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Aldo Costa: Warum er kürzer treten möchte

Mit Chefingenieur Aldo Costa zieht sich der Mann hinter den Silberpfeil-Boliden zurück: Was den Ausschlag gab und wie er seine Beraterrolle in Zukunft versteht

(Motorsport-Total.com) - Unmittelbar nach der Niederlage gegen Ferrari beim Heimrennen in Silverstone platzte bei Mercedes die Bombe: Mit Chefingenieur Aldo Costa zieht sich der Mann hinter den Weltmeisterautos mit Saisonende zurück und wird nur noch als technischer Berater zur Verfügung stehen. Doch warum entschied sich der Italiener, der davor Technikchef von Ferrari war und seit sieben Jahren in Brackley arbeitet, zu diesem Schritt?

Aldo Costa

Der langjährige Mercedes-Chefingenieur Aldo Costa gibt seinen Posten auf Zoom

"Ich wollte einfach mehr Zeit für mich und meine Familie haben und öfter in Italien sein", sagt der 57-Jährige aus Parma. "Nach 31 Jahren Formel 1 ist es für mich der beste Kompromiss, weiterhin mit vollem Engagement dabei zu sein, aber mehr Gleichgewicht in mein Leben zu bringen."

Doch wie wird seine Rolle in Zukunft aussehen? "Ich werde mich um die Entwicklung der Firma und des Teams kümmern, Mitarbeiter fördern und ihnen als Mentor zur Verfügung stehen", antwortet Costa. "Ich berichte an James (Allison, Technikchef - Anm. d. Red.) und werde mich auch um die Abläufe im Team kümmern, werde aber weniger Zeit dafür aufbringen als in der Vergangenheit."

Eine Rolle, die man mit der von Ex-Ferrari-Designer Rory Byrne vergleichen kann, der bei Ferrari immer wieder neue Denkanstöße gibt? "Aus formaler Sicht ist es vielleicht vergleichbar", meint Costa, der den Südafrikaner aus seiner Ferrari-Ära gut kennt. "Rory und ich haben aber unterschiedliche Erfahrungen gemacht, haben unterschiedliche Einflussbereiche - da unterscheiden wir uns also."

Während bei Mercedes John Owen die Ingenieursleitung übernimmt, hat Costa in Zukunft mehr Zeit, seinem Hobby nachzugehen. Er trat vergangenes Jahr gemeinsam mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei der legendären Oldtimer-Rallye Mille Miglia an. Aber auch vor Einsätzen in Formel-1-Boliden zeigt er keine Scheu: Dieses Jahr saß er bei einer Minardi-Veranstaltung in Imola sogar im Mercedes W04 aus dem Jahr 2013.

"Ich bin Teil des Mercedes-Senioren-Fahrerprogramms", scherzt er. "Das ist wichtig, denn das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung steigt kontinuierlich an." Tatsächlich sieht er Gelegenheiten, in Zukunft öfter selbst hinters Steuer von Rennwagen zu klettern: "Mercedes hat mir einen großen Gefallen getan, und Paolo Barilla - ein guter Freund von mir -, gab mir ebenfalls die Gelegenheit, ein paar seiner Autos zu testen. Das genieße ich sehr."

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