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Formel 1 Brasilien 2015: Nico Rosberg schlägt zurück

Lewis Hamilton am Nachmittag in Sao Paulo von Teamkollege Nico Rosberg auf Rang zwei verwiesen - Sebastian Vettel wieder Dritter - Reifen geben Rätsel auf

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg hat am Freitag beim Brasilien-Grand-Prix in Sao Paulo den Spieß im Mercedes-Teamduell umgedreht: Nach seiner Schlappe im ersten Freien Training (den Bericht hier nachlesen) war der Wiesbadener in der zweiten Session am Nachmittag schneller als sein Stallgefährte Lewis Hamilton. Eine Bestzeit in 1:12.385 Minuten reichte Rosberg, um den Briten auf 0,458 Sekunden zu distanzieren (zum kompletten Ergebnis). Auch auf den Longruns war er der Schnellere der beiden.

Nico Rosberg

Nico Rosberg übernahm am Nachmittag in Interlagos die Spitze Zoom

Nachdem es in Interlagos zu Beginn genieselt hatte, setzten sich die Mercedes-Stars auf Anhieb mit Trockenreifen an die Spitze der Zeitentabelle und waren sowohl auf Pirellis Soft als auch auf dem Medium das Maß der Dinge (die Action in der Trainingschronologie nachlesen). Erstaunlich war, dass der Unterschied zwischen den Mischungen bei den Silberpfeilen größer war als bei der Konkurrenz. Rosberg verbesserte seine persönliche Bestzeit nach dem Reifenwechsel um rund 1,3 Sekunden - auf einem der kürzesten Kurse im Kalender (noch mehr Details im Streckenporträt).

Der Mexiko-Sieger, der um die Vizeweltmeisterschaft kämpft, bilanziert: "Der Tag war okay, ein guter Start in das Wochenende." Dass Hamilton schon bezwungen wäre, kann sich Rosberg nicht vorstellen und hadert mit der Streckenmodernisierung: "Der Vorsprung ist nicht repräsentativ, aber ich bin zufrieden mit der Richtung, in die wir mit dem Auto gehen. Sie haben die Randsteine geändert, da kannst du nicht mehr so attackieren. Der Asphalt bricht an manchen Stellen auf."

Weiterhin macht Rosberg Andeutungen, dass Hamilton mit falscher Motoreinstellung unterwegs und deshalb langsamer gewesen sei. Der alte und neue Weltmeister dementiert das nicht. "Es wird eng. Nico fährt sehr gut", blickt er auf den Rennsonntag voraus und bleibt cool: "Ich hatte keine Probleme, es lief gut. Wie immer." Dass er auch auf den Longruns 0,4 Sekunden langsamer war, sollte Hamilton zu denken geben, zumal das Thema Reifenverschleiß prominent werden könnte.

Denn es zeigte sich bei den Ausfahrten mit viel Sprit, dass der weichere Pneu maximal für zwei schnelle Runden gut ist und danach massiv abbaut. Solche Bedingungen spielten im Verlauf der Saison meistens der Konkurrenz in die Karten. Das ist auch 'Sky'-Experte Marc Surer nicht entgangen. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir wieder mal ein Rennen haben, wo Ferrari mit den Reifen einen Vorteil hat", analysiert der Schweizer und hält insbesondere den Soft für "kritisch".

Ferrari ist in Lauerstellung: Der dritte Rang im dritten Freien Training ging wie am Vormittag an Sebastian Vettel. Er hatte 0,960 Sekunden Rückstand zu verzeichnen und war damit schneller als Teamkollege Kimi Räikkönen, dem als Viertem 1,115 Sekunden auf den Bestwert fehlten. Die roten Renner überzeugten auf dem weicheren Reifen auf den Longruns und waren mit Mercedes mindestens auf Augenhöhe. "Im Rennen ist es nicht so klar wie auf einer Runde", warnt Surer vor einem trügerischen Sekundenvorsprung, "aber im Renntrimm haben wir ein anderes Bild gesehen."

Die Top 10 komplettierten Daniel Ricciardo im Red Bull auf Rang fünf (+1,200) vor Williams-Fahrer Valtteri Bottas (+1,218), Romain Grosjean im Lotus (+1,249), Nico Hülkenberg (Force India/+1,325), Daniil Kwjat (Red Bull/+1,463) sowie Lokalmatador Felipe Massa im Williams (+1,485). Im Lager der Österreicher, wo Ricciardo mit der neuen Ausbaustufe des Renault-V6 gegenüber dem konventionell ausgestatteten Kwjat im Vorteil zu sein scheint, blüht Optimismus.

Der Australier geht zwar mit Strafversetzung um zehn Plätze ins Rennen, will aber von einem PS-Gewinn profitieren: "Wir sollten dazu in der Lage sein, zu überholen, aber wir brauchen dafür eine gute Strategie. Hier braucht es zwei oder drei Stopps. Das könnte helfen", so Ricciardo. Kwjat kann und will "jetzt noch keine Schlüsse" ziehen, hadert aber mit dem Power-Nachteil auf der Geraden.

Andere Probleme plagen den Mercedes-Kunden Williams: In einer scheinbar harmlosen Kurve flog Bottas urplötzlich ab und drehte sich von der Strecke, ohne dass er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen wäre. Das Heck brach wie von Geisterhand aus, woraufhin der Finne einen Check des Heckflügels forderte. Er war schon in Mexiko Opfer eines Strömungsabrisses geworden.

Allerdings war Bottas nicht der einzige Pilot mit Rallye-Einlage, unter anderem ging auch Rosberg mit stark gebrauchten Reifen auf Erkundungstour in die Wiese, Max Verstappen (Toro Rosso/14.) übertrieb es eingangs des Infields genau wie Grosjean oder Interlagos-Neuling Alexander Rossi (20.), der mit seinem Manor-Marussia Opfer der schnellen Links nach dem Senna-S wurde. Alle Piloten vermieden es allerdings einzuschlagen - am Ende war kein Stück Karbon krumm.

Zu Bruch ging allerdings etwas: eine Antriebskomponente am McLaren Fernando Alonsos (18.), die sich mitsamt einer Rauchsäule und Flammen verabschiedete. Die Bergung des Autos hatte eine Rote Flagge zufolge und der Spanier musste vorzeitig Feierabend machen, wird offenbar aber ohne Strafversetzung davonkommen, weil Honda schon zuvor mehrere Antriebskomponenten aktiviert und die entsprechenden Sanktionen dafür kassiert hatte.

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