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Carlos Sainz: Probleme ähnlich wie zu Beginn bei McLaren

Ferrari hofft, dass Carlos Sainz das Thema Unfälle in Melbourne und Imola für die ganze Saison erledigt hat - Mattia Binotto: "Dieser Junge ist ein starker Fahrer"

(Motorsport-Total.com) - Für Carlos Sainz hat die Formel-1-Saison 2022 nicht nach Wunsch begonnen. Obwohl er mit dem Ferrari F1-75 eins der beiden Autos hat, die derzeit aus eigener Kraft siegfähig sind, liegt er in der WM nur an fünfter Position, 48 Punkte hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc. Und der Druck steigt, insbesondere nach dem erneuten Ausfall beim Ferrari-Heimspiel in Imola.

Carlos Sainz' nach Kollision mit Daniel Ricciardo beim Grand Prix der Emilia-Romagna in Imola 2022

Für Carlos Sainz setzte es in Imola den nächsten Rückschlag in der WM 2022 Zoom

Dabei gibt's keine Vorwürfe aus den eigenen Reihen: "Er hatte einfach Pech", sagt Teamchef Mattia Binotto nach der Kollision mit McLaren-Pilot Daniel Ricciardo am Sonntag. "Sowas passiert. Und ich verweise auf die Statistik: Er hatte jetzt zweimal hintereinander einen Fehler beziehungsweise Pech. Dann wird's in Zukunft nicht mehr passieren."

"Ich finde, wir müssen jetzt einfach Druck aus der Situation nehmen, ein Lächeln aufsetzen und den Kopf aufrichten", macht Binotto Sainz Mut. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Junge ein starker Fahrer ist und weiß, was er tut. Er wird das gut machen. Ich bin nicht im Geringsten besorgt. In einer so langen Saison passiert sowas halt mal. Mehr ist da nicht."

Von den Medien war vor Imola daran gezweifelt worden, ob Ferrari Sainz' Vertrag nach dem mäßig erfolgreichen Saisonauftakt wie geplant verlängern würde. Tatsächlich wurde dem Spanier dann gleich bis Ende 2024 das Vertrauen ausgesprochen. Damit ist er genauso lang an die Scuderia gebunden wie Leclerc.

Sainz selbst geht mit der Situation gelassen um: "Australien war ein Fehler", gibt er zu. Aber in Imola "hätte ich nichts anders machen können, und ich hätte Daniel auch nicht mehr Platz lassen können. Das waren zwei völlig unterschiedliche Zwischenfälle mit dem gleichen Ergebnis."

Sainz: Rennrunden fehlen als Erfahrungsschatz

"Leider bin ich so wieder keine der gut 60 Rennrunden gefahren, dabei wären die im Moment so nützlich für mich. Das Ergebnis selbst tut gar nicht so weh. Aber in den letzten zwei Rennen bin ich praktisch nicht gefahren. Die Streckenzeit fehlt mir, und das ist nicht wünschenswert", räumt er ein.

Aber daran, dass er jetzt als Nummer 2 bei Ferrari einbetoniert ist und sich von den jüngsten Ergebnissen nicht mehr erholen kann, glaubt Sainz nicht: "In einer langen Saison gibt's immer ein Rennen, in dem du einen Fehler machst. Und es gibt auch immer ein Rennen, in dem du abgeschossen wirst."

"Mein Pech ist jetzt einfach, dass das direkt zweimal hintereinander passiert ist. Darum tut es ein bisschen mehr weh als sonst. Aber hoffentlich kriegen wir jetzt schön die Kurve und können uns auf den Rest des Jahres konzentrieren", sagt der 27-Jährige.


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Auf Ricciardo ist er übrigens nicht böse: "Es ehrt Daniel als Sportsmann, dass er gleich nach dem Rennen in die Ferrari-Box gekommen ist und sich bei mir entschuldigt hat. Die ganzen Mechaniker haben das mitbekommen und haben sich bei ihm für die Geste bedankt. Leider hat's halt mich getroffen, und das unmittelbar nach dem Crash in Melbourne. Ist jetzt halt so."

Erinnerungen an 2019 und 2020 werden wach

Die Situation, dass es gerade am Saisonbeginn nicht nach Wunsch läuft, ist für Sainz übrigens nicht ganz neu. 2019 bei McLaren dauerte es bis zum vierten Rennen, ehe er erstmals Punkte anschrieb. Da hatte Lando Norris schon acht Zähler auf dem Konto. Und 2020 wurde er zwar im ersten Rennen Fünfter, war danach aber in vier Rennen nie besser als Neunter.

"Das kann man schon vergleichen. Ist ähnlich wie die zwei McLaren-Jahre", sagt er. "Aber die drei Viertel nach dem schlechten ersten Viertel waren dann immer sehr stark. Es gehört zum Leben und zum Sport dazu, dass es mal besser läuft und mal schlechter. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das drehen kann."

"Das waren jetzt zwei Wochenenden, in Australien und Imola, in denen der Speed da war und ich mich im Auto wohlfühlte. Ich glaube, dass ich einen Schritt gemacht habe. Jetzt habe ich halt Pech gehabt, aber die guten Zeiten werden schon noch kommen. Es ist immer so in diesem Sport. Ich muss nur geduldig bleiben und darf jetzt nicht verzagen", weiß Sainz.

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