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  • 22.07.2012 · 00:12

Boullier: "Sehe an Kimi keine Nachteile"

Obwohl seine beiden Lotus-Fahrer völlig verschiedene Typen sind, ist Eric Boullier sowohl mit Kimi Räikkönen als auch mit Romain Grosjean zufrieden

(Motorsport-Total.com) - Lotus-Teamchef Eric Boullier ist davon überzeugt, eine der besten Fahrerpaarungen der Formel 1 zu haben, auf einem Niveau mit jener von Red Bull. Und wie Vettel/Webber seien auch Kimi Räikkönen und Romain Grosjean ähnlich stark: "Auf dem Papier bringt Kimi mehr Punkte und Zielankünfte, daher könnte er derjenige sein, der als Erster gewinnt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass letztendlich beide dazu in der Lage sind", erklärt er in einem Interview mit 'formula1.com'.

Kimi Räikkönen, Romain Grosjean

Kimi Räikkönen und Romain Grosjean leisten laut Eric Boullier gute Arbeit Zoom

"Ich finde, wir haben eine der besten Fahrerpaarungen", sagt Boullier. "Sie sind schnell und ergänzen sich. Vom Charakter her sind sie sehr verschieden. Es geht nicht darum, ob sie sich mögen oder hassen, aber sie müssen sich respektieren - und das tun sie." Obwohl Räikkönen eine eher gleichgültige Einstellung an den Tag legt, zum Beispiel in technischen Meetings, wohingegen Grosjean versucht, möglichst fleißig zu arbeiten und beim Team Sympathiepunkte zu sammeln.

Aber die nackten Zahlen sprechen für den "Iceman": Nach Punkten führt er 83:61, im weniger wichtigen Qualifying-Stallduell liegt er nur mit 4:6 im Rückstand. Warum Räikkönen im Rennen und Grosjean im Qualifying schneller zu sein scheint, ist laut Boullier "manchmal nur Zufall", könnte aber auch mit Grosjeans aggressivem Fahrstil zu tun haben. "Wenn wir Kimis Renn- und Romains Qualifying-Tempo kombinieren können, sollten wir gut in Form sein", meint der Teamchef.


Fotos: Lotus, Großer Preis von Deutschland, Samstag


Das Projekt Räikkönen-Comeback bewertet er als Erfolg: "Ich sehe an Kimi keine Nachteile, um ehrlich zu sein. Er hat seinen alten Speed sehr schnell wiedergefunden", betont Boullier. "Ich glaube, er tat sich mit der Stärke und Ellbogentaktik der anderen ein bisschen schwer, und mit dem Formel-1-Format an den Wochenenden. Aber das ist alles Geschichte. Jetzt ist er wieder da - und mich würde es nicht wundern, sollte er schon morgen gewinnen."

Mit seinem Landsmann Grosjean ist der Franzose aber bei aller Kritik an dessen ungestümer Fahrweise ebenfalls zufrieden, denn: "Auch wenn er vor zwei Jahren sieben Rennen gefahren ist, hatte er nie eine Chance, richtig aufzublühen. Für mich ist er noch in seinem ersten Jahr. Er macht Fehler, natürlich, aber er ist ja noch jung. Das Gute ist, dass er einen Fehler nie zweimal macht. Er lernt, hört zu und wird mit jedem Rennen stärker."