powered by Motorsport.com

Ecclestone über Meeting Erdogan-Carey: "Alles daran ist gut"

Bernie Ecclestone hat keine Vorbehalte gegen Recep Erdogan und begrüßt die Bemühungen für eine Rückkehr der Formel 1 in die Türkei

(Motorsport-Total.com) - Der ehemalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone begrüßt die Initiative, in Zukunft wieder einen Grand Prix der Türkei auszutragen. Das Treffen zwischen seinem Nachfolger Chase Carey und dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan sei "gut", findet der 86-Jährige und unterstreicht: "Es ist eine gute Strecke. Alles daran ist gut."

Chasey Carey und Recep Erdogan

Chasey Carey und Recep Erdogan bei ihrem Treffen in Ankara am 11. April Zoom

Carey und Erdogan hatten sich am 11. April, also kurz vor Erdogans umstrittenem Verfassungsreferendum (das zu seinen Gunsten ausging), im Präsidentenpalast in Ankara getroffen. Via Twitter wurden Fotos davon veröffentlicht. Vural Ak, Betreiber des Istanbul Park Circuit, gab danach eine "grundsätzliche Einigung" bekannt, ohne jedoch eine Vertragsunterschrift bestätigen zu können.

Ob es freilich tatsächlich zu einem Formel-1-Comeback in der Türkei kommen wird, sei dahingestellt. Kritische Medienberichte im Land besagen, Erdogan habe das Meeting in erster Linie für seinen Wahlkampf instrumentalisieren wollen. Seit seinem Sieg beim Referendum sei das Interesse an der Formel 1 dramatisch abgekühlt.

Bereits zuvor hatte Lewis Hamilton erklärt, er halte nichts davon, in Ländern wie der Türkei zu fahren, in denen die Tribünen meistens halbleer bleiben. "Genau darum sind wir gegangen", stimmt Ecclestone zu. "Mein Deal mit der Regierung war, dass 200.000 Zuschauer kommen müssen." Das sei aber nicht passiert, deshalb habe er Ende 2011 aus "kommerziellen Gründen" den Stecker gezogen.

Ak, Betreiber einer Mietwagenfirma, hat den Istanbul Park Circuit für einen Zeitraum von elf Jahren gepachtet. Er wollte schon 2013 wieder mit Ecclestone ins Geschäft kommen. Damals scheiterte ein Formel-1-Comeback an der Ecclestone-Forderung von angeblich 26 Millionen US-Dollar (umgerechnet 24 Millionen Euro) pro Veranstaltung.

Zum Thema Rennkalender erklärt Ecclestone übrigens auch, dass das Ende des Grand Prix von Malaysia nicht von Liberty Media beschlossen wurde, sondern schon unter seiner Regentschaft. Es werde für Malaysia keine Vertragsstrafe geben. Das Land wird 2018 erstmals seit 1998 nicht mehr Bestandteil der Formel-1-WM sein.

Und er liebäugelt weiter mit dem Gedanken, Interlagos zu kaufen - wenn nicht für sich, dann für seine brasilianische Frau Fabiana: "Sie wird wahrscheinlich länger leben als ich." So gesehen wäre es "eine kluge Idee". Allerdings hat Ecclestone keine Lust, den Grand Prix selbst zu veranstalten: "Dafür müsste ich jemanden finden."