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  • 01.05.2013 · 10:00

  • von Christian Nimmervoll & Dieter Rencken

Ecclestone: Keine Gnade für Marussia?

Das Marussia-Team wartet weiterhin auf Gelder aus dem Formel-1-Topf, doch Bernie Ecclestone signalisiert diesbezüglich keine Kompromissbereitschaft

(Motorsport-Total.com) - Das Marussia-Team steht finanziell weiterhin auf sehr wackeligen Beinen. Trotz Einsparungen im operativen und logistischen Bereich, etwa was die Flugbuchungen angeht, sind Teamchef John Booth und Geschäftsführer Graeme Lowdon auf zusätzliche Gelder angewiesen, um den Rennbetrieb langfristig aufrechterhalten zu können. Diese Gelder kommen jedoch nicht von Formel-1-Chefpromoter Bernie Ecclestone.

Bernie Ecclestone

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone bleibt gegenüber Marussia weiterhin stur Zoom

Denn im Gegensatz zu 2010, 2011 und 2012 gibt es wegen des Auslaufens des alten Concorde-Agreements seit dieser Saison kein sogenanntes Column-3-Geld mehr, was für Marussia effektiv den Verlust von zehn Millionen US-Dollar (umgerechnet 7,6 Millionen Euro) bedeutet. Also musste Timo Glock wegen seines zu hohen Gehalts entlassen und mit Luiz Razia ein Paydriver engagiert werden - und als Razias Sponsoren nicht sofort überweisen konnten, wurde prompt auch der Brasilianer gegen Ferrari-Junior Jules Bianchi ausgetauscht.

In Abwesenheit eines neuen Concorde-Agreements hat Ecclestone mit zehn der elf Teams individuelle kommerzielle Verträge abgeschlossen - nur Marussia hängt weiterhin im luftleeren Raum. Und offenbar soll es für Teams, die die Konstrukteurs-WM nicht in den Top 10 beendet haben, auch weiterhin keine Gelder mehr geben: "Das ist mehr Anreiz, es auf die Reihe zu bekommen und in die Top 10 zu klettern", erklärt Ecclestone gegenüber 'Reuters'. "Es ist ein bisschen wie im Fußball, wo man auch auf- und absteigen kann."

Lowdon bestätigt indes nur erneut, dass Marussia weiterhin kein kommerzielles Angebot vorliegt, sodass sich das Team als einziger Formel-1-Rennstall komplett selbst finanzieren muss. Weitere Details gibt er aber nicht preis: "Unseres Wissens äußert sich keine der beteiligten Parteien öffentlich über die finanziellen Diskussionen hinsichtlich eines neuen Concorde-Agreements. Daher ziehen wir es vor, keinen Kommentar abzugeben", so der Brite.

Dass Ecclestone noch nie viel von Marussia gehalten hat, gilt in der Branche indes als offenes Geheimnis, und seit der Insolvenz von HRT spricht der 82-Jährige sogar offen aus, dass die Formel 1 mit nur noch zehn Teams wahrscheinlich am besten bedient wäre - solange eines davon Ferrari ist, wie er immer wieder betont. Gut möglich also, dass Marussia weiterhin nichts vom Concorde-Kuchen abbekommen wird. Ein Concorde-Agreement soll es aber bald wieder geben: "Es geht voran. Es liegt in den Händen der Rechtsanwälte", sagt Ecclestone.

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