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FIA muss erstes Formel-1-Nachtrennen absagen

Der Automobilweltverband FIA sieht sich gezwungen, wegen eines ungewöhnlichen Problems die Formel-1-Premiere unter Flutlicht abzusagen

(Motorsport-Total.com) - Dieses Jahr sollte zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 ein Grand Prix bei Nacht unter Flutlicht stattfinden. Geplant war die Premiere für den 28. September anlässlich des ersten Rennens der Königsklasse des Motorsports in Singapur.

Singapur bei Nacht

Aus der Traum: Das Nachtrennen in Singapur wird doch nicht stattfinden Zoom

Der Grand Prix auf dem Stadtkurs sollte erst um 20:00 Uhr Ortszeit beginnen - somit wären die Formel-1-Fans in Deutschland zur üblichen Sendezeit um 14:00 Uhr am Nachmittag und nicht schon um 8:00 Uhr am Morgen vor dem TV-Gerät gesessen.#w1#

Sicherheit nicht gewährleistet

Immer wieder hat es in den vergangenen Wochen Diskussionen darüber gegeben, ob die Sicherheit aller Beteiligten angesichts der hohen Geschwindigkeiten und der Tatsache, dass ein Formel-1-Auto nicht über Scheinwerfer verfügt, gewährleistet ist.

Nun musste der Automobilweltverband FIA die Flutlichtpremiere absagen - das Rennen wird stattdessen um 14:00 Uhr Ortszeit gestartet: "Die Veranstalter des Großen Preises von Singapur wurden von der FIA darüber informiert, dass das Rennen aus Sicherheitsgründen bei Tageslicht stattfinden muss", heißt es in einer kurzen Pressemitteilung des Veranstalters. "Das Debütrennen in Singapur wird aus diesem Grund um 14:00 Uhr Ortszeit gestartet."

Den Grund für die Absage nannte der Veranstalter nicht. Ein FIA-Sprecher erklärte gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Bei unserer Routine-Gesundheitsprüfung der Fahrer wurde vor Saisonstart bei zwei Piloten eine beginnende und eine recht vorangeschrittene Hemeralopie (Nachtblindheit; Anm. d. Red.) diagnostiziert."

"Nach Rücksprache mit Spezialisten sind wir nun zu der Erkenntnis gekommen, dass ein Einsatz der betreffenden Fahrer für alle Beteiligten ein Sicherheitsrisiko darstellt, das nicht zu verantworten ist", so der FIA-Sprecher weiter. "Die künstlich erreichbaren Lichtverhältnisse sind nicht gut genug, um den Betroffenen bei diesen hohen Geschwindkeiten ausreichend Sicht zu bieten."

Bei welchen Fahrern die Erkrankung diagnostiziert wurde, wollte der Sprecher nicht verraten: "Es handelt sich um einen Fahrer eines Topteams und einen Formel-1-Neuling", heißt es seitens des Automobilweltverbands.

Fahrer wusste selbst nicht Bescheid

Auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' bestätigte ein Sprecher eines Topteams, dass einer der Fahrer des Rennstalls an eingeschränkter Sehfähigkeit im Dunkeln leidet: "Ihm war dies bisher auch nicht bewusst. Die FIA hat den entsprechenden Test dieses Jahr erstmals durchgeführt. Zuvor hat es die Notwendigkeit nicht gegeben. Bei seiner letzten Routinekontrolle beim Augenarzt ist die Krankheit offenbar noch nicht diagnostizierbar gewesen."

Der Sprecher des Teams bestätigte, dass die FIA das Team zunächst darum bat, den Fahrer in Singapur nicht starten zu lassen: "Das ist unserer Meinung jedoch nicht zulässig, weil die Bedingungen für die Vergabe der Superlizenz durch unseren Fahrer erfüllt wurden, er also laut Reglement fahren darf. Wir wollen dieses Jahr um den WM-Titel fahren und können es uns nicht erlauben, ein Rennen auf unseren Fahrer zu verzichten."

Die FIA sah sich aus diesem Grund dazu gezwungen, den Start des Rennens in Singapur vorzuverlegen. Der FIA-Sprecher wollte sich nicht darauf festlegen, ob man ab 2009 die Bedingungen für die Vergabe der Superlizenz verschärft, um das Nachtrennen austragen zu können: "Das ist natürlich ein Problem, das zuvor niemand bedacht hatte. Wir werden uns zunächst beraten, bevor wir eine Entscheidung treffen."

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