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Rast verpokert sich mit Regenreifen: Wegen Titelkampf zu konservativ?

Warum man bei Abt am Ende keine Slicks aufziehen ließ, welche Rolle dabei der Titelkampf spielte und wie Rene Rast den verlorenen Punkt wieder zurückbekam

(Motorsport-Total.com) - Drei Runden vor Schluss lag Rene Rast beim DTM-Sonntagsrennen in Spielberg (hier geht's zum Rennbericht) noch auf Platz fünf - und durfte sich gute Chancen ausrechnen, den Rückstand auf Sheldon van der Linde im Titelkampf auf nur vier Punkte zu verkürzen.

Rene Rast

Mit Regenreifen war Rene Rast gegen Lucas Auer, der auf Slicks setzte, wehrlos Zoom

Doch nun beträgt der Rückstand zwölf Punkte, weil er am Ende wegen der Regenreifen noch auf Platz elf durchgereicht wurde und dann wegen der 30-Sekunden-Strafe gegen Maximilian Götz, der beim Stopp durch die falsche Box fuhr, Zehnter wurde. Und das verlorene Pünktchen am grünen Tisch zurückbekam.

Wie er die bitteren Schlussrunden erlebte? "Es sah lange Zeit gut aus und wir lagen auf Platz fünf", erzählt Rast. "Nur dann war die Strecke plötzlich so trocken, dass die Autos mit Slicks von hinten gekommen sind und mich dann wirklich in der letzten Kurve überholt haben, wodurch ich aus den Punkterängen rausgeflogen bin."

Warum man bei Abt am Ende nicht auf Slicks setzte

Warum man beim Stopp in der 21. von 35 Runden die falsche Reifenwahl traf? Das hatte auch damit zu tun, dass Rast zu diesem Zeitpunkt auf Punktekurs lag und man keinen Fehler riskieren wollte.

"Wenn du um die Meisterschaft kämpfst, versuchst du immer, die Kontrahenten im Blick zu halten und kein exorbitant hohes Risiko zu gehen", erklärt Rast im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Man macht das, was die Konkurrenz macht", so Rast. Dabei wechselte Grasser-Lamborghini-Pilot Rolf Ineichen Sekunden später als erster auf Slicks, was sich als richtiger Weg herausstellte. Zwei Runden später zog Winward-Mercedes-Pilot Lucas Auer nach, der am Ende Sechster wurde. "Heute sind wir auf Nummer sicher gegangen und wurden dafür am Ende leider bestraft."

Auch die Stolz-Strategie war für Rast zu riskant

Rasts Problem: Wenn schon Regenreifen, dann hätte er diese wie Luca Stolz, der am Ende Zweiter wurde, viel früher aufziehen müssen. Der HRT-Mercedes kam schon in Runde acht an die Box - und nutzte die frischen Gummis zu seinem Vorteil. Warum diese Strategie für Rast nicht infrage kam?


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"Wenn man früh gestoppt hätte, war ja die Gefahr, dass es wirklich abtrocknet und man dann nochmal auf Slicks wechseln hätte müssen", stellt Rast klar. "Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Deswegen sind wir ein bisschen länger gefahren, haben natürlich auch die ganze Konkurrenz beobachtet, was die anderen machen. Dann sind wir weitergefahren und sind so virtuell von vielen überholt worden, die früh gestoppt haben."

Man habe daher den Stopp hinausgezögert und "dann vielleicht den Fehler gemacht, nicht auf Slicks zu wechseln", so Rast, der es im Nachhinein lieber so gemacht hätte wie Titelrivale Lucas Auer & Co. "Wir hätten vielleicht noch zwei, drei Runden länger fahren sollen, um dann auf Slicks zu wechseln. Aber es war so schwierig, denn da war noch keine trockene Spur vor dem Boxenstopp-Fenster."

"Da muss man sich vielleicht an der eigenen Nase fassen"

Dass es dann so schnell abtrocknete, war auch für ihn eine Überraschung. "Da muss man sich vielleicht an der eigenen Nase fassen, dass man da gesagt hat, man bleibt auf Regenreifen."


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Was das für den Titelkampf bedeutet: Anstatt nur drei Punkte hinter Sheldon van der Linde zu liegen, beträgt der Rückstand des Drittplatzierten vor dem Hockenheim-Finale zwölf Punkte. "Wir hätten heute einen richtig großen Schritt in der Meisterschaft machen können", gibt er auf 'ProSieben' zu. "Haben wir leider nicht."

Dennoch ist er weiterhin guter Dinge. "Das Wichtigste ist, dass wir immer noch im Titelkampf sind. Jetzt sind es noch fünf Fahrer. Und in Hockenheim kann noch alles passieren."

Ob der Kurs in Baden-Württemberg, auf dem Rast schon viele Erfolge feierte, seinem Auto liegt? "Ja, ich glaube schon", antwortet er. "In Hockenheim sind alle Hersteller in der Vergangenheit immer stark gewesen. Da hat keiner herausgestochen. Daher hoffe ich, dass wir dort auch konkurrenzfähig sind."

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