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Austin: Der etwas andere Trainingsauftakt

Die Formel 1 im Nebel, der Rettungshubschrauber im Nirgendwo: Fernando Alonso (Ferrari) fährt im kuriosen ersten Freien Training die Bestzeit

(Motorsport-Total.com) - "Keep Austin weird" - so lautet das Motto der texanischen Hauptstadt, in der an diesem Wochenende der Grand Prix der USA ausgetragen wird. Die Formel 1 hat sich ganz entsprechend dieses Leitsatzes am Freitagmorgen präsentiert. Die Königsklasse bot eine verrückte Show ab, die allerdings nur wenig mit der Action auf der Strecke zu tun hatte. Gefahren wurde zwar, aber nur wenig - und phasenweise sogar unter nicht regelkonformen Bedingungen.

Nebel in der Boxengasse

Nebel verzögerte den Start zum ersten Freien Training in Austin Zoom

Der Start der Session musste zunächst wegen dichtem Nebel immer wieder um jeweils zehn Minuten verschoben werden. Die Sicht war zu schlecht, um den Rettungshubschrauber in die Lüfte schicken zu können. Nach 40 Minuten Wartezeit hatte sich die Luft jedoch aufgeklart, es wurde eine auf 60 Minuten verkürzte Session gestartet. Was zu diesem Zeitpunkt niemand beachtet hatte: Der Rettungshubschrauber, der nun hätte fliegen können, war gar nicht da.

Dennoch ließ man die Piloten auf die Bahn gehen. Erst nach knapp 15 Minuten Fahrzeit fiel auf, dass der Heliport am Circuit of The Americas (CoTA) verwaist war. Man war demnach unter nicht regulären Bedingungen gefahren. Die Formel-1-Autos dürfen aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht auf die Strecke gehen, wenn kein Rettungshubschrauber startbereit steht. Das war nicht der Fall, die 15 Minuten der Session im Grunde also illegal!

Hubschrauber ist nicht gleich Hubschrauber

Als der Fauxpas endlich einigen Verantwortlichen die FIA aufgefallen war, wurden die roten Flaggen geschwenkt. Es herrschte Verwirrung, weil niemand zunächst die Ursache für die Unterbrechung ausmachen konnte. Über den Kommunikationskanal der Rennleitung gab es schließlich die Nachricht: "Further problems with the medical helicopter" - eine nette Umschreibung für die Tatsache, das schlichtweg kein solches Fluggerät in Sicht war.

Nach rund 20 Minuten Wartezeit waren schließlich die Geräusche von Rotoren zu hören - aber es war nur ein Helicopter des Fernsehens. Die Uhr wurde wieder in Gang gesetzt, Rot aufgehoben, aber es durfte dennoch niemand herausfahren. Als nach weiteren zehn Minuten drohte, dass die Formel 1 zur Comedyshow verkommt, landete endlich ein Hubschrauber mit der Aufschrift "Fire Rescue Travis County". Der Heli hatte wegen Nebels in der Innenstadt von Austin nicht rechtzeitig zur Strecke fliegen können.


Fotos: Großer Preis der USA


Was schließlich an sportlicher Action noch übrig blieb, war auf sage und schreibe 31 Minuten komprimiert. Der Vorteil für die Fans, die lange Zeit geduldig im schließlich doch noch sonnigen Austin ausgehalten hatten, war der enorme Fahrbetrieb in den Minuten unter Grün. Die Teams setzten allesamt zu mittellangen Stints an, um wenigstens noch ein wenig über Streckenbedingungen und Reifen lernen zu können. Die Bestzeit markierte Ferrari-Pilot Fernando Alonso (1:38.343 Minuten).

Während der Spanier, der nach seinen Rückenproblemen aus Abu Dhabi mit einem Tape im Nacken unterwegs war, nur insgesamt 16 Umläufe absolvierte, wurde McLaren-Fahrer Jenson Button zum Dauerläufer. Der Brite umrundete die Strecke 25 mal und war in 1:38.371 Minuten nur um den Hauch von 0,028 Sekunden langsamer als Alonso. McLaren-Teamkollege Sergio Perez (12./+ 0,913 Sekunden) klagte über Vibrationen und konnte das Tempo von Button nicht mitgehen.

Red Bull am Morgen äußerst zurückhaltend

Hinter den beiden Ex-Champions an der Spitze reihten sich zwei Youngster aus den kleineren Teams ein. Valtteri Bottas (3./Williams/+ 0,045) und Esteban Gutierrez (4./Sauber/+ 0,189) zeigten nicht nur gutes Tempo über eine Runde, sondern waren mit konstant guten Zeiten unterwegs. Die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg (5./+ 0,314) und Lewis Hamilton (6./+ 0,636) erprobten erneut das passive DRS. Vor allem Hamilton klagte aber über ein stark rutschendes Auto.

Helikopter Hubschrauber

Hubschrauber spielten am Morgen in Texas eine entscheidende Rolle Zoom

Aus der Leistung von Red Bull, denen die Strecke in Austin ganz besonders liegen sollte, wurde man kaum schlau. Mark Webber (8./+ 0,740) war solide unterwegs, Weltmeister Sebastian Vettel (18./+ 2,319) war vermutlich mit der Last eines Supertankers auf der Bahn. Vom Weltmeisterteam ist im weiteren Verlauf des Wochenendes viel mehr zu erwarten. Nico Hülkenberg (9./Sauber/+ 0,815) und Adrian Sutil (14./Force India/+ 1,356) blieben am Morgen unauffällig.

Im Fokus stand im ersten Durchgang natürlich Heikki Kovalainen, der kurzfristig den Platz von Kimi Räikkönen bei Lotus eingenommen hat. Der Finne schlug sich achtbar. In 1:39.487 Minuten war Kovalainen auf Platz 13 nur wenig langsamer als Teamkollege Romain Grosjean (11./1:39.238). Der junge Russe Daniil Kwjat, der in Vorbereitung auf seine Renneinsätze 2014 im Toro Rosso saß, konnte sich in 1:40.065 Minuten auf den 17. Platz fahren - vor Vettel.

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