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  • 01.04.2011 13:44

Endlich: Neue Chancen für Youngster!

Die Formel 1 wird den Piloten aus der zweiten Reihe endlich neue Chancen bieten: Viel Fahrzeit für Rookies, Testpiloten und erfahrene Hoffnungsträger

(Motorsport-Total.com) - Mit dem konsequenten Sparkurs der vergangenen Jahre hat sich die Formel 1 nicht nur einen Gefallen getan. Es tauchten auch neue Probleme auf. Spätestens der wenig erfolgreiche Einsatz des erfahrenen Ferrari-Testpiloten Luca Badoer, der 2009 als Ersatzmann für den verletzten Felipe Massa einspringen musste, zeigte deutlich auf: Es gibt zu wenig Testmöglichkeiten für Piloten.

Witali Petrow, Sebastian Vettel

Neues Nachwuchskonzept in der Formel 1: Mehr Action auf der Strecke Zoom

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ruft seit Jahren nach mehr Probefahrten. Dem Italiener schwebt unter anderem auch vor, für Rookies und Ersatzpiloten ein drittes Auto zur Rennstrecke zu bringen. Mit dem Wunsch nach mehr Testchancen steht Montezemolo keineswegs allein da. Der laute Ruf nach mehr Fahrbetrieb wird nun offenbar endlich von der FIA erhört.

In der Formel 1 soll die Montezemolo-Idee vom dritten Auto umgesetzt werden - allerdings auf ganz besonders charmante Art und Weise. Formel-1-Kandidaten können sich - entsprechende Lizenz vorausgesetzt - an jedem der Grand-Prix-Rennwochenenden eine Art "Testticket" lösen. Dieser Fahrschein beinhaltet die Teilnahme an zwei Trainings sowie an einem Showrennen am Sonntagvormittag.

Die FIA hat sich in Gesprächen mit Teams und potenziellen Cockpit-Kandidaten einen ganz besonderen Clou einfallen lassen. Die Fahrzeuge werden unter allen Teilnehmern zu Beginn eines Wochenendes ausgelost. Dies bedeutet, dass jeder die Chance bekommt, sogar mal in einem Ferrari, Red Bull oder McLaren zu fahren. "Das ist natürlich eine großartige Chance", jubelt ein aktueller GP2-Pilot, der von 'Motorsport-Total.com' über die Pläne informiert wurde.

"Das ist genau der Weg, den man gehen muss", lobt der Youngster, der sich in dieser Saison sportlich an die Königsklasse herantasten möchte. "So bekommen wir die Chance, am Freitag und Samstag viele Kilometer abzuspulen. Sonntags können wir dann sogar mit Formel-1-Autos gegeneinander kämpfen. Somit kann man sich sogar im Renntrimm präsentieren."

Überschaubare Kosten für die Teilnahme

Die Teilnahme am neuen Nachwuchsprogramm in der Formel 1 soll pro Wochenende 25.000 Euro kosten. "Der Betrag ist völlig in Ordnung", heißt es von einem renommierten Fahrermanager. "Dann hofft man natürlich auf Losglück. Wenn man für dieses Geld zwei Trainings und ein kurzes Rennen in einem Topauto fahren darf, dann ist das der Hammer. Und selbst für ein Wochenende im schwächeren Formel-1-Auto ist der Preis definitiv nicht zu hoch."

Mit dem neuen Konzept bekommt auch der Showfaktor in der Formel 1 einen neuen Schub. Ein Karun Chandhok im Ferrari, Daniel Ricciardo im HRT oder Bruno Senna im McLaren - das Los entscheidet am Donnerstag vor dem Start in den Fahrbetrieb. Die Präsentation der Kandidaten soll jeweils im Anschluss an die offizielle FIA-Pressekonferenz am Donnerstag stattfinden, ebenso die Zulosung der Autos.

¿pbvin|512|3555||0|1pb¿"Das werden spannende Augenblicke", meint ein anderer Nachwuchspilot mit Blick auf den zusätzlichen Event am Tag vor den ersten Sessions. "Am Donnerstagabend nimmt man ersten Kontakt zum jeweiligen Team und Auto auf, Freitags geht es dann auf die Strecke. Was ich besonders gut finde, ist die Möglichkeit, dass man über mehrere Wochenenden verschiedene Teams und deren Arbeitsweisen kennenlernen kann. Das schult ungemein."

Die Teams sind mit Grunddaten der neuen FIA-Initiave rundherum glücklich. Zwar fällt es den kleinen Mannschaften wie HRT oder Marussia-Virgin sicherlich nicht ganz leicht, kurzfristig ein drittes Auto aufzubauen, aber FIA und Teamvereinigung FOTA haben für solche Zwecke einen speziellen Geldtopf eingerichtet. Die Mittel kommen aus FOTA-Mitgliedsbeiträgen und aus einen Fördertopf des Automobil-Weltverbandes.

Nur wer sauber fährt kann glänzen

Die Einnahmen aus dem "Testticket-Verkauf" werden zu gleichen Teilen an die Teams ausgeschüttet. Ungeklärt ist derzeit noch die Frage, wer für eventuelle Schäden an den Autos aufkommt. Hier spielen sich Teams und FIA den Ball gegenseitig zu. Beide Seiten haben jedoch bekräftigt, dass man schnellstmöglich eine Lösung finden möchte.

"Am Freitag und Samstag wird es ohnehin kaum Kleinholz geben", schätzt ein Teamchef und erklärt: "Für die Fahrer ist das eine großartige Chance. Die können sie aber nur nutzen, wenn das Auto heil bleibt. Wer schon im Training Mist baut, hinterlässt sicherlich keinen guten Eindruck. Wie es dann im Showrennen am Sonntag aussieht, ist bei diesen Heißspornen wieder eine ganz andere Frage..."

Esteban Gutierrez

Youngster wie Sauber-Nachwuchsmann Esteban Gutierrez könnten fahren Zoom

Klar ist schon jetzt, dass viele Piloten diese neue Möglichkeit suchen werden, um sich vor großem Publikum zu präsentieren. Die Fans an der Strecke dürfen sich freuen. Seit der Abschaffung des morgendlichen Warmups herrscht ohnehin bis zu Fahrerparade und dem anschließenden Rennen eine eher langweilige Wartezeit am Sonntag. Diese wird durch Formel-1-Action nun verkürzt.

"Etwas ganz anderes ist an diesem Konzept durchaus auch noch charmant", heißt es aus der Technikabteilung eines Formel-1-Teams. "Die Teams bekommen gute Gelegenheiten, auch mal neue Entwicklungen auszuprobieren. Wenn sie einen erfahrenen Piloten ins Auto gelost bekommen, dann dürfen sie auch mit brauchbarem Feedback rechnen."

Die FIA und die Teams verfolgen mit dem Konzept nicht nur das ehrenhafte Ziel, den vielen Piloten aus der zweiten Reihe neue Möglichkeiten zu eröffnen. Man will gleichzeitig auch klarstellen, dass die Formel 1 nicht mehr länger der geschlossene Zirkel von wenigen Glücklichen ist. Auch Bernie Ecclestone dürfte der Plan gefallen, denn immerhin bleiben so die Test- und Ersatzfahrer besser in Form. Ein Ferrari im hinteren Mittelfeld - siehe 2009 - ist für die große Show Formel 1 nicht gut...

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