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  • 25.11.2012 · 22:03

  • von Felix Matthey

Force India schrammt an der Sensation vorbei

Lange Zeit lag Nico Hülkenberg in Sao Paulo in Führung - eine Kollision mit Lewis Hamilton und eine Durchfahrtsstrafe warfen den Force-India-Piloten aber zurück

(Motorsport-Total.com) - Es wäre das perfekte Abschiedsgeschenk von Nico Hülkenberg an sein Team gewesen: Der Force-India-Pilot, der nächstes Jahr bekanntlich für Sauber fahren wird, lag beim Rennen in Sao Paulo unter widrigsten Umständen lange Zeit sensationell in Führung. Nachdem er die beiden McLaren von Jenson Button und Lewis Hamilton hinter sich gelassen hatte, konnte er sich von den beiden Piloten erst absetzen um wenig später wieder von Hamilton überholt zu werden.

Nico Hülkenberg, Lewis Hamilton

Nico Hülkenberg setzte sich zumindest einmal erfolgreich gegen Hamilton durch Zoom

Bei einem erneuten Überholversuch berührten sich Hülkenberg und Hamilton, letzterer fiel aus, Hülkenberg bekam eine Durchfahrtsstrafe. Am Ende reichte es dennoch für Platz fünf. Force India beendet die Saison damit mit 109 Punkten auf Tabellenplatz sieben.

"Das hat heute sehr viel Spaß gemacht - ein echt unterhaltsames Rennen, in dem pausenlos etwas passiert ist", so Hülkenberg nach dem Rennen. "Wir hatten heute eine gute Chance, auf dem Podium zu landen, was uns aber nicht gelang. Das ist sehr schade. Zu Beginn war es schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten, da die Fahrbahn sehr feucht war. Es war allerdings nicht feucht genug, um auf Intermediates zu wechseln, weshalb ich auf Trockenreifen draußen bleiben musste."

"Es war die richtige Entscheidung und bald führte ich sogar das Feld an. Ich kam da vorne gut zurecht, doch machte dann auf einmal einen Fehler, den Lewis nutzte um an mir vorbeizugehen. Ich konnte an ihm dranbleiben und wollte mir die Führung zurückholen. Dabei berührten wir uns jedoch. Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber in Kurve eins wurde das Heck plötzlich ganz leicht."

"Ich wollte einlenken und auf einmal berührten wir uns. Das ist für uns beide sehr schade, da wir uns ein gutes Duell geliefert hatten. Ich konnte zwar weiterfahren, verlor aber viel Zeit. Platz fünf ist aber dennoch ein gutes Ergebnis für den Saisonabschluss und ich finde, dass das Team an diesem Wochenende einen großartigen Job gemacht hat. Ich hoffe, dass ihnen das Rennen Spaß gemacht hat und es ist schön, ihnen bei meinem letzten Rennen ein Abschiedsgeschenk da gelassen zu haben."

Teamkollege Paul di Resta kam heute weniger gut zurecht, da sein zu Beginn auf eine falsche Strategie setzte. Kurz vor Schluss hatte er dann noch eine Schrecksekunde zu überstehen: Im ultraschnellen Linksknick vor Start und Ziel rutschte er von der Bahn, schlug in die Mauer ein und musste aufgeben.

Paul di Resta

Paul di Resta blieb bei seinem heftigen Abflug unverletzt Zoom

"Das war ein sehr schwieriges Rennen, in dem es nicht einfach war, die richtigen Entscheidungen zu treffen, da die Wetterbedingungen ständig wechselten", schildert di Resta. "Letztendlich trafen wir die falsche Entscheidung, indem wir zu Beginn auf die Intermediates wechselten, da die Strecke sehr schnell nach meinem Stopp abtrocknete. Die Reifen bauten sehr schnell ab und ich wechselte kurz vor der Safety-Car-Phase wieder zurück auf die Trockenreifen."

"Das brachte uns zurück ins Rennen. Dann hatte ich beim Re-Start jedoch Probleme mit dem Grip und verlor ein paar Plätze. Gegen Ende wechselten wir wieder auf die Intermediates und waren anschließend wieder konkurrenzfähiger; ich kam bis auf Platz acht nach vorne. Eine Runde vor Schluss fiel ich in der letzten kurve jedoch Aquaplaning zum Opfer. Der Einschlag in die Mauer war enorm, aber mir geht es gut."

Teamchef Robert Fernley schwärmt nach dem Saisonfinale: "Was für ein Rennen! Das war definitiv eines der spannendsten rennen, die ich je gesehen habe, mit Dramen auf jeder Runde! Lange Zeit sah es danach aus als würden wir mit Nico ein traumhaftes Ergebnis einfahren, da er in Führung lag und bei den schwierigen Bedingungen eine starke Leistung zeigte."


Fotos: Force India, Großer Preis von Brasilien


"Unser Auto war heute sehr stark und hätte sogar gewinnen können. Aber es hat nicht sollen sein. Ich stelle den Sinn der ersten Safety-Car-Phase etwas in Fage, da man das meiner Meinung nach mit gelben Flaggen hatte lösen können. Ebenso überrascht waren wir angesichts der Durchfahrtsstrafe für Nico. Man hätte das unserer Meinung nach nach dem Rennen untersuchen können, da ja drei Autos involviert waren."

"Für Paul wählten wir eine etwas andere Strategie. Er wechselte ziemlich früh auf Intermediates, wie es viele andere Teams auch taten. Doch als der Regen schwächer wurde, musste er wieder auf Trockenreifen wechseln. Er lag bis zu seinem Unfall am Ende auf einer aussichtsreichen Punkteplatzierung. Es ist aber schön, dass er sich nicht verletzt hat."

"Wir haben die Saison mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen und sind optimistisch, auch nächstes Jahr wieder stark in die Saison zu starten. Im Namen des gesamten Teams möchte ich mich von Nico verabschieden und ihm für alles danken, was er in diesem Jahr fürs Team geleistet hat. Es war uns ein Vergnügen."