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Super-GT-Chef warnt: "Keine Autos im DTM-Format"

Masaaki Bandoh erklärt im exklusiven Interview mit 'Motorsport-Total.com' Tücken der DTM-Kooperation und warum die Super-GT ein Langstrecken-Format bleibt

(Motorsport-Total.com) - Die Kooperation zwischen der DTM und der japanischen Super-GT-Serie ist im Laufe des Jahres ins Rollen gekommen. Die Koordination der Zusammenarbeit hat ein Komitee übernommen, an dem auch die Verantwortlichen der United SportsCar Championship (USCC), dem geplanten Rahmen für ein US-amerikanisches Pendant, teilhaben. Am Norisring tagte das Gremium im Sommer erstmals, im Rahmen des 24-Stunden-Rennens in Daytona Ende Januar kommt es zum zweiten Treffen.

Masaaki Bandoh, japanische Motorsportchefs

Bandoh (ganz links) und die japanischen Motorsportchefs sind sich einig Zoom

Mit am Verhandlungstisch sitzt Masaaki Bandoh. Der Japaner ist Vorsitzender des Super-GT-Dachverbandes GTA. Im exklusiven Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' spricht er über die Pläne der Serie und relativiert dabei die kommunizierte Reglementgleichheit. Dazu will Bandoh am Charakter der Serie als Langstrecken-Format mit Fahrerwechseln und mehreren Klassen festhalten. Trotzdem erwägt ein deutscher Hersteller seiner Aussage zufolge den Einstieg in die GT-500-Klasse der Asiaten.

Frage: "Herr Bandoh, was erwarten Sie sich davon, 2014 mit Autos im DTM-Format an den Start zu gehen?"
Masaaki Bandoh: "Auch wenn das Technische Reglement vereinheitlicht sein wird, sind die Bestimmungen in der GT-500-Klasse nicht komplett identisch. Ich denke da etwa an den Motor, wo es einen wichtigen Unterschied gibt (in Japan kommen Zweiliter-Turbomotoren zum Einsatz, während die DTM bis mindestens 2016 auf Vierliter-Saugmotoren setzt, Anm. d. Red.). Wir sollten also nicht davon sprechen, dass es sich um Autos im DTM-Format handelt."

Hybridtechnologie wegen hoher Kosten ein Wagnis

"Für die GT-500-Klasse erwarten wir, dass sich spannende Kämpfe zwischen den drei Fahrzeug-Typen, die die japanischen Hersteller hervorgebracht haben, entwickeln - ähnlich den Rennen, die wir aktuell erleben. Toyota (vertreten durch die Luxus-Marke Lexus, Anm. d. Red.) und Honda kommen mit neuen Autos. Wir rechnen damit, dass die Super-GT noch lebendiger wird, wenn die Marken auf ihre Flagschiffmodelle setzen, die erstmals auf der Welt zum Einsatz kommen."

Frage: "Sie haben die Motoren angesprochen: Warum setzt die Super-GT schon jetzt auf die neue Formel?"
Bandoh: "Der Wechsel hin zu neuen Motoren mit weniger Hubraum, als Downsizing, und damit höherer Effizienz war ein Plan, den wir schon hatten, bevor die Gespräche mit der ITR (dem DTM-Dachverband, Anm. d. Red.) begonnen haben. Wir als GTA und die drei japanischen Hersteller haben nur ausgeführt, was der eigentliche Plan gewesen ist - ohne jede Änderung."


Fotos: Super-GT-Autos nach DTM-Reglement


Frage: "Versprechen Sie sich davon, weitere Marken aus Japan oder auch aus Südkorea anzulocken?"
Bandoh: "Wir haben noch von keinem konkreten Plan erfahren, von keinem Hersteller. Sollte es jedoch der Fall sein, würden wir das begrüßen."

Frage: "Können Sie sich vorstellen, bald KERS einzuführen oder sogar komplett auf Hybridenergie zu setzen?"
Bandoh: "Hybridfahrzeuge sind schon in der GT-300-Klasse unterwegs und der neue Honda NSX, der im kommenden Jahr in der GT-500-Konkurrenz startet, ist auch mit einem Hybridsystem ausgestattet. Uns interessieren die technischen Aspekte einer solchen Lösung, aber ich denke nicht, dass bald alle Autos in der Super-GT Hybride sind. Das liegt an der Komplexität der Steuerungstechnik und der Möglichkeit, dass es die Kosten in die Höhe treibt."

Gemeinsames Rennen wird "mit Nachdruck verfolgt"

Frage: "Ein weiterer wichtiger Unterschied sind die Fahrerwechsel, die es in den Rennen der Super-GT gibt. Werden Sie langfristig daran festhalten, auch wenn es für die DTM nicht infrage kommt?"
Bandoh: "Die Super-GT war schon immer als Langstrecken-Serie oder zumindest als halbe Langstrecken-Serie gedacht. Es gibt keine Pläne, das bestehende Rennformat zu verändern. Einschließlich der Tatsache, dass wir mit der GT-300-Klasse ein gemischtes Feld mit zwei Wertungen auf die Strecke schicken."

Kazuya Oshima, Joao Paulo de Oliveira, Satoshi Motoyama, Michael Krumm

Nissan, Lexus und Honda: Bisher ist die GT-500-Klasse eine rein japanisch Zoom

Frage: "Würde es Ihnen gefallen, sollten sich DTM-Piloten in der Super-GT versuchen wollen? Zumindest bei einzelnen Rennen?"
Bandoh: "Teams und Fahrer aus der DTM sind herzlich willkommen."

Frage: "Was ist mit deutschen Herstellern in der Super-GT?"
Bandoh: "Wir haben vernommen, dass ein Hersteller daran interessiert ist, in der GT-500-Klasse teilzunehmen. Wir sind uns aber nicht darüber im Klaren, wie die Details konkret aussehen."

Frage: "Glauben Sie, dass es eine realistische Chance gibt, eine US-DTM an den Start zu bringen? Sind die japanischen Hersteller daran interessiert?"
Bandoh: "Es gibt den Plan, eine Rennserie mit dem gleichen Technischen Reglement, wie es in der Super-GT und in der DTM angewandt wird, zu organisieren. Die Details stehen noch nicht fest, aber wir freuen uns darauf, eine solche neue Serie wahrwerden zu lassen. Die GTA weiß nicht, ob japanische Hersteller Interesse haben, dort teilzunehmen."

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