Wittmann nach Sachsenring-Debüt ohne Test frustriert: "Nicht mein Anspruch"

Warum Marco Wittmann am Sachsenring einem Erfahrungsrückstand nachlief, außerhalb der Top 20 startete und nun seinen Unmut über das Wochenende äußert

(Motorsport-Total.com) - Der BMW M4 GT3 war auf dem Sachsenring ohnehin nicht besonders konkurrenzfähig, aber für den zweimaligen DTM-Champion Marco Wittmann lief es mit den Startpositionen 22 und 24 und den Plätzen 18 und zwölf in den Rennen besonders enttäuschend. Jetzt äußert er seinen Unmut.

Titel-Bild zur News: Marco Wittmann

Marco Wittmann kann aktuell nicht zeigen, was in ihm steckt Zoom

Die Verbesserungen in den Rennen und die vier Punkte am Sonntag seien zwar "unter den Voraussetzungen an diesem Wochenende gut, aber generell nicht mein Anspruch", stellt der 18-malige DTM-Sieger klar, der 2021 noch um den Titel kämpfte.

Aber wie kam es überhaupt dazu, dass Project-1-Pilot Wittmann auch mit Sheldon van der Linde und Rene Rast von BMW-Team Schubert nicht mithalten konnte?

Wittmann reiste ohne Erfahrung zum Sachsenring

"Da wir im Vorfeld nicht auf dem Sachsenring testen konnten, hatten wir von Beginn an einen Erfahrungsrückstand, zumal auch ich selbst noch nie auf dem Sachsenring Rennen gefahren bin", erklärt der Routinier.

Und spielt darauf an, dass sein Team als einziger Rennstall neben dem Audi-Team Attempto nicht am privaten Testtag eine Woche vor dem Rennwochenende teilnahm, was auch ihm als Sachsenring-Neuling geholfen hätte. "Dazu kam dann noch ein technischer Defekt im ersten Training, der uns weitere wertvolle Testkilometer gekostet hat."

Dabei handelte es sich laut Informationen von Motorsport-Total.com um ein Problem mit der Servolenkung, wodurch Wittmann nur fünf Runden fahren konnte. Ein Fehlstart, der auch die kommenden Tage beeinträchtigte.

"Hat sich vor allem in den Qualifyings bemerkbar gemacht"

"Die fehlende Erfahrung hat sich vor allem in den Qualifyings bemerkbar gemacht", erklärt Wittmann, der in beiden Qualifyings rund eine halbe Sekunde langsamer war als der beste Schubert-Markenkollege. "In den Rennen konnte ich jeweils noch einige Plätze gutmachen und am Sonntag Punkte holen."

Marco Wittmann

Trauriger Anblick: Witmann kämpft beim Samstagsrennen am Ende des Feldes Zoom

Wittmann liegt nun mit 63 Punkten auf dem zwölften Platz in der DTM-Gesamtwertung - der Titel ist wie im Vorjahr, als der Fürther noch für Walkenhorst fuhr und am Ende auf Platz acht kam, realistisch gesehen außer Reichweite, da Leader Mirko Bortolotti bereits 173 Punkte auf dem Konto hat.

Am besten lief es für Wittmann diese Saison noch beim zweiten DTM-Wochenende in Zandvoort, als er im ersten Qualifying Dritter wurde und in den Rennen die Plätze vier und fünf erreichte. Und das, obwohl sich sein Project-1-Team damals noch in der DTM-Eingewöhnungsphase befand. Dennoch haben diese Saison bereits zehn Fahrer ein DTM-Rennen gewonnen - Wittmann gehört nicht dazu.

"Ich hoffe jetzt, dass wir an den verbleibenden Wochenenden in Spielberg und Hockenheim, wo wir mehr Erfahrung haben, besser aussehen und in dieser Saison noch ein Highlight setzen können", hofft er nun zumindest auf seinen ersten Podestplatz der Saison. Das gelang im Vorjahr, als er beim Finale in Hockenheim seinen einzigen Saisonsieg feierte.