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Cockpitschutz: FIA geht mit drei Varianten in den Testbetrieb

Nicht ästhetisch, aber ein effektiv gegen Trümmerteile: Lässt sich das Problem der Bergung lösen, könnte eines von drei Konzepten 2017 in den Renneinsatz gehen

(Motorsport-Total.com) - Die FIA wird schon im November drei Versionen eines Cockpitschutzes für Formel-1-Boliden testen. Wie der Automobil-Weltverband am Samstag am Rande des US-Grand-Prix in Austin bekanntgab, handelt es sich um unterschiedliche Konzepte, die ein Ziel verfolgen: Sie sollen den Piloten vor Kopfverletzungen durch umherfliegende Trümmerteile wie Reifen schützen. Konkret geht es um den AFP-V2-Überrollkäfig, die "Halo"-Konstruktion von Mercedes und einen mittigen Überrollkäfig.

Halo-Kopfschutz

Eine von drei Varianten: Der von Mercedes vorgeschlagene "Halo"-Kopfschutz Zoom

Nicht nur die Funktion, auch zwei Probleme einen die Konstruktionen: Sie erschweren erstens die Bergung des Piloten aus dem Cockpit. "Wir müssen aber zunächst etwas finden, das der Aufgabe gerecht wird. Dann unterhalten wir uns über die Art und Weise", erklärt FIA-Sicherheitschef Laurent Mekies. "Wir schauen eine große Bandbreite an Lösungen an und werden versuchen, bei jedem Test etwas dazuzulernen." Zweitens sind die möglichen Lebensretter optisch alles andere als ein Leckerbissen.

Während der AFP-V2-Überrollkäfig an der Nase des Autos befestigt ist und aus drei nach hinten laufenden Segmenten besteht, die Teile abhalten sollen, setzt das Mercedes-Modell direkt am Cockpit an. Von einer Strebe mittig vor dem Piloten gehalten spannt sich ein Ring um seinen Helm. Der andere Überrollkäfig erstreckt sich von der Mitte der Nasenpartie bis zur Airbox. Aus welchem Material die Konstruktionen in einer eventuellen finalen Version bestehen sollen, ist zur Zeit noch unklar.

Alexander Wurz, Vorsitzender der Fahrergewerkschaft GPDA, sagt: "Man wird Lösungen zu sehen bekommen, die nicht besonders hübsch sind. Aber erst malgeht es um die Funktion, dann arbeiten wir am Aussehen." Der Österreicher ist zuversichtlich, auch das Bergungsproblem zu lösen, weshalb er eine ursprünglich diskutierte, geschlossene Cockpitkuppel ausschließt. "Wenn es um fliegende Gegenstände geht, dann wäre es noch immer die beste Option und ich würde es auch bevorzugen."

Die FIA will keinen Schnellschuss produzieren und schließt es aus, mit einem der Designs im kommenden Jahr in den Renneinsatz zu gehen. "Wir können nichts vor 2017 machen, das ist nicht möglich", betont Mekies. Wurz unterstreicht: "Wir müssen zu 100 Prozent Gewissheit haben, dass die Lösungen sicher sind und einen Fortschritt bedeuten." Dafür sollen Highspeed-Crashkameras 2016 ihr Debüt geben. Prototypen waren schon im Freien Training in Austin an den Autos Daniil Kwjats und Fernando Alonsos installiert. "Das hilft bei Unfällen zu verstehen, was der menschliche Körper verkraften kann", lobt Wurz.

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