powered by Motorsport.com

Expertengruppe erarbeitet Formel-1-Regeln im Windkanal

Ross Brawn beauftragt unabhängige Expertengruppe mit Regelfindung für 2021 - Mit 2017er-Manor sollen Testreihen im Windkanal durchgeführt werden

(Motorsport-Total.com) - Liberty Media geht nicht nur bei der Vermarktung der Formel 1 neue Wege. Die Rechteinhaber versuchen ihr Produkt auch durch technische Innovationen aufzuwerten. Das Motorenkonzept für 2021, das vergangene Woche gemeinsam mit der FIA präsentiert wurde, ist ein Schritt davon. Doch Sportchef Ross Brawn will die zukünftige Gestaltung der Regeln nicht den Teams in die Hände geben. Deshalb hat er eine Expertengruppe zusammengestellt, die am Formel-1-Auto der Zukunft bastelt.

Ross Brawn

Ross Brawn will mit seiner Expertengruppe die Formel-1-Zukunft mitgestalten Zoom

Mit CFD-Simulationen, dem Windkanalmodell des Manor 2017 und einem Windkanal soll die Expertengruppe rund um Pat Symonds, Nikolas Tombazis und Jason Somerville auch an der zukünftigen Aerodynamik arbeiten. Laut Informationen von 'auto motor und sport' sucht man deshalb nach einem geeigneten Windkanal für etwaige Tests. Zur Auswahl stehen jener von Sauber in der Schweiz, jener von Toyota in Köln und der Windkanal von Williams in Grove.

Die Expertengruppe wird erste Tests im zweiten Halbjahr 2018 durchführen und untersteht dabei nicht den begrenzten Möglichkeiten der Teams. Um von den Eigeninteressen der Rennställe möglichst unbeeinflusst zu bleiben, nimmt das Formel-1-Mangement deshalb Geld in die Hand. Gearbeitet wird vor allem daran, die Aerodynamik zu vereinfachen, um auf der einen Seite die Kosten für die Teams zu minimieren.

Auf der anderen Seite aber auch die "Dirty Air" (verwirbelte Luft) beim Hinterherfahren zu verringern. Das würde Zweikämpfe in Zukunft begünstigen. Schon jetzt arbeitet man mit CFD-Simulationen an einer Lösung. Diese Erkenntnisse sollen später in einem geeigneten Windkanal geprüft werden.


Fotostrecke: Fanwünsche für die Formel-1-Zukunft

Symonds erklärt gegenüber 'auto motor und sport', dass man vor allem an der Luftströmung "40 Meter" hinter dem Boliden interessiert sei. Er war auch schon Teil der speziellen Arbeitsgruppe 2009, gemeinsam mit Paddy Lowe und Rory Byrne. Doch damals unterschätzte man die Einflussnahme der Ingenieure. Das soll diesmal unter der Führung von Sportchef Ross Brawn verhindert werden. Mit den unabhängigen Testreihen will Liberty zu den Regeländerungen 2021 wertvolle Erkenntnisse beitragen.