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Regen-Angst bei Bortolotti-Team vor Titelfinale: Gewichtsverteilung schuld?

Wieso Mirko Bortolottis Grasser-Team heftigen Regen fürchtet, warum man die Gewichtsverteilung verdächtigt und wie diese bei den anderen GT3-Autos aussieht

(Motorsport-Total.com) - Aktuell sieht es eher nicht nach einem verregneten DTM-Finale in Hockenheim aus, doch komplett gebannt ist die Gefahr vor allem am Samstag mit einer Regen-Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent nicht. Und es gibt einen Titelkandidaten, der diese Bedingungen auf keinen Fall brauchen kann: Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti.

Mirko Bortolotti

Baustelle bei extremem Regen: Schwimmt der Lamborghini leichter auf als andere? Zoom

Denn sein Grasser-Team leidet diese Saison vor allem bei heftigem Regen. "Das Aquaplaning ist bei uns ein Thema", bestätigt Teamchef Gottfried Grasser im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Beim Bremsen und beim Kurvenfahren geht es uns gut, aber bei zu viel Wasser haben wir durch das Aufschwimmen Schwierigkeiten."

Das zeigte sich vor allem beim Sonntags-Qualifying in Spielberg, bei dem Mirko Bortolotti am Ende wegen der Bedingungen gar nicht mehr auf die Strecke ging und nur 22. wurde - mit Clemens Schmid startete der beste Lamborghini-Pilot von Platz 18.

Grasser: "Hatten wirklich wilde Probleme"

"Wir hatten am Red-Bull-Ring wirklich wilde Probleme", offenbart Grasser. "Mehr als erwartet - und vor allem im Vergleich zu den anderen. Es wäre cool gewesen, wenn wir das jetzt einmal testen hätten können", gibt er zu, dass man beim Hockenheim-Test am Mittwoch auf Regen gehofft hatte. "Aber den Wettergott haben wir nicht im Griff."

Wo Teamchef Grasser, der auch Ingenieur ist und bei der Entwicklung des Huracan GT3 mitwirkte, die Ursache ortet? "Schwierig zu beurteilen, da wir es nicht testen konnten", sagt er.

"Aber man hat gesehen, dass ein Lambo und ein Audi etwas mehr Probleme hatten als andere. Und unsere Autos sind auch jene mit dem geringsten Gewicht auf der Vorderachse", vermutet er, dass die Gewichtsverteilung der beiden Mittelmotor-Boliden, die die gleiche Basis haben, ein Nachteil bei viel Wasser auf der Strecke sein könnte. "Das ist diesbezüglich sicher nicht hilfreich", so Grasser.

Führt Huracan-Gewichtsverteilung zu Aquaplaning?

Der Lamborghini Huracan GT3 Evo und der Audi R8 LMS GT3 Evo II verfügen über eine Gewichtsverteilung von 43:57 Prozent. Das geringere Gewicht an der Vorderachse führt dazu, dass man manchmal Schwierigkeiten hat, die Vorderreifen auf Temperatur zu bringen. Grasser glaubt auch, dass die Vorderreifen dadurch bei stehendem Wasser leichter aufschwimmen.


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"Es ist eine Vermutung, dass es daran liegt, dass wir vorne weniger Gewicht haben als andere", sagt er. "Das ist natürlich schwierig zu ändern, weil ich kann das Gewicht nicht ausbauen. Aber man kann versuchen, es im Detail ein bisschen zu ändern."

Der Österreicher ist aber nicht sicher, ob das der Hauptgrund ist. "Man muss auch auf alles weitere schauen: Richtiger Luftdruck, richtige Federeinstellungen, die Sturzwerte. Das wäre beim Test sehr interessant gewesen. Wir waren ja beim Hockenheim-Test im Frühjahr bei Regen relativ stark. Aber am Red-Bull-Ring haben wir uns bei den extremen Bedingungen extrem schwer getan."

So sieht die Gewichtsverteilung bei den DTM-Autos aus

Wie die Gewichtsverteilung bei der Konkurrenz aussieht? Während sie beim Lamborghini und beim Audi 43:57 Prozent beträgt, ist sie bei den Frontmotor-Boliden tatsächlich etwas zentraler angelegt: Beim Mercedes-AMG GT3 beträgt sie 49:51 Prozent, beim BMW M4 GT3 sogar 50:50 Prozent.

Auch beim Ferrari 488 GT3 Evo ist sie mit 46:54 Prozent etwas frontlastiger als beim Lamborghini oder beim Audi, obwohl es sich ebenfalls um ein Mittelmotor-Auto handelt. Beim Porsche 911 GT3 R, der über einen Heckmotor verfügt, ist sie allerdings mit 41:59 Prozent so hecklastig wie bei keinem anderen DTM-Fahrzeug.

Timo Bernhard sieht andere Gründe für Aquaplaning

Eine hecklastige Gewichtsverteilung gilt - wie man beim Porsche sieht - in der Regel bei Regen sogar als Vorteil, weil man so die Leistung am besten auf den Asphalt bringt. "Wir haben mit Sicherheit eine bessere Traktion wegen unserer Gewichtsverteilung", bestätigt Teamchef Timo Bernhard, der den 911 GT3 R hervorragend kennt, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.


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"Wegen Aquaplaning spielen meiner Meinung nach einige Faktoren eine Rolle: Abtrieb, Set-up, Luftdruck und so weiter. Außerdem kann man ja auch auf der Hinterachse aufschwimmen." Zudem sei klar, dass man "ab einem gewissen Wasser-Level einfach auch nicht mehr fahren kann."

Grasser ist dennoch überzeugt: "Unser Gewichtsverteilung hilft bei diesen Bedingungen nicht. Wir hoffen daher auf trockene Bedingungen - oder Regen mit normalem Wasser. Sonst werden wir immer unsere Probleme haben. Darum kommen wir nicht herum."

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