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Fällt Ricciardo noch länger aus? Lawson wohl auch in Katar im AlphaTauri

AlphaTauri stellt sich auf weitere Rennen mit Liam Lawson ein - Das Comeback von Daniel Ricciardo scheint sich weiter zu verzögern - Wie geht es 2024 weiter?

(Motorsport-Total.com) - AlphaTauri muss womöglich noch länger auf Daniel Ricciardo verzichten. Ursprünglich ging man im Formel-1-Fahrerlager davon aus, dass der Australier beim Rennen in Katar in zwei Wochen ins Cockpit zurückkehren würde. Doch daraus scheint nichts zu werden.

Titel-Bild zur News: Liam Lawson beim Formel-1-Rennen in Japan 2023

Liam Lawson könnte noch etwas länger als erwartet im AlphaTauri sitzen Zoom

Jonathan Eddolls, Leiter der Entwicklung an der Rennstrecke bei AlphaTauri, verrät im Rahmen des Großen Preises von Japan an diesem Wochenende: "Er befindet sich noch in der Genesungsphase. Es ist noch eine Weile hin, wir wollen uns also nicht festlegen."

"Die Genesung verläuft gut", stellt er zwar klar. Aber: "Ich denke, sowohl von unserer als auch von seiner Seite gibt es keine Eile, ihn zu früh zurückzubringen. Das Schlimmste wäre, wenn er zurückkäme, bevor [seine Verletzung] richtig verheilt ist und Probleme verursachen würde."

"Er wird besser als jeder andere wissen, wie es um die Schmerzen und den Genesungsprozess steht. Wir setzen ihn nicht unter Druck, zurück zu kommen. Wir haben im Moment einen Pool von drei guten Fahrern, also gibt es keine große Eile", betont Eddolls.

Seit dem Großen Preis der Niederlande, wo sich Ricciardo beim Training am Freitag die Hand brach, wird er von Liam Lawson vertreten. "Wir haben vor der Rückkehr noch einige Arbeit im Simulator geplant", verrät Eddolls und erklärt: "Der Simulator repräsentiert das Auto sehr gut, alle Belastungen und so weiter."

"Ich denke, die endgültige Entscheidung wird eher von ihm als von uns getroffen werden", betont er und stellt noch einmal klar: "Der Schwerpunkt liegt auf seiner vollständigen Genesung, sodass [seine Verletzung] überhaupt kein Thema mehr ist, wenn er zurückkommt."

Trotz guter Leistungen 2024 kein Platz für Lawson?

Ricciardo-Vertreter Lawson habe sich derweil "sehr, sehr schnell" an Formel 1 gewöhnt, lobt Eddolls und erklärt: "Yuki [Tsunoda] hat immer noch einen Vorsprung auf ihn, was bei seiner Erfahrung auch absolut zu erwarten war." Trotzdem schlage sich der Rookie gut.

In Singapur schaffte er es erstmals in Q3 und sammelte am Sonntag auch seine ersten WM-Punkte "in einem Auto, das nicht das konkurrenzfähigste und manchmal schwierig zu fahren ist", erinnert Eddolls und erklärt: "Ich denke, was wir im Vergleich zu einigen unserer früheren Fahrer gesehen haben, zeigt, dass er es drauf und das Potenzial hat."


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"Wir freuen uns alle auf weitere Rennen mit ihm, während wir auf die Genesung von Daniel warten", so Eddolls. Doch wie geht es danach weiter? Mit Tsunoda, Ricciardo und Lawson hat AlphaTauri drei potenzielle Fahrer für die Saison 2024 - aber lediglich zwei Cockpits.

Und die Tendenz scheint aktuell eher in Richtung Tsunoda und Ricciardo zu gehen. "Er gehört zur Red-Bull-Familie", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner über Lawson und betont: "Wenn er nächstes Jahr nicht in einem Grand-Prix-Auto sitzt, dann wird er mit anderen Dingen viel zu tun haben."

Womöglich könnte Lawson die Saison 2024 dann als Ersatzpilot bei den Bullen überbrücken, denn Horner erinnert: "Es ist nur noch ein Platz frei." Sieht man einmal von AlphaTauri ab, hat lediglich Williams noch keinen zweiten Fahrer neben Alexander Albon bestätigt.

Horner sieht "Luxusproblem" für AlphaTauri

Grundsätzlich, so Horner, sei es zwar möglich, Lawson an ein anderes Team auszuleihen. "Das haben wir in der Vergangenheit auch schon gemacht, als zum Beispiel Carlos [Sainz] an das damalige Renault-Team ausgeliehen wurde", erinnert er. Sonderlich wahrscheinlich dürfte dieses Szenario aber nicht sein.

"Er ist ein kämpferischer Rennfahrer. Das wissen wir", betont Horner und erklärt: "Er hat diese Chance in der Formel 1 ergriffen. [...] Er hat einen großartigen Job gemacht und sich auf jeden Fall auf dem Radar festgesetzt und das Gefühl bestätigt, das wir von ihm hatten."


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Lawson habe bislang einen "großartigen Job" gemacht, stellt er klar. In Zandvoort sei es für ihn nicht leicht gewesen, weil er erst am Samstag das Ricciardo-Auto übernahm. "Aber ich denke, er hat sich dort gut geschlagen", so Horner. "Eine Woche später in Monza hatte er Pech, einen Punkt zu verpassen."

Das klappte dann bekanntlich am vergangenen Wochenende in Singapur. "Wir haben ein Luxusproblem", betont Horner und erklärt: "Natürlich ist es ein AlphaTauri-Problem, aber es gibt drei großartige Fahrer [für zwei Cockpits] und es ist schön, solche Kopfschmerzen zu haben."

"Er wird irgendwann ein [Stamm-]Grand-Prix-Fahrer sein", ist sich Horner im Hinblick auf Lawson sicher. Der Neuseeländer habe bereits gezeigt, "dass er ein Talent für die Zukunft ist." Trotzdem könnte ihm 2024 zunächst einmal ein Jahr auf der Ersatzbank bevorstehen.

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