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Alonso: Hamilton-Rekorde waren nur mit bestem Auto möglich

Dass Lewis Hamilton 2022 zu kämpfen hat, zeigt laut Fernando Alonso, dass in der Formel 1 vor allem das Auto zählt - Bei Mercedes setzt er trotzdem auf den Briten

(Motorsport-Total.com) - Für den erfolgsverwöhnten Lewis Hamilton war es ein schwieriger Start in die Formel-1-Saison 2022. Probleme mit dem neuen W13 warfen den siebenfachen Weltmeister in der Hackordnung zurück. Sein neuer Teamkollege George Russell konnte im Gegensatz zu ihm alle Rennen in den Top 5 beenden.

George Russell, Lewis Hamilton

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In der WM liegt Hamilton schon jetzt 64 Punkte hinter Red-Bull-Rivale Max Verstappen, mit dem er im Vorjahr noch um den Titel kämpfte. "Das ist die Natur des Sports", weiß Fernando Alonso, der sich in einer ähnlichen Situation wie Hamilton sieht - im Mittelfeld, zurückgehalten durch ein nicht konkurrenzfähiges Auto.

"Manchmal hat man ein besseres Auto, manchmal nicht so ein gutes Auto und man muss trotzdem kämpfen und Fortschritte machen. Dieses Jahr sehen wir, dass der Fahrer in der Formel 1 sehr wichtig, aber nicht entscheidend ist", sagt der Spanier der 'BBC'.

Fernando Alonso: "Die Formel 1 ist kein fairer Sport"

"Lewis fährt so gut, wie er es in den vergangenen acht Jahren getan hat. Er dominierte den Sport, brach alle Rekorde und holte über 100 Polepositions. Und jetzt fährt er eine Megarunde - so oder so ähnlich hat er es in Australien selbst gesagt - und liegt eine Sekunde zurück. Also, ja - willkommen in meiner Welt!"

Die Formel 1 sei eben kein fairer Sport, wenn es um die reinen Zahlen geht. "Wir haben manchmal magische Runden hingelegt und standen trotzdem nur auf Platz 15. Wie soll man das den Leuten erklären? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit."


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"Es ist vor allem ein Mannschaftssport", betont Alonso, "und das vergessen wir oft, vor allem, wenn wir Erfolg haben. Wir freuen uns so sehr darüber, dass, selbst wenn wir versuchen, das Team daran teilhaben zu lassen, alle Schlagzeilen dem Fahrer gehören."

"Das ist mir passiert, als ich die beiden Meisterschaften (2005 und 2006 mit Renault; Anm. d. R.) gewonnen habe. Ich habe Michael Schumacher geschlagen", erinnert er sich. Das sei damals ein großes Thema gewesen. Doch Alonso hebt hervor, dass er in Sachen Zuverlässigkeit und Leistung des Autos im Vorteil war.

Es kommt auf "das beste Paket, das beste Auto" an

"Man kann dieses Paket nicht genug loben, aber die Schlagzeilen werden sich immer noch um den Fahrer drehen. Und mit Lewis ist es das Gleiche", weiß der 40-Jährige. Mehr als 100 Poles zu erreichen, sei "etwas Unvorstellbares". Aber man müsse eben auch das beste Auto und das beste Paket "für viele, viele Jahre" haben.

Damit wolle er Hamiltons Leistungen gar nicht in Abrede stellen. "Er verdient alles, was er in der Vergangenheit erreicht hat", sagt Alonso, "aber dieses Jahr ist eine gute Erinnerung daran, dass bei all diesen Rekorden und Zahlen ein großer Teil davon abhängt, welches (technische) Paket einem zur Verfügung steht."


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Auch wenn teamintern Russell momentan vorne liegt, glaubt Alonso, dass Hamilton das Kräfteverhältnis im Saisonverlauf wieder gerade rücken wird. Von Russells starkem Einstand bei Mercedes zeigt er sich aber nicht wirklich überrascht.

"George war in den vergangenen Jahren sehr schnell, und ich denke, jeder hat erwartet, dass er ein harter Konkurrent für Lewis sein würde", gibt er zu. "Aber ich glaube immer noch, dass Lewis am Ende die Meisterschaft für sich entscheiden wird."

Zwar sprechen die Zahlen aktuell für Russell, doch das sei nur eine Momentaufnahme, meint Alonso. "Wir sind bisher nur sechs Rennen gefahren. Sobald die Dinge kniffliger werden oder sich schwierige Situationen ergeben, hat Lewis mehr Erfahrung und vielleicht mehr Talent, um davon zu profitieren", glaubt er.