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  • 30.03.2009 15:28

Brembo: Mehr Bremslast auf der Vorderachse

Im Zuge der umfangreichen Regeländerungen mussten sich auch die Bremstechniker umstellen - Neue Bremskraftverteilung für die Formel 1

(Motorsport-Total.com) - Die Rennwagen der Generation 2009 haben mit ihren Vorgängern herzlich wenig gemein. Dies liegt nicht zuletzt an den umfangreichen Neuerungen, welche die Regeländerungen im Nachklapp der vergangenen Saison mit sich brachten. Während sich Fans und Fahrer vor allem an den neuen Look der Wagen gewöhnen mussten, sahen sich die Techniker der Teams großen Herausforderungen gegenüber. Auch die Bremsspezialisten von Brembo mussten sich mit den Neuerungen auseinander setzen.

Bremsen am Ferrari F2008

KERS stellt die Techniker von Brembo 2009 vor eine große Herausforderung Zoom

Brembo zählt in der Formel 1 schon seit geraumer Zeit zu den wichtigsten Ausrüstern im Bremsenbereich. Mit dem BMW Sauber F1 Team, Brawn, Ferrari, Force India, Red Bull, Toro Rosso und Toyota nutzen gleich sieben der zehn in der Formel 1 engagierten Teams die Bremstechnik der Italiener, die in der Winterpause einmal speziell auf die Anforderungen der neuen Saison zugeschnitten worden sind. Aufgrund des neuen Designs der Rennwagen zählen leichtere Bremssättel und die Verlagerung der Bremsverteilung hin zur Vorderachse zu den wichtigsten Neuerungen 2009.#w1#

Neue Regeln machen neue Bremssysteme erforderlich

Bereits 2008 ist Brembo dazu übergegangen, kundenorientierte Bremssysteme für die unterschiedlichen Rennwagen der Formel-1-Teams herzustellen. Jeder Rennstall hatte spezielle Anforderungen an den Bremsenhersteller gerichtet, wonach sich diese technische Einheit möglichst eng an das Design des Chassis anschließen und während der Saison sämtliche Entwicklungsschritte mitgehen sollte.

Monza, Autodromo di Monza

Die richtige Einstellung der Bremsen kann über Sieg und Niederlage entscheiden Zoom

Die technischen Regularien sehen vor, dass die Bremsen an Vorderachse und Hinterachse einen getrennten Hydraulikkreislauf aufweisen müssen. Der Bremsdruck auf den beiden Achsen kann ausschließlich vom Fahrer und unmittelbar aus dem Cockpit eingestellt werden. Einige Rennställe haben daher gemeinsam mit Brembo ein System entwickelt, welches die Bremsverteilung auf Front und Heck während dem Bremsvorgang verändern kann, um so die Bewegungen des Fahrzeugs bestmöglich zu imitieren.

Auf diese Weise ist es Brembo in der vergangenen Saison gelungen, auf Bremsen fordernden Strecken wie Bahrain oder Montréal jeweils die Sieger zu stellen - Ferrari und das BMW Sauber F1 Team landeten auf diesen Kursen sogar jeweils einen Doppelerfolg. Die Bremssysteme des Jahres 2008 waren allerdings nur bedingt für die neuen Anforderungen der Saison 2009 übertragbar, weshalb sich die Techniker bei Brembo im Rahmen der Wintertests einmal mehr in die Entwicklungsarbeit stürzten.

Diese beruhte hauptsächlich auf zwei Faktoren: zum einen auf der Reduzierung des aerodynamischen Abtriebs aufgrund der geringeren Flügelfläche und zum anderen auf der Zunahme des mechanischen Grips, den die Fahrzeuge durch die Rückkehr der Slicks erhalten. Dadurch werden die Formel-1-Autos der Generation 2009 in schnellen Kurven langsamer und in langsamen Kurven schneller - was nicht zuletzt der Show auf der Rennstrecke zugute kommen soll. Eine weitere Neuerung hielt die Ingenieure und Techniker ebenfalls sehr auf Trab.

Bremsverteilung verschiebt sich zur Vorderachse

KERS stellte sowohl die Teams als auch die Bremsentechniker von Brembo vor eine vollkommen neue Herausforderung, war doch zunächst nicht absehbar, welche Auswirkungen dieses System auf die Bremsen haben würde. Brembo hat mit den Teams über Monate hinweg sehr eng zusammengearbeitet, um die Designlösung zu finden, die während des Bremsvorgangs am besten mit den Charakteristiken des jeweiligen Fahrzeugs harmonierte.

Monte Carlo, Circuit de Monaco

Brembo stattet insgesamt sieben Teams mit Bremsanlagen aus - auch Ferrari Zoom

Die Techniker von Brembo gehen fest davon aus, dass sich die Bremslast auf der Vorderachse im Zuge der neuen Regeln etwas verschieben und nun etwa 60 bis 65 Prozent ausmachen wird, wohingegen 2008 noch ein Wert von 55 bis 60 Prozent erreicht wurde. Piloten, die Kurven eher in einer geraden Linie anbremsen, werden ihre Bremskraft eher zur Vorderachse hin verlagern. Wer während dem Einlenken in die Kurve noch auf der Bremse steht, wird die Bremslast auf der Vorderachse dagegen eher reduzieren.

Aufgrund den diversen Regeländerungen und der Einführung von KERS hat Brembo errechnet, dass die hinteren Bremssättel deutlich verkleinert werden können, um das Gewicht dieser Elemente zu reduzieren. Weil durch KERS die Bremskraft an der Hinterachse variieren kann, hat Brembo ein viel fahrbareres System entworfen. Die entsprechenden Teile wurden dahingehend optimiert, sensibler auf Drehmomentänderungen zu reagieren und unterschiedlichen Temperaturen zu widerstehen.

Nichtsdestotrotz werden die Entwicklungsräder bei Brembo auch während der Saison 2009 nicht stillstehen. Weil die Bremsen an der Hinterachse zudem weitaus weniger stark beansprucht werden, müssen die Beläge mit noch größerer Sorgfalt überwacht werden, um ein "Verglasen" zu verhindern. Dabei handelt es sich um einen chemischen Prozess, der für gewöhnlich dann auftritt, wenn die Bremsen nicht so sehr strapaziert werden.

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