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Carlos Sainz für Halo: Lieber Ästhetik opfern als Fahrer

Die Erfahrungen beim schweren Unfall in Sotschi haben Carlos Sainz gezeigt, dass ein Kopfschutz für die Formel 1 wichtig ist - Ästhetik ist nicht der elementare Aspekt

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von Russland wurde im vergangenen Oktober von einem schweren Unfall überschattet. Carlos Sainz krachte im dritten Freien Training frontal in die Streckenbegrenzung und wurde dabei unter der TecPro-Barriere begraben. Es folgten bange Minuten, denn für rund eine Viertelstunde war nichts über seinen Gesundheitszustand bekannt. Schließlich wurde er auf einer Trage abtransportiert. Der Spanier hatte Glück, denn am nächsten Tag konnte er tatsächlich das Rennen bestreiten.

Carlos Sainz

Wenn ein Kopfschutz Leben retten kann, dann ist Carlos Sainz dafür Zoom

Vor einigen Jahren wäre so ein Unfall eventuell nicht so glimpflich ausgegangen. "Als ich auf die Mauer zuraste, gab es diese zwei Sekunden, wo man denkt, dass einem sicher alles zustoßen kann", erinnert sich Sainz bei 'F1Zone.net' zurück. "Nach dem Aufprall wusste ich, dass mir nichts passiert ist und ich mir keine Sorgen machen muss. Aber wenn etwas bei diesem Tempo meinen Kopf getroffen hätte, dann wäre ich in großen Problemen gewesen." Sainz war nur noch Passagier und konnte nichts machen.

Der neue Halo-Kopfschutz, der 2017 eingeführt werden soll, erntet Zustimmung und Kritik. Gegner sind der Meinung, dass so ein System nicht dem Wesen von Formelautos entspricht. Vor allem mit dem Hintergrund, dass die Autos schneller werden sollen, muss auch die Sicherheit weiterentwickelt werden. "Die Leute sollen sich keine Sorgen machen", meint Sainz. "Man spricht jetzt darüber, dass die Autos wieder schneller werden und man sagt, dass wir Fahrer Helden sind und niemand sonst diese Autos fahren kann."


Fotostrecke: Horror-Crash von Carlos Sainz

"Vielleicht gibt es dann wieder das Heldentum wie vor ein paar Jahren, als die Autos schneller waren. Wenn man die Autos gefährlicher macht und es heldenhafter wird, dann ist es nicht nur positiv, denn es wird mit unserem Leben gespielt", hält Sainz fest und betont: "Die Formel 1 sollte die Autos schneller machen, gleichzeitig aber auch sicherer. Das wäre der richtige Kompromiss." Deswegen ist der Toro-Rosso-Pilot prinzipiell für die Einführung eines besseren Kopfschutzes, auch wenn es nicht zwingend Halo sein muss.

Dass sich manche an der Ästhetik stören, kann Sainz nicht ganz nachvollziehen: "Ich würde das gute Aussehen der Formel-1- Autos opfern, wenn dafür Jules (Bianchi; Anm. d. Red.) noch immer unter uns wäre. Ich möchte für meinen Kopf die maximal mögliche Sicherheit haben. Man muss natürlich die wichtigen Aspekte des Sports und die gut aussehenden Formel-1-Autos respektieren. Gleichzeitig darf man aber nicht vergessen, dass wir Fahrer ein Leben haben, das damit gerettet werden kann."

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