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  • 03.01.2014 · 19:20

  • von Dominik Sharaf

Di Montezemolo kritisiert Kostengrenze: "Gehe zu Chrysler"

Der Ferrari-Präsdent betont, dass Einsparungen unausweichlich sind und verspricht, bei einer effektiven Lösung ohne jedes Wenn und Aber mitzuziehen

(Motorsport-Total.com) - Es ist nicht lange her, da waren es finanzstarke Teams wie Ferrari, die mit massiven Investitionen und ungeheurem Personalaufwand ihr Formel-1-Projekt an die Spitze trieben. Doch diese Tage scheinen in der wohl schlimmsten Finanzkrise der Geschichte der Königsklasse gezählt. Luca di Montezemolo bezeichnet die hohen Kosten als "wichtigstes Problem" der Szene und ist gewillt, sich dem Automobil-Weltverband FIA bedingungslos unterzuordnen, sollte der eine Lösung für das Rätsel parat haben.

Luca di Montezemolo

Luca di Montezemolo blickt über den Ferrari-Tellerrand hinaus Zoom

Gegenüber 'Autosport' spricht er sich dagegen aus, dass das Wettrüsten der alleinige Maßstab für die sportlichen Erfolgschancen ist: "Die Kosten dürfen nicht von Technikern bestimmt werden. Sonst packen wir das nie", benennt der Ferrari-Präsident das Problem und skizziert einen Ausweg aus dem Dilemma, der die Aufgabe persönlicher Souveränität beinhaltet: "Der einzige Weg ist, der FIA zu sagen, dass alle Teams sich bei einer Senkung einig sind. Sie soll machen, was immer sie will und mit einem Vorschlag kommen, der die Ausgaben massiv reduziert. Dann ziehen wir mit."

Anfang Dezember brachte die Strategiegruppe der Formel 1 eine fixe Kostenobergrenze ab 2015 auf den Weg. Di Montezemolo zählt zu den Kritikern dieses Vorschlags, schließlich ist eine solche Bestimmung kaum zu kontrollieren und bietet Schlupflöcher für diejenigen, die im Umfeld eines großen Konzerns operieren - also auch Ferrari. Der Patron der Roten spricht das an: "Sie ist sehr einfach zu umgehen ist, speziell für Werksteams." Die Unmenge an Abteilungen, Tochterfirmen und Partnern macht es möglich, kostenintensive Entwicklungsaufträge zu verschleiern.

Di Montezemolo malt sich einen solchen Trick aus und denkt an den US-Partner der Ferrari-Mutter FIAT: "Ich könnte zu Chrysler in Detroit gehen und sie fragen, ob sie etwas für uns erledigen können. Mercedes könnte seine Unternehmen bitten." Nichtsdestotrotz hat er die Zeichen der Zeit erkannt und erkennt dringenden Handlungsbedarf: "Ich habe in meiner gesamten Karriere nie erlebt, dass Teams wegen des Geldes ihrer Piloten überleben. In diesem Jahr waren alle Fahrerwechsel - abgesehen von dem Räikkönens zu Ferrari - dem Geld geschuldet. Das ist nicht gesund."