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Charles Leclerc: "Die nächsten vier Rennen werden sehr wichtig"

Charles Leclerc will sich in den vier Rennen bis zur Sommerpause in eine bestmögliche WM-Position bringen und hofft auf saubere Wochenenden

(Motorsport-Total.com) - Silverstone, Spielberg, Le Castellet und Budapest: Nach diesen vier Rennen wird Charles Leclerc wissen, ob er noch eine realistische Chance auf den Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft 2022 hat. Der Ferrari-Pilot hatte sich zu Saisonbeginn eine große Führung herausgefahren, ist durch einige Probleme aber auf den dritten Platz zurückgereicht worden.

Charles Leclerc (Ferrari) vor dem Formel-1-Rennen in Silverstone 2022

Charles Leclerc ist aktuell nur noch WM-Dritter Zoom

Seit Australien - also seit sieben Rennen - wartet Leclerc nun schon auf einen Grand-Prix-Sieg. In der WM hat er schon 49 Punkte Rückstand auf Weltmeister Max Verstappen. Er weiß, dass der Rückstand nicht noch weiter anwachsen darf. "Die nächsten vier Rennen bis zur Sommerpause werden sehr wichtig", sagt er. "Mit vier guten Rennen in den Urlaub zu gehen, wäre großartig."

Leclerc weiß, dass die Performance eigentlich im F1-75 steckt, wie sechs Polepositions in neun Rennen belegen. "Und wenn wir saubere Wochenenden haben, dann bin ich ziemlich sicher, dass die Resultate auch kommen werden", sagt er. Doch genau diese sauberen Wochenenden hatte er in den vergangenen Rennen nicht.

Der zweite Platz in Miami Anfang Mai war der letzte Grand Prix ohne Probleme: In Barcelona und Baku schied er jeweils in aussichtsreicher Position mit einem technischen Defekt aus, dazwischen kostete ihn eine falsche Strategie in Monaco einen Platz auf dem Podest. Und das Wochenende in Kanada war nach dem Motorenwechsel ohnehin nur Schadensbegrenzung.

Silverstone als gutes Pflaster

In Silverstone soll es für ihn an diesem Wochenende besser laufen. Die Strecke scheint ihm zumindest zu liegen: In den vergangenen drei Jahren stand er jedes Mal auf dem Podest, 2021 holte er sogar fast den Sieg - es war Leclercs einziger Podestplatz des gesamten Jahres.


F1: Grand Prix von Großbritannien (Silverstone) 2022

"Ja, ich liebe die Strecke. Ich liebe schnelle Kurven, von daher freue ich mich auf das Wochenende", sagt er. "In diesem Jahr haben wir ein konkurrenzfähigeres Auto als bei den vergangenen Rennen, von daher hoffe ich, dass wir endlich ein sauberes Wochenende haben und einen Sieg holen können."

Langfristig könnte Ferrari nach den technischen Defekten aber noch Probleme bekommen. Zwar hat Leclerc in Kanada schon eine Strafe abgesessen, dennoch ist nicht unwahrscheinlich, dass er in dieser Saison weitere Strafen nehmen muss. WM-Rivale Max Verstappen ist hingegen bei noch keinem Motorenelement am erlaubten Limit angekommen (zur Motorenübersicht).

Leclerc glaubt noch an den Titel

"Wir sind natürlich nicht in der besten Situation", gibt Leclerc zu. "Wir pushen immer bis an die Grenze, und das müssen wir auch tun, wenn wir die WM gewinnen wollen. Ich bin ziemlich sicher, dass das Team 100 Prozent gibt. Ich gebe auch 100 Prozent, und alle sind extrem motiviert, saubere Rennen zu haben, in einen Rhythmus zu kommen und die Punkte zurückzuholen, die wir verloren haben."


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Der Monegasse vertraut dem Team, dass es die Probleme mit der Zuverlässigkeit schnell in den Griff bekommen kann. "In der Zwischenzeit müssen wir uns auf den Job an der Strecke fokussieren, und ich bin zuversichtlich, dass wir das Auto und die Leute haben, um Rennen und die Meisterschaft zu gewinnen. Und das ist letzten Endes das Ziel", sagt er.

Zwar sei es in den vergangenen vier oder fünf Rennen schwieriger geworden, "aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist", betont der Ferrari-Pilot. "Ich glaube noch genauso fest daran wie vor fünf Rennen."