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  • 30.04.2022 · 07:22

Erinnerungen an Roland Ratzenberger und Imola 1994

So war Roland Ratzenberger: Motorsport-Experte Stefan Heinrich erinnert sich an seinen Freund, der 1994 bei der Formel 1 in Imola tödlich verunglückt ist

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 war sein Traum. Doch die Erfüllung dieses Traums bezahlte Roland Ratzenberger mit seinem Leben: Er verunglückte tödlich im Qualifying zum Grand Prix von San Marino 1994 in Imola, an seinem gerade einmal dritten Rennwochenende in der Formel 1.

Roland Ratzenberger

Roland Ratzenberger verunglückte 1994 in Imola und verstarb Zoom

Wenige Stunden vorher hatte Ratzenberger im Fahrerlager noch mit Stefan Heinrich gesprochen. Die beiden kannten sich gut, hatten beim Wiedersehen vor dem Auftakt zur Europa-Saison noch miteinander geflachst. Aber wenige Stunden später war Ratzenberger tot.

In einem Video-Interview auf dem YouTube-Kanal von 'Motorsport-Total.com' schildert Motorsport-Experte Stefan Heinrich, wie er Jahre zuvor Ratzenberger als lebensfrohen und sympathischen Menschen kennengelernt hatte. Als jemanden, der es unbedingt bis ganz nach oben schaffen wollte.

Ratzenberger wähnte sich am Ziel

Mit Simtek, das war Ratzenberger klar, würde er es nicht bis an die Spitze schaffen. "Er sagte mir aber: 'Ich habe den Fuß in der Tür. Das ist, was ich immer wollte. Dafür habe ich gelebt, dafür habe ich alles reingesteckt, was ich hatte. Auf diese Chance habe ich gewartet.' Und so saßen wir eineinhalb bis zwei Stunden zusammen", berichtet Stefan Heinrich.

Wenige Stunden nach diesem Gespräch war Roland Ratzenberger tot. Stefan Heinrich als TV-Kommentator war genauso fassungslos wie die weiteren Beteiligten vor Ort in Imola: "Alle waren geschockt."

Denn an diesem "schwarzen Wochenende" reihte sich eine Tragödie an die andere: Bereits im Freitagstraining war Rubens Barrichello im Jordan schwer in der (heute nicht mehr verwendeten Variante Bassa) verunfallt und nur mit Glück mit kleineren Verletzungen davongekommen. Im Qualifying am Samstag ereignete sich in der Villeneuve-Kurve Ratzenbergers Unfall, den dieser nicht überlebte.

"The show must go on" in Imola 1994

Stefan Heinrich hat diese Unfälle im Fernsehen live begleitet und spricht von einer "gespenstischen Ruhe", die sich jeweils sofort danach über die Rennstrecke in der Emilia-Romagna gesenkt habe.


Imola 1994: Erinnerungen an Roland Ratzenberger

So war Roland Ratzenberger: Erinnerungen an den 1994 in Imola tödlich verunglückten F1-Fahrer von und mit Stefan Heinrich, der mit ihm befreundet war. Weitere Formel-1-Videos

Aber: "Im Fahrerlager hat [am Samstagabend] die Hektik und Betriebsamkeit in der Vorbereitung auf den Grand Prix relativ schnell wieder an Fahrt aufgenommen, und es hieß: Es muss halt weitergehen. The show must go on."

Und es ging weiter, mit dem Formel-1-Rennen am Sonntag, bei dem es schon am Start zu einem weiteren Unfall kam. Als der zwischenzeitlich neutralisierte Grand Prix wieder freigegeben wurde, passierte der nächste Zwischenfall: Der dreimalige Weltmeister Ayrton Senna, der in den Stunden zuvor lange mit sich gerungen hatte, knallte in die Mauer der Tamburello-Kurve und verstarb ebenfalls.

Wie die Beteiligten vor Ort in Imola mit diesen Geschehnissen umgegangen sind und welche Maßnahmen der Automobil-Weltverband (FIA) und die Formel 1 daraufhin ergriffen haben, auch das sind Themen im Video-Interview mit Stefan Heinrich, genauso wie der Umgang der TV-Regie mit den schweren Unfällen in Imola und wenig später in anderen Rennserien.

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