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Das Geheimnis des Mercedes-Motors

Vier Teams könnten 2010 mit Mercedes-Power fahren - FO 108W gilt als insgesamt bestes Triebwerk im homologierten Formel-1-Feld

(Motorsport-Total.com) - Seit die Motoren in der Formel 1 homologiert sind und nicht mehr weiterentwickelt werden dürfen, gilt die PS-Leistung nicht mehr als differenzierendes Performancemerkmal. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass die in Bauart und Material ähnlichen Motoren sich gleichen wie ein Ei dem anderen, sondern es gibt sehr wohl noch Unterschiede.

Mercedes-Stern

Mercedes hat derzeit wahrscheinlich den besten Motor der Formel 1

Zwar ist die Leistungsstreuung bei geschätzten 760 bis 780 PS nur noch sehr gering, aber in anderen Bereichen wie beispielsweise Fahrbarkeit, Benzinverbrauch und Zuverlässigkeit sind bei weitem nicht alle fünf Hersteller auf gleicher Höhe. Mercedes hatte in diesem Jahr erst zwei Motorschäden zu beklagen. Eine weiße Weste hat nur noch Toyota. Zum Vergleich: Alleine bei Sebastian Vettel sind schon vier Renault-V8-Aggregate geplatzt.#w1#

Daher will Red Bull nun zu Mercedes wechseln - und McLaren, Brawn und Force India werden bleiben. Sportchef Norbert Haug zur 'Auto Bild motorsport' (Jetzt abonnieren!): "Mit der Hälfte der Motoren von 2007 könnten wir nächstes Jahr vier Teams beliefern. Das ist eine Effizienzsteigerung von fast 80 Prozent." 2009 darf jedes Team pro Auto acht Motoren verwenden. 2010 sind nur noch fünf erlaubt - plus drei weitere für Testfahrten.

"Dabei bekommen dank des Entwicklungsstopps alle den gleichen Service wie unser Partner McLaren", sagt Haug und fügt an: "Die Leistungsschwankung ist minimal, der Powerabbau ebenso." Das gilt auch den Verbrauch: Wie effizient der Mercedes FO 108W ist, wurde in Spa-Francorchamps demonstriert. Mercedes-Fahrer Giancarlo Fisichella kam genau wie Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in Runde 14 an die Box, obwohl er sieben Kilogramm weniger Benzin an Bord hatte.

¿pbvin|512|1921||0|1pb¿"Der unterschiedliche Verbrauch ist ein Punkt, den wir uns ansehen müssen", gesteht Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Andere Teams machen da anscheinend einen besseren Job. Die Gründe dafür werden wir untersuchen. In Zukunft kann das einen Unterschied machen. Nächstes Jahr wird der Benzinverbrauch eines der wichtigsten Elemente sein, denn wenn man nicht mehr nachtanken darf, ist der Gewichtsunterschied am Start umso größer."

Sieben Kilogramm mehr Startgewicht bedeuteten für Räikkönen in den ersten Runden einen Nachteil von zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde. Würde man den unterschiedlichen Verbrauch auf ein Rennen mit Tankverbot hochrechnen, dann ergäbe sich für den Start ein Unterschied von mehr als 20 Kilogramm zwischen Mercedes und Ferrari. Umgelegt auf die Rundenzeit bedeutet das ein Handicap von etwa sieben Zehntelsekunden pro Runde...