ein gutes Resultat für das Team, obwohl ich am frühen Abend nicht zufrieden war. Deshalb ist es etwas überraschend, dass ich so weit vorne bin", schildert Räikkönen ungeachtet des großen Rückstandes auf Vettel. Er erklärt das Podium zum Ziel.

Eine dicke Ohrfeige kassierte Mercedes: Lewis Hamilton (+1,415) und Nico Rosberg (+1,530) auf den Plätzen fünf uns sechs waren vom Tempo der Konkurrenz auf den Supersoft-Reifen Galaxien entfernt und mussten sogar schon in Q1 den rot markierten Pneu zücken, um nicht von einem frühen K.O. gefährdet zu sein. Die Notmaßnahme schmälert das Kontingent an frischen Sätzen für das Rennen und trug nicht nicht bei, die ohnehin gedrückte Stimmung im Lager der Silberpfeile aufzuhellen.

Hamilton macht die Gummis für das vorläufige Ende der Dominanz verantwortlich: "Wir haben uns schwergetan mit den Reifen. Wir haben sie so aufgewärmt wie alle anderen Teams, aber wir haben sie nicht zum Arbeiten bekommen. Warum die Reifen keinen Grip entwickelt haben, wissen wir nicht." Auch Rosberg standen die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben: "Wir sind so dominant gewesen, dass es gedauert hat, bis wir akzeptiert haben, dass vielleicht irgendetwas fehlt", sagt er gegenüber 'Sky'.

Zwischen dem dritten Freien Training und dem Qualifying veränderte Rosberg seine Abstimmung im Gegensatz zu Hamilton noch grundlegend, doch auch das nützte nichts mehr. Anschließend gab es kaum noch Spielraum: "Den vorderen Flügel kann man verstellen für die aerodynamische Balance. Dann kann man mit den Reifendrücken spielen. Das war es dann eigentlich auch schon. Da haben wir hoch und runter in alle Richtungen (experimentiert; Anm. d. Red.). Das hat nichts gebracht."

Für Hamilton ist es noch das Ziel, "das Rennen zu gewinnen", auch wenn er um die Schwierigkeit, auf dem engen Stadtkurs in Singapur zu überholen, weiß. Die Konkurrenz schreibt Mercedes nicht ab: "Ich bin mir sicher, dass sie am Sonntag schnell sein werden. Alles andere wäre eine Überraschung", schätzt Vettel. Ricciardo glaubte bis zuletzt nicht an eine Schwäche der Champions: "Ich dachte, sie hätten am Freitag nur gespielt, aber sie fühlen sich an diesem Wochenende offenbar nicht ganz wohl."

Die Top 10 komplettierten die Valtteri Bottas (Williams; +1,791), Max Verstappen (Toro Rosso; +1,913), Felipe Massa (Williams; +2,192) und Romain Grosjean im Lotus (+2,528). Bereits nach dem zweiten Durchgang mussten die Fahrer auf den Positionen elf bis 15 aussteigen: Angeführt von Nico Hülkenberg (Force India), dazu Fernando Alonso (McLaren), Sergio Perez (Force India), Carlos Sainz - der mit seinem Toro Rosso in die Leitplanken krachte und die Hinterradaufhängung demolierte - sowie Jenson Button im McLaren.

Am Ende des ersten Qualifying-Durchgangs schieden die folgenden fünf langsamsten Fahrer aus: Felipe Nasr und Marcus Ericsson (beide Sauber) vor Pastor Maldonado (Lotus) sowie die beiden Manor-Marussia von Will Stevens und Formel-1-Neuling Alexander Rossi.

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