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FIA will Unterwäsche der Formel-1-Fahrer besser kontrollieren

Warum der Automobil-Weltverband (FIA) auf die Einhaltung des Unterwäsche-Protokolls in der Formel 1 pocht und was das für die Rennfahrer bedeutet

(Motorsport-Total.com) - Was die Formel-1-Fahrer unter dem Rennanzug tragen müssen, das ist im Anhang L des Internationalen Sportkodex des Automobil-Weltverbands (FIA) genau dokumentiert. Doch Formel-1-Rennleiter Niels Wittich ist offenbar nicht davon überzeugt, dass sich alle Beteiligten an diese Vorgaben halten: Beim Australien-Grand-Prix in Melbourne hat Wittich daher angekündigt, die Unterwäsche der Fahrer besser kontrollieren zu wollen.

Formel-1-Fahrer Mick Schumacher mit feuerfester Unterwäsche

Formel-1-Fahrer Mick Schumacher mit feuerfester Unterwäsche Zoom

Ab sofort könnte der Weltverband vor Ort an der Rennstrecke strichprobenartig überprüfen, ob jeweils korrekte Kleidungsstücke verwendet werden. Allerdings räumt man den Formel-1-Fahrern eine Frist ein: In den nächsten Rennen folgt auf eine Nichteinhaltung noch keine Strafe.

Trotzdem sind die Formel-1-Fahrer dazu angehalten, von der FIA homologierte Kleidungsstücke unter dem Overall zu tragen. Zu diesen in Anhang L definierten Kleidungsstücken zählen: Handschuhe, lange Unterwäsche, Sturmhaube, Socken und Schuhe.

Dem Weltverband ist das vor allem deshalb ein Anliegen, weil die genannten Kleidungsstücke in der Formel 1 aus feuerfestem Material bestehen müssen, um die Fahrer bei einem Unfall bestmöglich zu schützen. Ein Beispiel, wie notwendig diese Schutzfunktion ist, lieferte 2020 der Feuerunfall von Romain Grosjean in Bahrain, wobei sich Grosjean Verbrennungen an den Händen zuzog.


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In anderen Rennserien hat das Tragen von nicht homologierten Kleidungsstücken in jüngerer Vergangenheit bereits zu Strafen geführt: In der Formel E bezahlte Lucas di Grassi 2018 in Punta del Este für ein solches Vergehen 10.000 Euro. Später im gleichen Jahr wurden in der Formel E auch Andre Lotterer und Jean-Eric Vergne mit nicht regelkonformer Kleidung erwischt.

Es ist bereits der zweite FIA-Vorstoß für mehr Sicherheit im Formel-1-Cockpit, nachdem der Weltverband unlängst auf das Verbot von Schmuck im Auto hingewiesen hat. Auch hier geht es um die Sicherheit, zum Beispiel beim Bergen eines Fahrers aus dem Fahrzeug.