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De la Rosa lässt kein gutes Haar am aktuellen Testformat

Pedro de la Rosa kritisiert das Format der Young-Driver-Days und fordert umgehend mehr Trainingsmöglichkeiten für die Ersatzfahrer der Teams

(Motorsport-Total.com) - Testfahrten während der laufenden Saison sind, zumindest mit den aktuellen Fahrzeugen, in der Formel 1 seit einigen Jahren verboten. Einzige Ausnahme stellen die Young-Driver-Days dar, die in dieser Woche in Abu Dhabi stattfanden. Dort dürfen jedoch nur Fahrer testen, die in ihrer Karriere nicht mehr als zwei Grands Prix bestritten haben. Diese Einschränkung der Testarbeit geht McLaren-Ersatzfahrer Pedro de la Rosa deutlich zu weit.

Pedro de la Rosa

Das aktuelle Testformat schmeckt Pedro de la Rosa überhaupt nicht Zoom

"Während der gesamten Saison nur drei Testtage, und diese auch nur exklusiv für junge Fahrer zu haben, ist für einen Sport, der in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation führend sein sollte, völlig übertrieben", schreibt de la Rosa in seiner Kolumne für 'formulasantander.com'. Grundsätzlich ist der Spanier jedoch mit einer Beschränkung der Testfahrten einverstanden. "Es ist sinnvoll, das zu begrenzen um dadurch die Kosten unter Kontrolle zu halten."

Ersatzfahrern fehlt die Fahrpraxis

Noch vor wenigen Jahren durften die Team in unbeschränktem Umfang testen. Dies führte teilweise dazu, dass jede Woche an zwei bis drei Tagen mit zwei Autos getestet wurde. Neben dem eigentlichen Rennteam unterhielten fast alle Rennställe noch ein separates Testteam, was die Kosten in die Höhe trieb. Um in diesem Bereich zu sparen, wurden die Testfahrten auf 15 Tage vor Beginn der Saison beschränkt. Für das kommende Jahr haben sich die Teams darauf verständigt, drei der 15 Testtage auf einen Termin im Frühjahr zu verschieben.

"Ich persönlich möchte nicht ohne jede Vorbereitung ein Rennen fahren." Pedro de la Rosa

Das generelle Verbot von Testfahrten während der Saison ist aus Sicht von de la Rosa vor allem für die Ersatzfahrer ein großes Problem: "Wir müssen im Zweifelsfall die Stammfahrer ersetzen, sind aber die einzigen, die während der gesamten Saison kein Formel-1-Auto fahren dürfen. Können Sie sich vorstellen, dass David Ferrer im Davis-Cup-Finale einen verletzten Rafael Nadal ersetzen könnte, obwohl er sechs Monate lang nicht trainiert hat? Ich persönlich möchte nicht ohne jede Vorbereitung ein Rennen fahren."

Simulatortests sind nicht limitiert

In diesem Zusammenhang kritisiert der Spanier, dass zwar Testfahrten auf der Strecke verboten seien, virtuelle Tests im Simulator ("Die sind nicht billig") jedoch in unbegrenztem Umfang absolviert werden können. Damit sei das Ziel der Kosteneinsparung verfehlt worden. Einen konkreten Vorschlag zur Änderung der Testbeschränkung hat der 40-Jährige auch. "Warum in aller Welt wird kein Format eingeführt, bei dem die Tests auf acht Termine von jeweils drei Tagen beschränkt werden, die vor und während der Saison gefahren werden dürfen und bei dem die Teams einsetzten können, wen sie wollen?"


Fotos: Young-Driver-Test in Abu Dhabi


Auch das jetzige Format der Young-Driver-Tests stößt de la Rosa sauer auf. "Wieso ist jemand nur dann ein 'Young Driver', wenn er maximal zwei Grands Prix gefahren hat? Das macht doch keinen Sinn! Jaime Alguersuari beispielsweise ist erst 22 Jahre alt, zählt aber nicht als 'Young Driver' und darf in Abu Dhabi nicht testen." In der Tat erscheint es paradox, dass im Gegenzug bei McLaren der 30-jährige Gary Paffett an den Young-Driver-Days teilnahm.

Unter dem Strich ist der Spanier der Ansicht, dass die aktuelle Testbeschränkung das Ziel der Kosteneinsparung nur unzureichend erfüllt, die Chancen für junge Fahrer kaum verbessert und im Gegenzug den Ersatzfahrern dringend benötigt Trainingszeit verweigert. Die Teams müssten sich daher dringend auf ein geändertes Testprogramm verständigen. Das sei, so de la Rosa, wichtig für die "Gesundheit der Formel 1."

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