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Spielberg-Sieg & Tabellenführung: Alles Spengler, oder was?

Der Kanadier gewann ein spannendes Österreich-Gastspiel vor Rookie Marco Wittmann - Sensationeller Timo Glock komplettiert reines BMW-Podium

(Motorsport-Total.com) - Bruno Spengler hatte vor der Saison versprochen, trotz seines Meistertitels mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben zu wollen. Pustekuchen! Schon nach dem dritten Saisonrennen in Spielberg am Sonntag befindet sich der Kanadier auf dem nächsten Höhenflug und BMW hat gleich mit eingecheckt. In souveräner Manier gewann Spengler von der Pole-Position. Zweiter auf dem Red Bull Ring wurde MTEK-Youngster Marco Wittmann, sensationeller Dritter Serienneuling Timo Glock.

Bruno Spengler

Haltung wie Superman, Fahrweise wie Superman: Bruno Spengler jubelt Zoom

Der Champion war von Kurve eins an vorne und ließ keinen Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen. Obwohl die Schnitzer-Mannschaft erstaunlich lange mit dem ersten Stopp wartete und ein Einbrechen des Option-Reifen riskierte, blieb der karbonschwarze M3 an der Spitze. Fortan kontrollierte Spengler das Tempo. "Es hat so viel Spaß gemacht, mein Auto war das ganze Wochenende sensationell, mein Ingenieur mega", frohlockt Spengler noch im Cockpit und lobt seine Jungs: "Das Team hat fantastische Arbeit geleistet. Es ist ein Sieg, der für mich nicht besser sein könnte."

Das Duell um den zweiten Podiumsplatz war lange vom Kampf zwischen Edoardo Mortara und Wittmann geprägt. In der Startkurve hatte der Italiener eigentlich schon überholt, musste aber den Konkurrenten wieder durchlassen, weil er die Auslaufzone zu seinem Vorteil genutzt hatte. Nach dem ersten Pflichtstopp gerieten die beiden am Boxenausgang aneinander. Als Mortara mit DRS-Unterstützung zum Überholen ansetzte, wehrte sich Wittmann mit harten Bandagen. Die Rennleitung hielt es jedoch nicht für nötig, das Manöver zu sanktionieren.

Erlösung für Glock: Endlich wieder Schampus

Timo Glock

Perfekte Strategie: MTEK arbeitete tadellos für Timo Glock Zoom

Der Kontakt führte dazu, dass der Audi-Pilot einen Reifenschaden erlitt und zum erneut zum Stopp abbiegen musste - chancenlos fuhr Mortara das Rennen auf Platz 15 zu Ende und bleibt damit weiter ohne Meisterschaftspunkte. Gefährdet wurde Wittmann nur noch durch seinen MTEK-Teamkollegen Glock, der ihn beim ersten Stopp sogar überholte. Denn der Ex-Formel-1-Pilot legte nach seinem ersten Pflichthalt, bei dem er von Standard- auf die schnelleren Option-Reifen gewechselt hatte, ein sensationelles Tempo an den Tag. Glock resümiert im 'Ersten': "Ich hatte ein gutes Gefühl am Anfang mit dem Option-Reifen, konnte lange fahren."

Einen Konkurrenten nach dem anderen schluckte er an der Box, zeitweise schnupperte er sogar an Spenglers Heck und kann sein Glück kaum fassen: "Mit dem dritten Platz im dritten Rennen hätte ich nie gerechnet." Ist der Hesse angekommen in der DTM? "Noch nicht so ganz", bremst Glock. Dennoch war Spielberg Balsam auf die Seele des früheren Marussia-Piloten, der in der Königsklasse lange nur hinterherfuhr: "Das Rennen heute hat mir sehr gut getan, mal wieder vorne zu sein, auf dem Podium und ein bisschen Champagner zu spritzen - seit vier oder fünf Jahren mal wieder", pustet Glock durch.


