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  • 16.07.2022 · 19:05

  • von Jonathan Noble, Übersetzung: Heiko Stritzke

Alonso warnt Alpine: Nicht zu lang mit 2023er-Auto warten!

Fernando Alonso hofft, dass Alpine frühzeitig den Fokus auf das 2023er-Auto legt - Ganz so einfach ist die Lage wegen der steilen Lernkurve aber nicht

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso drängt Alpine dazu, den Moment nicht zu lange hinauszuzögern, alle Ressourcen auf das Auto für die Formel-1-Saison 2023 zu verlagern. Zwar hat das Team aus Enstone beeindruckende Fortschritte erzielt und kämpft mit McLaren um Platz vier in der Konstrukteurswertung. Doch der 40-Jährige erinnert an die langfristigen Ambitionen.

Fernando Alonso drängt zu einer raschen Entwicklung eines Siegfahrzeugs für 2023

Fernando Alonso drängt zur raschen Entwicklung eines Siegfahrzeugs für 2023 Zoom

Der zweimalige Weltmeister ist der Ansicht, dass es ein Fehler wäre, zu viele Ressourcen in den derzeitigen A522 zu stecken. Die Teams stehen bei nahender Saisonhälfte vor der Entscheidung, ob sie ihre Ressourcen in ihre derzeitigen Autos stecken oder sich auf das nächstjährige Fahrzeug konzentrieren wollen.

Die raschen Fortschritte von Mercedes zeigen, dass Alpine keine Chancen auslassen darf, wenn man in der nahen Zukunft erstmals seit der V8-Ära um Siege fahren möchte.

"Das wird sicher nicht leicht für uns", sagt Alonso. "Sie [Mercedes] sind ein großes Team und uns war klar, dass sie früher oder später zurückschlagen würden. Bei uns geht es um ein mittel- bis langfristiges Projekt, wenn wir uns so stark verbessern wollen wie sie."

"Deshalb glaube ich, dass es für uns darum gehen wird, schnellstmöglich auf das nächstjährige Fahrzeug umzusteigen, um dort keine Kompromisse eingehen zu müssen. Die großen Teams können mit dem neuen Auto anfangen und parallel das Aktuelle weiter verbessern. Für andere Teams ist das eine größere Herausforderung."

Szafnauer: Entwickeln, bis das Geld alle ist

Alonso ist der Ansicht, dass Alpine mit dem diesjährigen Auto einen guten Job gemacht habe. Man könne sich voll und ganz darauf konzentrieren, die noch etwas schwache Kurvenperformance zu verbessern: "In einigen Kurven liegen wir ein wenig zurück. Langsame Kurven sind momentan nicht unsere Stärke."


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"Wir haben das in Baku gesehen, wo es viele langsame Kurven gibt. Dort waren andere Autos stärker. AlphaTauri hat den fünften Platz geholt und Aston Martin war ebenfalls sehr stark. Auf manchen Strecken können diese Teams also richtig aufblühen. Bei uns gibt es sicher auch in anderen Bereichen noch etwas zu finden."

Alpine hat angesichts der Budgetobergrenze während der Formel-1-Saison 2022 ein aggressives Entwicklungsprogramm verfolgt. Teamchef Otmar Szafnauer zufolge wird das Team auch weiterhin Updates bringen, bis die Grenze ausgeschöpft ist.

Auf die Frage, wie sich dieses Update-Programm auf der Strecke niederschlägt, antwortet er: "Das macht Mut. Wir haben schon zu Beginn des Jahres gesagt, dass es dieses Jahr genau darum gehen wird. Die Lernkurve ist sehr steil. Das muss man sich zunutze machen und weiter Performance aus dem Fahrzeug holen. Wir werden so lange damit weitermachen, bis uns das Geld ausgeht."