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Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies: "Stehen hinter Vettel"

Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies spricht offen über die schwierige Situation von Sebastian Vettel: "Nichts bringt einen Durchbruch in der Rundenzeit"

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Ungarn war die Welt aus Sicht von Sebastian Vettel noch halbwegs in Ordnung. Mit Platz fünf im Qualifying distanzierte er seinen Teamkollegen Charles Leclerc zwar knapp, aber doch um 0,043 Sekunden. Die zwei darauffolgenden Qualifyings in Silverstone verlor er aber. Das erste um 0,252, das zweite um 0,369 Sekunden.

Sebastian Vettel

Formtief: Sebastian Vettel sieht gegen Charles Leclerc derzeit alt aus Zoom

Es ist nicht das erste Mal, dass Vettel ein internes Stallduell verliert. Aber zum ersten Mal in seiner Karriere durchlebt er eine Phase, in der er nicht weiß, warum der Teamkollege so deutlich schneller ist.

Als er am Samstag in Silverstone am Boxenfunk erfuhr, dass es wieder nicht für Q3 gereicht hat, klang seine Stimme emotional aufgewühlt: "Das war alles, was ich hatte. Alles, was in diesem Auto steckte. Ich hab's versucht. Danke."

Vettel verwendete später die Formulierung, er habe das Gefühl, immer wieder mit dem Kopf gegen eine unüberwindbare Mauer zu stoßen - ganz egal, was er auch probiert. Wenn dann der Teamkollege trotzdem schneller ist, tut das einem viermaligen Weltmeister naturgemäß weh.

Ferrari und Vettel: Alles probiert, nichts erreicht

Sportdirektor Laurent Mekies appelliert aber an den "einmaligen Kampfgeist" des 33-jährigen Deutschen, denn auch er ist irritiert: "Wir haben in den zwei Wochen hier so viele Dinge mit ihm ausprobiert, aber nichts davon scheint einen Durchbruch in der Rundenzeit zu bringen."

"Ich denke, dass es jetzt unsere Pflicht ist, alles zu tun, was notwendig ist, um ihn zu unterstützen, und sicherzustellen, dass wir sein Können in Rundenzeit umsetzen. Denn er ist ein wichtiges Asset dieses Teams. Wir stehen bei dieser Suche voll hinter ihm."

Während manche schon Verschwörungstheorien streuen und Ferrari unterstellen, dass Leclerc-Auto mit etwas mehr Liebe vorzubereiten als das Vettel-Auto, glauben andere, dass die Erklärung viel banaler sein könnte.

Ferrari muss, um in Silverstone aufgrund des PS-Defizits überhaupt irgendwie mithalten zu können, die Flügel flacher einstellen, als das den Fahrern eigentlich lieb ist. Sonst ist der SF1000 auf den Geraden Kanonenfutter für die Konkurrenz.

Flacher eingestellte Flügel äußern sich fast immer in einer Tendenz zum Übersteuern, weil das Heck früher lose wird als die Vorderachse. Und mit einem losen Heck kommt Vettel gar nicht und Leclerc viel besser zurecht. Das wissen die Vettel-Fans schon seit 2019.

Verständnis für Vettels Vertrauensverlust

Mekies: "Letzte Woche hat er gesagt, dass er sich im Auto überhaupt nicht wohlfühlt. Wir wissen aus Erfahrung, dass, wenn jemand das Vertrauen ins Auto verliert, die Rundenzeit ganz schnell flöten geht."


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"Aber er und sein Team haben die richtige Einstellung und ackern sich durch viele verschiedene Ansätze, was das Auto betrifft. Er war heute schon viel glücklicher mit der Balance, aber er kam trotzdem nicht auf Rundenzeit. Das ist die Sorge, die wir analysieren und überwinden müssen."

Nicht speziell auf Vettel, sondern auf Ferrari insgesamt bezogen glaubt Mekies nicht, dass man seit Silverstone 1 Boden verloren hat. Vor einer Woche gab's die Startpositionen vier und zehn (heute acht und elf). Im Rennen fuhr Leclerc dann sogar auf das Podium.

Dass Ferrari einen etwas schwächeren Eindruck hinterlassen hat als vor einer Woche, könnte an den weicher gewordenen Reifen liegen. Auf Medium und Hard (vor einer Woche waren das Soft und Medium) sei man nicht zurückgefallen, betont Mekies und hofft daher, "dass wir mit den gleichen Autos kämpfen können wie vergangene Woche".

Er gibt aber zu: "Wir müssen einiges ausprobieren, weil wir in keiner komfortablen Position sind. Wir haben mit den Flügeleinstellungen eine sehr aggressive Wahl getroffen, letzte Woche und auch diese Woche. Letzte Woche hat uns das ein bisschen was gebracht. Diese Woche ist es mit den weicheren Reifen eine Spur zu aggressiv. Das müssen wir analysieren und daraus lernen."

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