Fotos: DTM in Spielberg


Zufrieden ist auch Mike Rockenfeller, wie er 'Motorsport-Total.com' berichtet: "Ich glaube, Platz vier ist grundsätzlich ein gutes Ergebnis, wenn man von Rang 13 starten muss", so der entthronte Tabellenführer, der die schlechte Ausgangsposition nur einer Strafversetzung zu verdanken hatte, die er im Vorfeld des Rennes heftig kritisierte. Phoenix legte jedoch den Grundstein dafür, dass Rockenfeller selbst für Wiedergutmachung sorgen konnte: "Das Auto war stellenweise fantastisch, ich musste nur Druck machen und die Runden kamen." Einziger Makel: "Ich hing ein bisschen im Verkehr, da haben wir Zeit verloren."

Debakel für Mercedes

Christian Vietoris

Vietoris hielt die Mercedes-Flaggen als Siebter eher auf Halbmast denn hoch Zoom

Lange unauffällig unterwegs war Mattias Ekström, der erst im Schlussstint als einziger Pilot auf Option-Reifen durch das Feld pflügte und durch ein hartes Manöver gegen Augusto Farfus auffiel, das ihm letztlich Platz fünf sicherte. Der von Position vier gestartete Brasilianer hatte nach dem ersten Boxenstopp mit einem nervösen M3 zu kämpfen und fiel bis zum Rennende auf Rang sechs zurück. Bester Mercedes-Pilot war Christian Vietoris als Siebter, die Punkteränge komplettierten Dirk Werner (8.), Gary Paffett (9.) und Pascal Wehrlein (10.), der als jüngster DTM-Pilot zum zweiten Mal in Folge Punkte holte.

Paffett hatte in der ersten Runde eine Menge Feindkontakt: Er tauschte mit dem insgesamt enttäuschenden Filipe Albuquerque (17.) Lack aus und ging anschließend auf Tuchfühlung mit Markenkollege Robert Wickens (12.). Sein rustikales Einsteigen gegen Martin Tomczyk in der Anfangsphase quittierte die Rennleitung mit einer Zwei-Sekunden-Strafe. Der BMW-Star selbst fand das Ganze jedoch nicht so schlimm. "Es war ein hartes Manöver, aber ich bin teils auf der Strecke geblieben. Für mich war das in Ordnung, nichts zu diskutieren", gibt sich der Rosenheimer im 'Ersten' nachsichtig.

Tomczyk versus Merhi, die Zweite

Martin Tomczyk

Martin Tomczyk musste mal wieder über Roberto Merhi sprechen Zoom

Tomczyk, der in der Folge mit einem langsamen BMW M3 zu kämpfen hatte, geriet weiter ins Kreuzfeuer der Mercedes-Phalanx und wurde kurz darauf ausgerechnet von Roberto Merhi (20.) ausgangs Kurve zwei umgedreht. Mit dem Spanier hatte Tomczyk schon in Brands Hatch ein Hühnchen zu rupfen, für die Aktion kassierte der Mercedes-Hitzkopf eine Zehn-Sekunden-Strafe. "Genau habe ich das nicht mitbekommen", wundert sich der Ex-Champion. Ein Schokoladeneis wird er Merhi wohl trotzdem nicht spendieren.

"Ich bin das zweite Mal mit ihm zusammengekommen. Zweimal habe ich dadurch mein Rennen verloren. Nach der Durchfahrtsstrafe habe ich mich auf gar nichts mehr eingelassen, das war mir ein bisschen zu blöd", fröstelt Tomczyk, der das Rennen kurz nach Halbzeit aufgeben musste. Ein Tag zum Vergessen war der Sonntag in Spielberg einmal mehr für Jamie Green (18.). Der Audi-Neuzugang machte nur dadurch auf sich aufmerksam, dass er in der Anfangsphase Daniel Juncadella (13.) umdrehte. Früh beendet war das Rennen für Joey Hand. Der US-Amerikaner verlor nach dem ersten Boxenstopp das linke Vorderrad, das seine RBM-Mannschaft nicht korrekt festgezogen hatte.

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