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"Stünde jetzt noch an Box": Wie Kubica trotz Panne Podest-Wunder gelang

Mit Rang drei in Zolder fährt Robert Kubica wie aus dem Nichts auf das DTM-Podium, doch eine erneute Panne an der Box hätte fast alles Zunichte gemacht

(Motorsport-Total.com) - "Die DTM gleicht manchmal eine Achterbahnfahrt", sagt Robert Kubica nach dem Sonntagslauf beim zweiten Rennwochenende der DTM in Zolder. Auf dieser Achterbahnfahrt hatten der Pole und sein ART-Team bisher aber fast ausschließlich Talsohlen durchschritten. Nur einmal, beim ersten Rennen in Assen, war der frühere Formel-1-Rennsieger als Zehnter in die Punkteränge gefahren.

Robert Kubica

Robert Kubica krönt eine schwierige DTM-Saison mit dem Podium in Zolder Zoom

Und dann kam der 18. Oktober 2020, und Kubica war nach einem turbulenten Rennen nicht nur bester BMW-Pilot, sondern stand neben den beiden Titelrivalen Rene Rast und Nico Müller als Dritter auch zum ersten Mal auf dem DTM-Podium - wozu ihm selbst sein letztjährige Formel-1-Teamkollege George Russell via Twitter gratulierte.

"Das ist ein toller Moment, auch für das Team", sagt Kubica. "Es war eine schwierige Saison. Der Einstieg in die DTM ist nicht einfach, vor allem für mich als Rookie mit einem Rookie-Team. Wir mussten viele Dinge lernen und müssen uns weiter steigern." Doch nach einem Rennjahr, das bisher eher an Kubicas glücklose Formel-1-Saison 2019 erinnerte, gelang ihm heute ein nahezu perfektes Rennen.

Die unbemerkte Panne beim Boxenstopp

"Perfekt ist es nie, es gibt immer Dinge, die man besser machen kann", wirft Kubica ein. "Aber es hat alles recht gut funktioniert. Wir haben uns aus Problemen herausgehalten und unsere Chancen genutzt. In den entscheidenden Momenten waren wir schnell genug."


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Das war schon im Qualifying der Fall, wo Kubica auf Position zehn gefahren war. Von dort aus zeigte er im ersten Stint eine solide Leistung und kam erst in Runde 19 als letzter Fahrer zum Pflichtstopp an die Box. "Die Reifen waren ein großer Faktor. Es war nicht einfach, sie am Leben zu halten", sagt Kubica.

Beim Boxenstopp wäre Kubica das Rennen dann fast aus den Händen geglitten. Denn abermals gab es bei seiner ART-Mannschaft dabei ein Problem. Diesmal wurde laut Kubica vergessen, ihm durch das Anheben des sogenannten Lollipops nach erfolgtem Reifenwechsel die Freigabe zu erteilen. "Ich bin dann irgendwann ein wenig Risiko eingegangen und einfach losgefahren, sonst stünde ich vielleicht jetzt noch da", sagt der Pole mit einem Grinsen im Gesicht.

Wie der gestrige Ausfall heute geholfen hat

Durch den späten Boxenstopp gelang ihm der Overcut gegen seinen Markenkollegen Timo Glock. Plötzlich war Kubica als Vierter bester BMW-Pilot. "Nach dem Boxenstopp war Timo dicht hinter mir. Ich habe versucht, meine Position zu verteidigen, ohne die Reifen in der Outlap und den ersten Runden zu hart ranzunehmen", sagt Kubica. "Das hat funktioniert, und ich konnte mir einen ordentlichen Vorsprung herausfahren, der es mir ermöglichte, auf die Reifen zu achten."

In Runde 27 überholte Kubica dann den bis dato drittplatzierten Audi-Piloten Ferdinand Habsburg, und kurzzeitig dachte der Pole, dass sogar noch mehr als Rang drei möglich sei. "Als ich auf Platz drei lag, sah ich Nico vor mir und habe zwischendurch sogar aufgeholt", so Kubica. "Ich wusste aber, dass das die Reifen nicht überleben werden." Doch mit Rang drei war der Pole am Ende mehr als zufrieden.

"Die Strategie war letztlich entscheidend. Durch sie sind wir nicht im Verkehr rausgekommen und konnten uns die Reifen besser einteilen", bilanziert Kubica. Und auch der technisch bedingte Ausfall am Samstag sei heute ein Erfolgsfaktor gewesen. "Die Jungs haben lange gebraucht, um das Problem zu verstehen, und am Ende haben wir alles mögliche getauscht, inklusive des Motors", sagt er. "Das Problem gestern hat vielleicht ein bisschen geholfen, denn ich habe das Gefühl, dass das Auto jetzt besser funktioniert."

Dennoch hätte sich Kubica, vor allem gemessen am bisherigen Saisonverlauf, das heutige Podium nicht träumen lassen. "Ich habe ehrlich gesagt nicht darüber nachgedacht. Ich habe mich immer darauf konzentriert, das Maximum herauszuholen", sagt er. "Vor allem mit dem BMW kann man am einen Tag ein Held sein und am nächsten Tag weit zurückliegen. Heute haben wir unsere Möglichkeiten genutzt."

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