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Vier Tage bis Nennschluss: Audi-Teams fehlt Klarheit über Hersteller-Support

Wieso die Audi-Teams Schwierigkeiten haben, ihr Paket für die DTM-Saison 2023 zu schnüren und sowohl Attempto als auch Rosberg keine klare Zusage machen können

(Motorsport-Total.com) - Bis zum 6. Februar um Mitternacht - also noch vier Tage - haben die Teams Zeit, um Fahrzeuge und Fahrer für die DTM-Saison 2023 einzuschreiben. Wie 'Motorsport-Total.com' bereits berichtet hat, bringt das einige Kandidaten unter enormen Zeitdruck. Vor allem die Audi-Teams, die laut eigenen Angaben noch nicht mal wissen, in welchem Umfang sie überhaupt vom Hersteller unterstützt werden.

Marius Zug

Die Teams Attempto und Rosberg kämpfen um ihren Verbleib in der DTM Zoom

"Ich habe noch nichts von ihnen", verweist Attempto-Teamchef Arkin Aka im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf Audi. "Da weiß noch niemand was. Die sind ein bisschen spät dran." Auf die Frage, ob er tatsächlich nicht wisse, wie viel Werksunterstützung 2023 von Audi für die DTM komme, bestätigt er: "Noch gar nichts."

Das bringe sein Team, das eigentlich das Engagement in der DTM auf einen zweiten Audi R8 LMS GT3 Evo II ausbauen wollte, in eine schwierige Lage.

Attempto-Teamchef: Audi ging von geringeren Kosten aus

Dabei hatten die Audi-Teams bereits im vergangenen Oktober ihre Angebote für die DTM-Saison 2023 an Audi Sport abgegeben. "Sie haben dann gesagt, die Parameter hätten sich geändert. Weil jetzt der ADAC da ist, wird es sicher billiger", spielt Aka auf den DTM-Besitzwechsel Anfang Dezember 2022 an.

"Dann habe ich angerufen und gesagt: Der ADAC ist mit den Informationen raus, aber ich muss euch enttäuschen: Es ist nicht billiger, sondern viel teurer geworden. Wir fahren jetzt mit fünf Reifensätzen pro Wochenende, nicht mehr mit vier. Und die Einschreibegebühr ist hochgegangen."

Tatsächlich beträgt die Einschreibegebühr dieses Jahr 95.000 Euro pro Auto, während man im Vorjahr - zumindest als Frühbucher - nur 69.000 Euro zahlen musste. "Bei zwei Autos sind das fast 50.000 Euro", sagt Aka. "Das ist viel."

"Da müssen ein paar Zahlen auf den Tisch"

Auch wenn durch das veränderte Startprozedere damit zu rechnen ist, dass die Kosten für Schäden 2023 sinken werden, ist ein DTM-Einsatz nur mit einem Großsponsor oder mit Werksunterstützung möglich. Denn die Kosten für den Einsatz von zwei Autos betragen zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro.

Attempto-Teamchef Aka wartet bis heute auf Klarheit von Audi. "Fakt ist: Da müssen ein paar Zahlen auf den Tisch", sagt er. "Aber ich glaube, sie wollen sich eigentlich von dem Ding verabschieden und es wie in der GT-World-Challenge oder im GT-Masters als Kundensport behandeln, was den Support angeht."

Das sei aber angesichts der deutlich höheren Kosten in der DTM "nicht möglich", stellt Aka klar, was auch daran liegt, dass nur ein Fahrer pro Auto zum Einsatz kommt.

Große Unklarheit beim Rosberg-Team

Ähnlich ist die Lage beim Rosberg-Team von Kimmo Liimatainen: Der Finne, der sein Team nach den erfolgreichen Werksjahren 2022 auch als GT3-Mannschaft siegfähig gemacht hat, ist für 2023 mit Fragezeichen konfrontiert. "Wir planen mit zwei Autos und wollen das auch, aber ob das tatsächlich funktioniert, kann ich heute nicht sagen", erklärt er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Auf die Frage, ob auch er noch keine Klarheit habe, was ihm Audi bietet, sagt er: "Richtig. Ich rede ungern über unfertige Dinge, aber da ist schon was Wahres dran." Daher sei er jetzt "am Pushen und am Druck machen, aber ich kann nicht viel dazu sagen. Wir kämpfen weiter und sind bemüht, aber was dann draus wird, werden wir sehen".

Welche Audi-Fahrer stehen für DTM zur Verfügung?

Wie beim Attempto-Team, das mit einem Fahrer aus dem Audi-Kundensport-Pool rechnet, ist auch bei Rosberg die Fahrersituation ungeklärt. Es gäbe "schon Kandidaten", sagt Liimatainen, "aber das hängt alles zusammen. Zuerst muss die eine Sache fix sein - und dann kommt das andere."

Der übliche Ablauf sei es, dass die Teams ihre Wünsche äußern, welche Fahrer sie gerne aus dem Kundensport-Pool hätten. Aber auf die Frage, ob er denn sagen könne, wer zur Verfügung steht, antwortet Liimatainen: "Nein, kann ich eigentlich nicht, weil ich das selbst nicht komplett weiß."

Auch in Hinblick auf die Sponsoren sei man mit Hürden konfrontiert: "Es ist unheimlich schwierig, den Partnern und Sponsoren etwas zu verkaufen, wenn man selbst nicht weiß, wie die Rahmenbedingungen eigentlich aussehen - und was man verkauft", verweist er unter anderem auf die Tatsache, dass der TV-Partner der DTM für 2023 noch nicht endgültig feststeht, obwohl sich der ADAC festgelegt hat, dass es sich um einen Premium-Partner handeln wird.

Attempto und Rosberg: Glaubt man an DTM-Verbleib?

"Da kommt immer die Frage, wer das dann wirklich sein wird. Und wenn man keine Antwort hat, dann ist das für meine kommerzielle Abteilung schwierig", erklärt der Rosberg-Teamchef.

Wie die beiden Audi-Teams jetzt weiter vorgehen werden? Angeblich wollen die Ingolstädter noch diese Woche die fehlenden Rahmenbedingungen nachreichen. Dennoch könnte sich Attempto-Teamchef Aka vorstellen, dass die ADAC-Frist am Montag um Mitternacht nicht die wahre Deadline sein wird.

"Ich glaube, sie werden verlängern, denn ich habe noch keine 30 Autos gesehen", sagt er. Ob eine Absage seiner DTM-Pläne möglich sei? "Alles ist möglich", antwortet er. "Aber ich denke, dass wir DTM machen." Aber geht Liimatainen von einer Rosberg-Einschreibung aus? "Das entscheidet sich die Tage", antwortet er nüchtern. "Ich bin immer positiv, aber man muss auch Realist sein. Deswegen kann ich nicht viel mehr sagen."

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