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Debütant Jolyon Palmer: Zukunftshoffnung mit Zaster

Teamkollege Romain Grosjean erklärt, wieso der junge Brite beim China-Grand-Prix Freitagsfahrer bei Lotus war und wieso ihm das überhaupt nicht schmeckt

(Motorsport-Total.com) - Der Posten des so genannten "Freitagsfahrers" hat sich in den vergangenen Jahren zum Sprungbrett für Talente entwickelt. Beispiele: Valtteri Bottas oder Felipe Nasr bei Williams. Jedoch platzieren die Teams immer wieder Piloten im Cockpit, die nur Runden drehen, weil sie eine üppige Mitgift im Gepäck haben, die über mangelnde Begabung hinwegtröstet. Beispiel: Adderly Fong bei Sauber. Zum Auftakt des China-Grand-Prix ließ Lotus Jolyon Palmer ans Steuer - und hatte dafür zwei gute Gründe.

Jolyon Palmer

Jolyon Palmer gilt als großes Talent und hat einen großen Geldbeutel Zoom

Als GP2-Champion ist der Brite, Sohn des Ex-Formel-1-Rennfahrers Jonathan, ohne jeden Zweifel ein Könner am Volant. Das zeigte seine Vorstellung in Schanghai, die ihn auf Platz 15 spülte - trotz eines Drehers. "Viele Piloten haben Fehler gemacht, mir ist auch einer unterlaufen. Ein bisschen Übersteuern und dann habe ich die Kontrolle verloren. Das passiert", räumt Palmer bei 'Sky Sports F1' ein. "Die Strecke war schwierig, da sie unbenutzt war und kein Gummi lag. Dazu ist es sehr kühl."

Platz machen musste für Palmer Stammkraft Romain Grosjean. Er tat das mehr zähneknirschend als freudestrahlend. "Das ist nicht ideal für die Einsatzpiloten, die eineinhalb Stunden Trainingszeit verlieren. Uns schmeckt es nicht, unser Baby im Stich zu lassen", sagt der Franzose 'RMC Sport' über die Rolle der Freitagsfahrer, hat aber Verständnis für Palmer und Konsorten. "Heute ist es nicht einfach, in die Formel 1 zu kommen. Deshalb sehen wir mehr und mehr Piloten sehen, die sich beweisen wollen."

Doch Grosjean kennt auch den zweiten Grund, warum Palmer im Auto saß: Seinem Vater gehören mehrere Rennstrecken in Großbritannien, darunter der Ex-Grand-Prix-Kurs in Brands Hatch. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn hat er Millionen gemacht, die er nun in die Jolyons Karriere pumpt: "Es gibt aber eine wirtschaftliche Realität und die zeigt, dass die Formel 1 nicht einfach ist. Die Teams müssen nach jeder Möglichkeit suchen, ihren Etat zu finanzieren", lässt Grosjean durchblicken.