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Dallara: "Froh, dass wir zurück sind"

Dallara wird der Chassis-Partner des neuen Midland-F1-Teams sein - die Italiener sind zuversichtlich und zeigen sich bodenständig

(Motorsport-Total.com) - Gian Paolo Dallara hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er wieder in die Formel 1 möchte. Das neue Midland-Formel-1-Team, welches ab 2006 antreten möchte, gibt den Italienern wieder die Chance des Einstieges in die Königsklasse. Schon vor einigen Jahren sollte dies passieren. Im Auftrag von Harvey Postlethwaite entstand ein Auto für den Werkseinstieg Hondas, doch Postlethwaite verstarb im April 1999 und damit auch das ganze Projekt.

Dallara in der Formel 3

Neben F3-, IRL- und anderen Autos wird Dallara auch wieder ein F1-Chassis bauen

Nun kann die italienische Chassis-Schmiede einen neuen Anlauf starten. Für das Midland-Team von Alexander Shnaider wird man die Autos konstruieren und bauen. "Ich bin froh, dass ich zurück in der Formel 1 bin", erklärte Firmengründer Dallara in der 'Autosprint'. "Für Dallara ist das eine Gelegenheit, zu wachsen. Das wird alle anderen Bereiche positiv beeinflussen, weil das technische Know-how besser werden wird."#w1#

Dass die Pläne von Shnaider nur eine Luftnummer sind, glaubt Dallara keineswegs. "Wir sind zurück in der Formel 1, weil es Garantien gibt, dass wir diese Herausforderung in bester Manier angehen können, ohne durch andere Verpflichtungen behindert zu werden", erklärte er. "Wir möchten nicht das machen, was BAR und Reynard machten: Bei uns ist alles auf die verfügbaren Ressourcen berechnet, es gibt keine Gefahr, dass uns die Dinge aus der Hand gleiten."

Auch wenn die bisherigen Versuche in der Formel 1 nicht von einem durchschlagenden Erfolg gekrönt waren, eine Revanche soll es nicht werden. "Unsere Konkurrenten sind gut, sie haben mehr Erfahrung und mehr Ressourcen. Unser Ziel ist es, unter den Teams, die denselben Motor verwenden, die Besten zu sein."

Für das Formel-1-Projekt entsteht auf dem Dallara-Gelände ein neues Gebäude, fünfzig neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Seit zwei Monaten läuft das Projekt bereits. "Im September 2005 werden wir mit dem endgültigen Auto auf der Strecke sein, dann folgt das normale Entwicklungsprogramm im Winter", erklärte der Italiener.

Dabei gibt es gerade in der Personaldecke noch einige Löcher, die gestopft werden müssen. Lange Zeit bemühte man sich um Gary Anderson, der bis Ende 2003 der Chefdesigner bei Jordan war, doch Anderson möchte nur eine beratende Rolle übernehmen. "Wir suchen noch einen Manager für das ganze Projekt, und es gibt bereits einige Kontakte."

Dabei hat man an die derzeitigen und künftigen Mitarbeiter durchaus sehr hohe Ansprüche. "In der neuen Struktur wird jeder Manager der Schlüsselbereiche, also Aerodynamik, Verbundwerkstoffe und Antrieb, ein Techniker mit Erfahrung in der Formel 1 sein", so Dallara. Dabei arbeitet die jetzige Belegschaft ein wenig ins Blaue hinein.

"Derzeit definieren wir das ganze Projekt mit Standardmaßen für den Motor, denn unsere Referenz war ursprünglich ein Cosworth-Triebwerk", so Dallara. "Fords Entscheidung, sich zurückzuziehen, hat das alles etwas durcheinander gebracht." Auf die Fahrerentscheidung wird Dallara hingegen keinen Einfluss haben, "das ist Sache von Midland".

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