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Susie Wolff: "Bin Rennen gefahren, um die Beste zu sein"

Susie Wolff hatte keine Angst vor männlichen Gegnern und wollte durch ihre Leistung überzeugen - sieben DTM-Jahre haben ihr Leben maßgeblich beeinflusst

(Motorsport-Total.com) - Susie Wolff fuhr sieben Jahre lang für Mercedes in der DTM und erinnert sich gerne an die Zeit zurück, die ihr Leben maßgeblich beeinflusst hat. Unter anderem lernte sie bei den Stuttgartern ihren heutigen Ehemann Toto Wolff kennen. 2011 heiratete das Motorsport-Paar und bekam 2017 einen gemeinsamen Sohn.

Susie Wolff

Susie Wolff und Norbert Haug arbeiteten in der DTM bei Mercedes zusammen Zoom

Im Alter von acht Jahren fuhr die Schottin ihr erstes Rennen und hat sich in den Nachwuchsklassen im Kart- und Formelsport nach oben gekämpft. Ob sie da gegen Frauen oder Männer antreten musste, interessierte sie nicht. "Ich bin Rennen gefahren, um die Beste zu sein", sagt sie. Die beste Frau zu sein war ihr nicht genug.

2006 erfolgte der Einstieg in die DTM. Dort war Wolff, damals noch unter ihrem Mädchennamen Stoddart, bis 2012 unterwegs und trat auch gegen andere Frauen wie Vanina Ickx, Katherine Legge oder Rahel Frey an.

"Das war der große Durchbruch"

"Rückblickend war das der große Durchbruch, der nicht nur die Richtung meiner Karriere, sondern auch mein Privatleben maßgeblich beeinflusst hat. Für diese Gelegenheit bin ich Norbert [Haug] noch heute unheimlich dankbar", erzählt sie, was das DTM-Projekt mit Mercedes für sie bedeutet. "Seine Unterstützung war für mich von unschätzbarem Wert, er hat mich immer weiter angetrieben und stets an mich geglaubt."

Zwei siebte Plätze waren das beste Rennergebnis der 35-Jährigen. Ein Podium oder ein Sieg in der DTM blieben ihr verwehrt. "Ich war sehr stolz darauf, so lange für Mercedes zu fahren und mich in einer so hart umkämpften Rennserie gegen so viele großartige Fahrer zu behaupten", sagt sie.


Fotostrecke: Frauen in der DTM

"In dieser Zeit habe ich im beruflichen wie privaten Bereich sehr viel gelernt. Ich wurde Teil der Mercedes-Familie und habe dort einige fantastische Menschen kennengelernt. Deshalb verbinde ich mit meiner Zeit in der DTM wunderbare Erinnerungen."

Auf sieben Jahre in der DTM blickt die junge Mutter gerne zurück. Vor allem ein Rennen ist ihr in besonderer Erinnerung geblieben. "Ich werde mich immer ganz genau an mein allererstes DTM-Rennen in Hockenheim erinnern. Die Unterstützung, die ich vom Team erhalten habe, war absolut fantastisch. Wenn man dann noch bedenkt, dass ich mein erstes DTM-Rennen in den Top 10 beendet habe, ist es kein Wunder, dass es für mich ein unvergesslicher Moment war."

Im Vorjahreswagen keine Erfolgschancen

Aber auch auf andere "viele weniger spektakuläre Rennen" denkt sie gerne zurück, als sie sich "einige fantastische Zweikämpfe mit großartigen Fahrern wie Tom Kristensen, Jamie Green oder Gary Paffett hatte".

Einen Lieblings-Teamkollegen bei Mercedes hatte sie nicht. "Ich habe viel von Gary [Paffett] gelernt, der immer sehr offen war und mir viele Ratschläge gegeben hat. David Coulthard, Mika Häkkinen, Bruno Spengler, Jamie Green - ich hatte viele großartige Fahrer als Teamkollegen, mit denen ich super klargekommen bin."

Bei Mücke und Persson war Wolff in einem Vorjahreswagen unterwegs und hatte kaum Chancen gegen die Werksautos von HWA. Die ausbleibenden Erfolge aufgrund der "Zweiklassengesellschaft" waren ein Grund für Wolffs Abschied aus der DTM. "Als Rennfahrer bedeutet dir Erfolg alles. Nach sieben Jahren in der DTM, in denen ich nicht den gewünschten Erfolg eingefahren habe, war das für mich sehr hart. Das war auch einer der Gründe, warum ich die DTM verlassen habe. Ich habe einfach nie die Chance erhalten, mit einem neuen Auto vorne mitzukämpfen", erzählt sie.

"Aber so war es zu dieser Zeit einfach und alles in allem bin ich sehr dankbar für die Chance, die ich in der DTM erhalten habe. Umso mehr freue ich mich darüber, dass heute alle DTM-Fahrer die Möglichkeit haben, in mehr oder weniger gleichwertigen Autos gegeneinander zu kämpfen."

Die Entscheidung über den Ausstieg aus der DTM ist Wolff leichtgefallen, "weil das Verhältnis von Stress zu Ertrag für mich nicht mehr stimmte. Ich wollte mein Potenzial ausschöpfen und deshalb wusste ich, dass ich eine Veränderung brauchte".

Ein Leben ohne Motorsport kommt für sie allerdings nicht infrage. Nach ihrem Engagement als Formel-1-Testfahrerin bei Williams ist sie seit kurzem als Teamchefin beim Formel-E-Rennstall Venturi aktiv. "Ich bin so dankbar dafür, dass ich mit dem Motorsport so früh meine große Leidenschaft gefunden habe. Klar, ich habe mir als Frau einen Weg ausgesucht, den zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Männer beschritten haben. Das war ganz sicher nicht der einfachste Weg, aber ich liebe den Rennsport."

Sie ergänzt: "Ich liebe den Wettbewerb und die Herausforderung und deshalb bin ich unheimlich dankbar dafür, dass ich meine Leidenschaft für den Motorsport weiter ausleben darf."

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