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"Flagge in der Hand": Toto Wolff mahnt zur Einführung der Budgetobergrenze

Mercedes will eine schrittweise Kostenreduktion in der Formel 1, weiß aber um das Schicksal seiner 950 Mitarbeiter - Renault wähnt sich schon als Gewinner

(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat sich erneut für eine Budgetobergrenze in der Formel 1 ausgesprochen. Dem 'Spiegel' sagt er, dass es dem Sport guttun würde, wenn Liberty Media in der Zukunft ein Kostenlimit pro Team festschreiben würde: "Wir leisten uns heute einen Ressourcen-Wettlauf zwischen Ferrari, Red Bull und uns - um ein paar Hundertstelsekunden. Das ist nicht sinnvoll."

Toto Wolff

Toto Wolff will die Kosten in der Formel 1 senken - aber erstmal nur schrittweise Zoom

Um die Kosten auch für große Autobauer zu senken und den Abstand zu den kleinen Teams zu reduzieren, gäbe es keine eine Alternative. "Ich renne da mit der Flagge in der Hand an vorderster Front", betont Wolff und grenzt sich so klar von Ferrari - strikter Verweigerer einer Budgetobergrenze - ab. Jedoch wünscht er eine schrittweise Einführung und nicht die Holzhammer-Methode.

"Wenn Topteams heute 290 Millionen Dollar (US-Dollar, umgerechnet 248 Millionen Euro; Anm. d. Red.) ausgeben, können die nicht sagen, hurra, in zwei Jahren kommen wir mit 150 Millionen (US-Dollar, umgerechnet 128 Millionen Euro; Anm. d. Red.) aus", meint Wolff über eine Zahl, die immer wieder als der von Formel-1-Sportchef Ross Brawn avisierte Wert durch die Szene geistert.

Tatsächlich operiert Mercedes sogar mit 327 Millionen Euro im Jahr. Da ist es unrealistisch, in kurzer Zeit - wohl bis 2021 - auf ein knappes Drittel zu kommen. "Dann wären wir alle Restrukturierungsfälle. Wir tragen schließlich eine Verantwortung für unsere 950 Mitarbeiter", sagt Wolff. Sein Vorschlag: Im ersten Jahr den Etat um zehn bis 20 Prozent reduzieren und dann um weitere zehn Prozent pro Saison. "Plus die übliche Inflation in unserem Geschäft von zwei bis drei Prozent."


Fotostrecke: Die ungerechte Geldverteilung der Formel 1

Auch Renault ist Befürworter der Kostenbremse und wähnt sich als selbsternannter Sparfuchs der Szene als Gewinner einer solchen Novelle. "Für Christian (Red-Bull-Teamchef Horner; Anm. d. Red.) und Ferrari wäre es ein riesiges Problem", meint Formel-1-Geschäftsführer Cyril Abiteboul zu 'Motorsport-Total.com', räumt aber ein, dass auch er den Rotstift ansetzen müsste. Deshalb bräuchte es rasch Klarheit.

Laut Abiteboul muss die Formel 1 sich in diesem Zuge auch zu ihrer strategischen Ausrichtung bekennen: Will sie entweder für Technologie und für Relevanz für die Autos der Zukunft stehen oder will sie nur Unterhaltung sein? Sollte es ausschließlich um Entertainment gehen, würde es auf einen Konzern wie Renault "Druck aufbauen", findet Abiteboul. "Die Frage muss so schnell wie möglich beantwortet werden."

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