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  • 12.11.2017 · 22:36

  • von Marko Knab

Felipe Massa: Emotionaler Abschied mit der falschen Flagge

In einem engen Rennen hält Felipe Massa lange Fernando Alonso hinter sich - Emotionale Szenen am Teamfunk, kurioser Jubel mit falscher Flagge

(Motorsport-Total.com) - Felipe Massa hat mit Rang sieben bei seinem letzten Heimrennen einen Ausstand nach Maß feiern können. Der Brasilianer beendete das Rennen als erster Verfolger der drei Topteams. Dabei kämpfte der Williams-Pilot lange Zeit gegen seinen früheren Teamkollegen Fernando Alonso, den er in einem engen Duell bis ins Ziel hinter sich halten konnte.

"Das war wie ein Sieg für mich", sprudelt es aus dem Brasilianer nur so heraus. Mit Platz sieben konnte er am Ende nicht nur sechs Punkte, sondern auch einen kleinen moralischen Erfolg gegenüber Alonso verbuchen. Nach einem guten Start fand sich Massa zunächst hinter dem an diesem Wochenende stark aufgelegten Spanier wieder. Im Anschluss an die Safety-Car-Phase gelang es ihm dann, diesen zu passieren. Auf dem langen Bergauf-Stück der Start- und Zielgeraden kassierte er unter dem Jubel seiner Fans den McLaren-Honda auf der Außenbahn.

"Dass ich Alonso überholen konnte, war sehr wichtig für mich", analysiert er den Beginn seines Rennens. "Ich wusste, dass er eine bessere Rennpace als ich haben würde. Zum Glück konnte ihn hinter mir halten", freut er sich über den persönlichen Triumph gegen den langjährigen Stallrivalen bei Ferrari.

Trotz der überlegenen Höchstgeschwindigkeit aufgrund der Mercedes-Power sei das gute Ergebnis nicht selbstverständlich gewesen, offenbart er im Nachhinein. "Ich musste mir die Reifen und alles andere am Auto einteilen", erklärt er die Herausforderung. Dass er im Gegensatz zu seinem ersten Abschied dieses Rennen beenden konnte, macht ihn dabei besonders stolz. "Mit dem Tempo, das wir heute hatten, fühlt sich das wie ein Sieg an. Es ist ein unglaubliches Gefühl, dieses Rennen zu beenden", zeigt er sich überglücklich.

Apropos Emotionen: Obwohl weniger Tränen als beim Ausfall im vergangenen Jahr flossen, ist der zweite Abschied aus Massas Sicht kaum weniger emotional. "Es war sehr speziell, als mein Sohn am Funk gesprochen hat. Aber auch meine Familie, die vor Ort ist, und die ganzen Fans und alle die mich unterstützt haben, machen dieses Rennen für mich unvergesslich", schwelgt er. Auch das Interview durch Rubens Barichello auf dem Siegerpodest stellt dabei keine Ausnahme dar. Zusammen mit seinem Sohn genoss er sichtlich die Sprechchöre der zahlreichen Anhänger.

Dass er dabei am Ende mit der falschen Flagge feiern musste, interessiert ihn kein bisschen: Weil in der Auslaufrunde keine brasilianische Fahne zur Hand war, bediente er sich kurzerhand bei den Streckenposten. Mit einer einfachen, grünen Flagge fuhr er anschließend in die Boxengasse zurück. "Letztes Jahr habe ich so viel Zuneigung von den Leuten erfahren. Aber ich habe das Rennen nicht so zu Ende bringen können, wie ich es wollte. Heute habe ich es so beendet, wie ich es wollte", grinst Massa nach seinem Erfolgserlebnis. "Deshalb habe ich noch ein Jahr drangehängt", lacht er. "Danke euch allen für diese großartigen 16 Jahre", holt er am Ende nochmals aus. "Ich werde euch vermissen!"