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Daniel Ricciardo: Eine Strafe ja, aber zwei waren "ziemlich hart"

Für Daniel Ricciardo war eine Strafe in Frankreich "unvermeidlich", die zweite aber "nicht gerechtfertigt": Er und seine Kollegen fordern Gras und Kies

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardo kann nicht verstehen, wieso er für die letzte Runde gleich zwei Strafen erhalten hat. Zwar kann er nachvollziehen, dass die Rennkommissare ihn bestraft haben, doch gleich zwei Strafen zu bekommen, die ihn aus den Punkten spülten, findet er ziemlich hart. "Die eine Strafe war unvermeidlich, um ehrlich zu sein", sagt er.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo ist nur mit einer Strafe in Frankreich einverstanden Zoom

Aber zwei? "Mit der einen bin ich schon auf Rang zehn zurückgefallen, also gebt mir wenigstens den Punkt für den Versuch", so der Renault-Pilot. "Nichts gegen Gasly, aber er war nicht in unseren Kampf involviert und stiehlt in gewisser Weise den Punkt. Ich denke nicht, dass das gerechtfertigt ist."

Gegen das Überholmanöver gegen Kimi Räikkönen könne er nicht argumentieren, weil er neben der Strecke war und sich ansonsten jeder beschweren würde, wozu es denn Regeln gebe. Er hätte den Vorfall aber höchstens als eine Situation bewertet und nicht zwei verschiedene. Und wenn, dann stimmt er mit der Strafe wegen des Abdrängens von Lando Norris nicht überein.

Erste Strafe auch für Gegner fragwürdig

"Es hat uns eingebremst, und ich denke nicht, dass ich einen Vorteil hatte", ärgert sich Ricciardo. "Ich verstehe nur nicht, warum es als zwei verschiedene Vorfälle gewertet wird, das ist alles."

Mit der Meinung steht der Australier nicht alleine da. Auch sein Teamkollege Nico Hülkenberg sagt Ähnliches: "Das erste verstehe ich nicht so sehr, aber beim zweiten erkenne ich den Sinn", meint er über die Strafe. Und wer meint, dass der Deutsche als Renault-Teamkollege befangen ist: Selbst Profiteur Kimi Räikkönen ist der Meinung.

Für den "Iceman" ist das erste Manöver "ein bisschen am Limit" - aber eben nicht drüber. Beim zweiten wusste er um die Streckenbegrenzung. "Da ist Platz, aber in all den Regeln, die ich kenne, darfst du da zwar rausfahren, aber dann wird danach etwas passieren. Dafür hat er sich entschieden. Wäre da eine Mauer gestanden, wäre er nicht bei mir vorbeigekommen. So einfach ist das."

Grosjean: "Albtraum" Asphaltauslauf

Und das ist eben die Krux in der modernen Formel 1 und auf Strecken wie Le Castellet. Weil Fahrer durch asphaltierte Auslaufzonen nicht mehr auf natürliche Weise bestraft werden, müssen diese Strafen eben per Regelhüter nachträglich erfolgen, was Fans und Fahrer gleichermaßen ärgert. "Wir haben uns in eine Position gebracht, die zum Albtraum geworden ist mit diesen ganzen Strecken, wo überall Auslaufzonen sind", sagt Romain Grosjean.

Romain Grosjean

Ein Grosjean im Asphaltdschungel: Für den Haas-Piloten ein "Albtraum" Zoom

Der Franzose liebt Paul Ricard - wenn nicht überall der Asphaltauslauf wäre. "Zwei Meter Gras neben den weißen Linien und es könnte die beste Strecke der Welt werden", findet er. "Aber weil so viel Auslauf ist, scheißen die Leute darauf, ob sie mal daneben fahren. Mit Gras hätte man dieses Problem nicht - und auch keine Diskussionen mehr."

Der Meinung schließt sich Ricciardo an: "Macht Kies oder irgendetwas anders dahin und es hält uns automatisch auf. Ich denke, ich würde es auch mit Kies dort versuchen (in der Schikane; Anm. d. Red.), aber dann kommt die Strafe von selbst und nicht erst nach dem Rennen. Daher bin ich auch kein Freund von diesen großen, weitläufigen Strecken."

Ricciardo denkt im Auto an die Fans

Frankreich, und da sind sich viele Fans und Experten einig, war kein Glanzstück in der Formel-1-Geschichte und wird wohl kaum zu den späteren Klassikern gehören. Selbst Fahrer wie Lewis Hamilton und Teamchefs wie Toto Wolff entschuldigten sich fast für die Langeweile.


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Ricciardo gibt zu, dass er im Auto häufig an die Fans denkt und hofft, dass es irgendwo einen Kampf gibt, weil es bei ihm langweilig ist. "Mir ist das definitiv bewusst, und als Rennfahrer hätte ich gerne, das alles enger beisammen ist. Und als Zuschauer möchte ich auch etwas noch engeres sehen", so der Australier.

Und in welches Formel-1-Jahr würde er gerne zurückversetzt werden? "1714", lacht er. "Denn bevor es existiert hat, gab es keine Probleme."

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