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Force India: Gleiche Motoren-Version wie Mercedes ein Vorteil

Mercedes verspricht den Kunden für die Formel-1-Saison 2016 gleiches Material - Force India sieht diese Partnerschaft als psychologischen Vorteil für die Mitarbeiter

(Motorsport-Total.com) - Mercedes rüstet in der Formel-1-Saison 2016 neben dem Werksteam auch die Kunden Williams, Force India und Manor mit Antrieben aus. In der Vergangenheit hielt sich das Gerücht, dass die Kunden nicht zwangsläufig die gleiche Spezifikation wie Lewis Hamilton und Nico Rosberg erhielten. Vor allem im vergangenen Sommer gab es einen Schwenk. Das Werksteam setzte in Monza eine neue Evolutionsstufe ein, die Williams und Force India bis Saisonende nicht zur Verfügung hatten.

Alfonso Celis Jun.

Für Force India ist die Partnerschaft zu Mercedes ein wichtiger Baustein Zoom

"Letztes Jahr hatte Mercedes eine neue Spezifikation, die wir nicht hatten, weil sie nicht genug davon produzieren konnten", blickt Otmar Szafnauer, der Betriebsleiter bei Force India, zurück. Auf der Strecke war das ein nicht zu unterschätzender Faktor: "Der Unterschied belief sich auf etwa zwei Zehntelsekunden pro Runde. Es ist kein massiver Unterschied, aber manchmal können einem zwei Zehntel wirklich helfen."

Für den Saisonstart 2016 verspricht Motorenchef Andy Cowell komplett gleichwertiges Material: "In Melbourne werden alle acht Autos mit Mercedes-Power exakt die gleiche Hardware und das exakt gleiche Performance-Potenzial besitzen." Somit sind vor allem die Aerodynamik und die Mechanik der entscheidende Unterschied zwischen den Autos. Force India bezieht im Gegensatz zu Williams auch die hintere Crashbox inklusive dem Getriebe von Mercedes. Die Anlenkpunkte für die Hinterradaufhängung kann das Team selbst wählen.

"Wir haben unsere Fähigkeit verloren, eigene Getriebe zu bauen", lacht Szafnauer. Mit dem Getriebe und der Antriebseinheit von Mercedes weiß Force India, dass man konkurrenzfähiges und standfestes Material zur Verfügung hat. Das ist vor allem für die Mitarbeiter in der Fabrik extrem motivierend, da man sich hauptsächlich auf die eigenen Stärken beim Design des restlichen Autos konzentrieren kann.


Präsentation Force India VJM09

Force India konnte im Vorjahr die größeren Teams einige Male herausfordern. Dieses Ziel verfolgt die Mannschaft auch für 2016. Ein entscheidender Baustein dafür ist die Partnerschaft mit Mercedes: "Wichtig ist der psychologische Aspekt im Team: Wir wissen jetzt, dass wir das allerbeste Material zur Verfügung haben. Man lässt sich nicht mehr hängen, weil man alles auf den schwächeren Antrieb schieben kann", sagt Szafnauer. "Man arbeitet härter, man holt mehr aus sich heraus. Es gibt also einen psychologischen Aspekt, den das Werksmaterial mitbringt."

Die Konkurrenz wundert sich dagegen über Mercedes. So sagt Paul Monaghan, der Chefingenieur von Red Bull: "Ein anderer Hersteller macht große Schlagzeilen, dass ihre Kunden in diesem Jahr gleichwertiges Material erhalten. Nicht das Equipment macht den Unterschied, sondern die Software. Wenn man einige Parameter verstellt, kann das große Auswirkungen auf die Performance haben. Man braucht nicht nur die gleiche Hardware, sondern auch das gleiche Benzin, die gleichen Parameter und Einstellungen. Die Situation ist momentan etwas merkwürdig."