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  • 20.03.2016 · 11:21

  • von Dieter Rencken & Roman Wittemeier

Fernando Alonsos Melbourne-Crash: "So etwas passiert"

Die Formel-1-Rennkommissare erkennen bei der Kollision zwischen Fernando Alonso und Esteban Gutierrez keinen Schuldigen: Fahrer loben die Sicherheit der Autos

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 atmet nach dem heftigen Unfall von Fernando Alonso beim Saisonauftakt 2016 in Melbourne erleichtert auf. Der Spanier, der nach einer Kollision mit Esteban Gutierrez (Haas) durch die Luft flog und brutal in die Barrieren krachte, stieg unverletzt aus seinem McLaren-Wrack. Bei einer Untersuchung durch die Rennkommissare wurde keinem der beiden Beteiligten Fahrern die Schuld zugewiesen - keine Strafen. Für Alonso selbst war es ohnehin "ein ganz normaler Rennunfall".

Esteban Gutierrez, Fernando Alonso

Erleichtert nach dem heftigen Unfall: Esteban Gutierrez und Fernando Alonso Zoom

"Das ist Racing. So etwas passiert manchmal", meint der Asturier nach der Anhörung durch die FIA-Rennstewards. "An jener Stelle, an der es passiert ist, ist man allerdings ziemlich schnell unterwegs. Bei 300 km/h wird halt jeder kleine Kontakt gleich ziemlich böse. Leider habe ich das alles sehr genau mitbekommen - aber man kann halt nichts tun. Man muss dann auf Glück, Auto und Sicherheit vertrauen. Ich bin froh, dass ich noch lebe."

"Von außen wird das wild ausgesehen haben, im Cockpit ist das alles ganz anders", schildert Alonso. "Es ist gefühlt viel langsamer. Man fliegt und weiß nicht mehr, wo man eigentlich ist. Man sieht den Himmel, die Erde, den Himmel und wieder die Erde. Als ich dann in den Barrieren lag, war dort eine kleine Lücke, durch die ich schnell herausgeklettert bin - einfach auch, um allen zu Hause zu zeigen, dass ich okay bin. Meine Mutter schaut immerhin am TV zu."

Die Untersuchung im Streckenhospital ergab, dass der Spanier keine Verletzungen davongetragen hat - abgesehen von Prellungen an den Knien. "Das tut etwas weh", berichtet der McLaren-Star. "Das kommt daher, weil man bei so etwas überall im Cockpit anschlägt. Mal sehen wie ich mich morgen fühle." Fröhlich und erleichtert berichtet Alonso von seinem Zwischenfall. "Ich bin gleichzeitig auch enttäuscht, weil wir eine Chance auf Punkte verpasst haben. So denken wir Fahrer eben."

Gene Haas: "Die Autos sind kugelsicher"

"Man darf eines nicht vergessen: Wir riskieren unser Leben immer, wenn wir in diese Autos steigen", sagt er. "Die Autos sind mittlerweile sehr sicher. Dafür muss man der FIA wirklich danken." Dieser Eindruck hat sich bei den Kollegen nach Ansicht des Alonso-Unfalls ebenso festgesetzt. "Super zu sehen, wie sicher die Autos heutzutage sind. Das sah echt heftig aus", meint beispielsweise Rennsieger Nico Rosberg. Bei Betrachtung der Trümmer am Streckenrand hatten sich alle Kollegen zunächst Sorgen gemacht.

"Als ich den Unfall gesehen habe, war ich froh, dass Fernando selbst aussteigen konnte. Es zeigt einfach, wie sicher diese Autos sind. Wir sind da schon sehr weit gekommen", erklärt Alonsos Teamkollege Jenson Button. "Nichtsdestotrotz gibt es aber immer noch viele Gefahren, vor allem in der Bremszone. Es geht so schnell, wenn ein Auto bremst und der dahinter Fahrende nicht. Eine kleine Fehleinschätzung eines Fahrers, die Reifen berühren sich und dann wird das Auto ein Geschoss, das nicht mehr zu kontrollieren ist."


Fotostrecke: Horrorcrash in Melbourne: Alonso & Gutierrez

"In der NASCAR siehst du so etwas andauernd", sagt Teambesitzer Gene Haas, dessen Schützling Gutierrez am Crash beteiligt war. "Ich bin natürlich glücklich, dass Alonso und Esteban nichts passiert ist. Das war schon ein heftiger Überschlag. Aber das gehört nun mal zum Rennsport. Wenn du auf diesem Level fährst, passieren solche Unfälle. So muss man das sehen. Du putzt dich ab, setzt die Teile wieder zusammen und gehst in zwei Wochen wieder auf die Strecke."

"Die Chassis sind kugelsicher. Sie überstehen so gut wie alles", ist sich der erfahrene Amerikaner sicher. Haas betreibt in seiner Heimat USA unter anderem auch ein NASCAR-Team und hat zahlreiche Einschläge in Fangzäune aus nächster Nähe verfolgen müssen. "Es ist gut, dass in meinem Fall der Beweis erbracht wurde, wie sicher diese Autos sind", fasst Alonso sein Erlebnis vom Rennsonntag in Australien zusammen. "Weitere Beweise dieser Art muss ich aber nicht unbedingt haben."

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