powered by Motorsport.com

Button glaubt nicht an Psychospielchen von Hamilton

Jenson Button glaubt nicht, dass sein Ex-Teamkollege Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg nun tief in die Trickkiste greifen wird, sondern auf seinen Speed vertraut

(Motorsport-Total.com) - Jenson Button weiß ganz genau, wie Lewis Hamilton tickt. Von 2010 bis 2012 war der Brite bei McLaren drei Jahre lang der Teamkollege des heutigen Mercedes-Piloten. Der Weltmeister von 2009 glaubt nicht, dass Hamilton nach dem Vorfall um Nico Rosberg im Qualifying von Monaco nun in die Trickkiste greifen und Psychospielchen mit dem Deutschen treiben wird.

Jenson Button

Jenson Button war bei McLaren drei Jahre lang Teamkollege von Lewis Hamilton Zoom

"Ich denke, es ist unfair, etwas dazu zu sagen", sagt Button und erklärt: "Lewis ist ein ehrlicher Fahrer. Er ist schnell, er ist Weltmeister und er ist ein sehr ehrlicher Mensch. Ich denke nicht, dass er Psychospielchen spielen würde. Seine Stärke ist seine Geschwindigkeit. Das werden wir in diesem Jahr noch oft sehen. Man muss mit ihm rechnen."

Die Situation, in der Rosberg seinen Silberpfeil in der Mirabeau parkte, will er nicht beurteilen: "Es ist eine schwierige Situation. Ich habe keine Ahnung, was ich in dieser Situation tun würde." Er erklärt: "Ich würde mir gerne mehr Material ansehen. Es sieht interessant aus, aber ich möchte nichts dazu sagen."

Button erinnert sich an 2009

"Es ist immer schwierig, weil es dort bergab geht und sehr wellig ist. Das Auto bewegt sich beim Anbremsen stark, und im vergangenen Jahr bin ich dort im Regen auch geradeaus gefahren. Man kann dort Fehler machen. Wir haben in verschiedenen Serien gesehen, dass Fahrer dort abfliegen." Durch den Vorfall hatte sich Rosberg die Pole-Position im Fürstentum gesichert.

Rubens Barrichello, Jenson Button

2009 holten Jenson Button und Rubens Barrichello den WM-Titel für Brawn Zoom

Die Situation, mit einem Teamkollegen um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, ist Button ebenfalls nicht unbekannt. Als der Brite 2009 für Brawn an den Start ging, war Rubens Barrichello lange Zeit sein härtester Rivale um den Titel. Button erinnert sich: "Mit Rubens war die Atmosphäre meistens ziemlich gut."

"Es gab nur einen haarigen Moment in Barcelona, als ich meine Strategie änderte. Aber das darf ich machen", merkt der ehemalige Champion mit einem Lachen an. Damals war der Brawn BGP 001 zu Saisonbeginn das klar dominierende Auto. Button gewann sechs der ersten sieben Rennen, darunter auch den besagten Grand Prix von Spanien. Barrichello gewann den Start gegen seinen Teamkollegen, der anschließend dank einer Zweistoppstrategie allerdings wieder an dem Brasilianer vorbeiziehen konnte.

"Abgesehen davon war unsere Beziehung ziemlich gut", erinnert sich Button und ergänzt: "Ich denke, dass der Unterschied bei uns bei Brawn damals war, dass es andere Teams gab, die konkurrenzfähig waren und uns einholten. Wir wussten, dass wir nicht alle Rennen gewinnen würden. Bei Mercedes ist das etwas anders, denn sie sind noch immer einen guten Schritt vorne."

Vorteil Hamilton?

2009 konnte Red Bull die Lücke zu Brawn relativ schnell schließen, Sebastian Vettel gewann damals gleich das dritte Rennen in China. Ein Trend, der sich momentan noch nicht abzeichnet. Auch der Absturz, den Brawn damals gegen Mitte der Saison erlebte, steht bei Mercedes nicht zu befürchten, denn während Brawn damals kaum über finanzielle Mittel verfügte, können die Silberpfeile ihr Auto kontinuierlich weiterentwickeln.


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Monaco, Samstag


"Selbst auf einem Kurs, der nicht wirklich viel Power verlangt, sind sie noch immer eine halbe Sekunde schneller", merkt Button im Hinblick auf den aktuellen Grand Prix in Monaco an und fügt hinzu: "Du fährst also nur gegen deinen Teamkollegen und alles, was du tust, sieht dein Teamkollege."

"Wir wussten, dass wir nicht alle Rennen gewinnen würden. Bei Mercedes ist das etwas anders." Jenson Button

"Er sieht auch alle noch so kleinen Daten, egal ob es ums Bremsen, die Kurven oder das Blockieren der Reifen geht. Es ist also immer hart. Es ist ein Auf und Ab für zwei Jungs, die um die Weltmeisterschaft kämpfen und in einem Team sind. Es ist emotional sehr schwierig. Dann findet man wirklich heraus, aus welchem Holz man geschnitzt ist."

Das könnte sich für Hamilton als psychologischer Vorteil herausstellen, denn der Brite kämpfte bereits 2007 gegen seinen damaligen Teamkollegen Fernando Alonso um den Titel. Für Rosberg ist die Situation dagegen komplett neu. 2007 galt übrigens das alte Sprichwort "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte", denn damals schnappte Kimi Räikkönen den beiden McLaren-Piloten den Titel im letzten Saisonrennen noch vor der Nase weg.