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Damon Hill: Fahrer müssen wieder mehr wie Ayrton Senna sein

Ex-Fahrer und Weltmeister Damon Hill stimmt in die Kritik an der Kritik mit ein und nimmt anstatt der Medien die Fahrer in die Verantwortung

(Motorsport-Total.com) - Die derzeitige Stimmung in der Königsklasse des Motorsports scheint gerade umzuschwingen. Von der allgemeinen Kritik an der Attraktivität, der Spannung und der Umsetzung der Formel 1, sind vor allem verantwortliche Teams mittlerweile zu einer Kritik an der Kritik übergegangen. Machten die Teamchefs in der offiziellen Pressekonferenz vor dem Großbritannien-Grand-Prix zuletzt die Medien und ihre Berichterstattung für das derzeitig negative Image des Sports verantwortlich, zieht Ex-Fahrer und Weltmeister Damon Hill nun auch die Hauptdarsteller der Formel 1 in die Verantwortung.

Damon Hill

Damon Hill wünscht sich, dass die Fahrer wieder mehr das Heft in die Hand nehmen Zoom

"Die Fahrer sind zu abgestumpft, was ihren Sport angeht", findet Hill klare Worte gegenüber 'The Guardian'. "Wenn sie keine Leidenschaft mehr entwickeln können, denke ich, dass diese Message auch in der Öffentlichkeit ankommt und die dann ebenfalls weniger Interesse hat. Für die Fahrer ist es meist nur ein Job. Manchmal leiden sie unter dem Material oder Bedingungen, die sie nicht mögen und dann ertragen sie es einfach. Sie können dann nicht sie selbst sein und sich so verhalten, wie sie wollen. Das hat sich in den letzten 20 Jahren schrittweise so entwickelt."

Trotz der Bemühungen, die beispielsweise die Fahrergewerkschaft GPDA unternommen hat, um den Kontakt zu den Fans zu suchen, indem sie eine Umfrage zur Meinung der Zuschauer in Umlauf gebracht haben, sind den vermeintlichen schnellsten Piloten der Welt laut Hill aber auch größtenteils die Hände gebunden.

"Die Fahrer sind heutzutage mit Verträgen gebunden, der über 60 Seiten gehen und ihnen vorschreiben, was sie sagen und tun dürfen und was nicht", so der Weltmeister von 1996. "Das kann sich auch negativ auf den Sport auswirken. Die Leute bezahlen dafür, Fahrer in Autos zu sehen, die schwierig zu fahren und spannend anzusehen sind. Daher kommt die Bewunderung. In den 1960er- und 1970er-Jahren war das noch der Fall. Wenn dieser Umstand aber ausgeblendet wird und man offensichtlich gleichgültig darüber ist, ob man bei den Leuten ankommt oder nicht, dann entsteht diese ungünstige Konstellation."

Bernie Ecclestone, Alexander Wurz

Sind die derzeitigen Bemühungen der Fahrer genug für das Image des Sports? Zoom

Hill erinnert sich dabei an Zeiten, in denen sich Fahrer und Weltmeister, wie sein Vater Graham, noch mehr für die Interessen ihres Berufstands einsetzten. "So, wie sich der Sport entwickelt, wurde den Fahrern an Einfluss genommen. In den Tagen meines Vaters, mit John Surtees und Jackie Stewart, hatten sie noch etwas zu sagen und haben den Sport geprägt. In erster Linie geschah das aus Sicherheitsgründen - aber auch, weil sie die Autos geliebt haben. Sie sind immer stärkere und spannendere Autos gefahren und haben eine Risikostufe entwickelt, die sie bereit waren zu gehen. Und sie hatten etwas zu sagen, weil sie ihren Kopf dafür hingehalten haben."

Für den mittlerweile 54-Jährigen gibt es ein ultimatives Vorbild, an dem sich die heutigen Fahrer ein Beispiel nehmen sollten. "Der letzte Fahrer, der wirklich etwas zu sagen hatte, war Ayrton Senna", bringt Hill die passionierte Legende und den dreimaligen Weltmeister ins Spiel. "Seither haben die Topfahrer den Teams und der Organisation gefügt. Die Öffentlichkeit findet die Verbindung zu dem Sport über den Fahrer. Es ist die menschliche Seite, über die sich die Leute dem Sport nähern. Sie suchen nach einem Helden, einen Charakter. Sie sind fasziniert davon, wie sich der Einzelne in der Arena verhält."

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