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  • 23.10.2006 12:42

Der Abschied in Kerpen und Maranello...

Die Kerpener Jahnhalle und die Piazza Liberta in Maranello standen gestern Nacht während Michael Schumachers letztem Rennen völlig Kopf

(Motorsport-Total.com/sid) - Am Ende hatte wahrscheinlich jeder Kerpener ein Interview gegeben. Als Michael Schumacher tausende Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt zum letzten Mal ein Formel-1-Rennen bestritt, war die Kleinstadt im Rheinland selbst zum Star geworden. Dutzende Kamerateams und Fotografen drängelten sich in der kleinen Jahnhalle und sandten Bilder einer Ferrari-roten Party zwischen Trauer und Stolz in die ganze Welt.

Fans in São Paulo

Ferrari- und Michael-Schumacher-Fans auf der Tribüne in Interlagos Zoom

"Danke Michael. Machs gut. Und alles Gute für die Zukunft", hatten Toto, Bennie und Patrick wie viele andere auf ihre T-Shirts geschrieben. Gemeinsam mit rund 800 Schumacher-Fans verfolgten sie wie Tausende Tifosi in der Ferrari-Heimat Maranello mit Tränen in den Augen die allerletzte Rennrunde ihres Champions in São Paulo. Dessen letzter Gruß an seine Fans in aller Welt wurde vor der riesigen Leinwand erst andächtig belauscht, ehe die letzten Sätze in lautem Jubel untergingen. Nichts war mehr zu spüren vom Schock bei Schumachers Reifenpanne, die ihn auf den letzten Platz zurückwarf, von wo er dann seine letzte beeindruckende Aufholjagd startete.#w1#

Zwar ist der Held seiner Heimat längst entrückt und manche hätten dort gern ein größeres soziales Engagement Schumachers gesehen, doch möglicherweise geht er bald als erster Ehrenbürger in die Stadtgeschichte ein: "Wir müssen erstmal eine entsprechende Ordnung verabschieden", sagt Bürgermeisterin Marlies Sieburg, die den berühmtesten Sohn der Stadt zwar noch nie persönlich getroffen hat, aber ganz stilecht in roter Kostümjacke das Rennen verfolgte: "Er hat den Bekanntheitsgrad Kerpens in der ganzen Welt in die Höhe getrieben. Das macht es uns bei vielen Investoren einfacher."

Den 'Schumi'-Fans war das am Sonntagabend erstmal relativ egal. Noch einmal litten sie mit ihrem Idol. Das Bier floss in Strömen und das eigens vom Lokalradio gedichtete Abschiedslied wurde zum Dauerläufer. Während die Menschen in Kerpen nur Michael Schumacher interessierte und jedes Bild vom erfolgreichen Titelverteidiger Fernando Alonso mit Pfiffen quittiert wurde, tröstete sich Maranello mit dem Sieg von Schumachers Teamkollege Felipe Massa zumindest ein bisschen über den Abschied ihres "Michele" hinweg.

Etwa 4.000 Menschen hatten sich noch einmal auf der Piazza Liberta versammelt. Über ihnen schwebte am Balkon des Rathauses ein riesiges Transparent mit der Aufschrift "Danke Schumi", die auch auf eigens gedruckten T-Shirts und Postkarten zu lesen war. Maranellos Bürgermeisterin Lucia Burzi wird Schumacher möglicherweise noch im Dezember die Ehrenbürgerschaft verleihen und damit Kerpen vielleicht zuvorkommen. Pfarrer Bernardoni meinte: "Für uns geht eine Ära zu Ende. Michael ist bei uns immer willkommen."

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