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Philipp Eng: "Nur Opfer, weil ich kein DRS hatte"

Positive Bilanz, auch wenn es nicht mit dem erhofften ersten Sieg geklappt hat: Philipp Eng analysiert, was auf dem Lausitzring noch gefehlt hat

(Motorsport-Total.com) - Philipp Eng (RBM-BMW) hätte wohl blind unterschrieben, wenn man ihm vor dem Lausitzring die Positionen drei und sieben sowie seine erste Pole-Position in der DTM angeboten hätte. Doch nachdem er beide Rennen angeführt hat, bleibt ein leichter Beigeschmack hängen. Zumal die Hoffnungen insbesondere vor dem Sonntagsrennen groß waren.

Philipp Eng

Philipp Eng fuhr auf dem Lausitzring mitten hinein in die Elite der DTM Zoom

"Der Anspruch steigt natürlich", gab Eng vor dem Start im Interview mit 'Sat.1' zu. "Ich habe die Aussicht sehr genossen, dass keiner vor mir war. Ich hoffe, dass ich das heute wieder schaffen kann." Das Ziel sei "klar", nämlich: "Zu gewinnen! Ich würde die Sicht hier ungern aufgeben, um nachher ganz oben auf dem Podium zu stehen. Das ist das große Ziel."

Gleichzeitig räumte der 28-Jährige ein, dass sein Herzschlag "schon ein bisschen höher als Ruhepuls" war, bevor es losging. Und das merkte man dann auch: Zwar behauptete er zunächst seine Pole-Position, aber es dauerte nicht lang, bis er sich gegen Pascal Wehrlein (HWA-Mercedes) nur zu wehren wusste, indem er sich nach außen tragen ließ. Das kostete Wehrlein eine Position gegen den späteren Sieger Gary Paffett (HWA-Mercedes) - und brachte Eng eine Verwarnung ein.

Als wenig später Paffett im Rückspiegel auftauchte, konnte er die Führung nicht mehr verteidigen. Eng fühlt sich als Opfer der besonderen DRS-Situation auf dem Lausitzring: "Er hat DRS nicht nur ausgangs der letzten Kurve die ganze Gerade, sondern noch zweimal in der Runde. Und dann nochmal, wenn er zu Start und Ziel fährt. Das bringt ungefähr eine Sekunde. Genau das hat mir immer gefehlt. War schade, aber das sind nun mal die Regeln. Die werden wir nicht ändern."

"Es war ein hartes Rennen. Natürlich ist die Erwartung eine andere, aber ich habe sehr viel gelernt", erklärt er. "Am Anfang war ich einfach nur Opfer, weil ich kein DRS hatte. Das ist am Lausitzring ein bisschen speziell, wenn du überholt wirst und dann direkt rausfällst."

Die Kritik am DRS will der Österreicher jedoch nicht als Ausrede verstanden wissen. Er zeigt sich durchaus selbstkritisch, wenn er sagt: "Dann habe ich einen kleinen Fehler gemacht, bin in Turn 9 ein bisschen zu weit gefahren. Einmal aufs Gras, habe zwei Plätze verloren. Wir müssen schauen, woran es lag - ich habe es nicht ganz verstanden."


DTM Lausitzring 2018: Zusammenfassung Sonntag

Wie Philipp Eng zurückfallen konnte und Gary Paffett sich den Sieg schnappte Weitere DTM-Videos

Trotzdem falle sein Fazit "positiv" aus: "Ich würde trotzdem sagen, es war ein sehr erfolgreiches Wochenende. Ich bin sehr glücklich über das Podium gestern vom zweiten Startplatz. Heute die Pole-Position war der Wahnsinn. Jetzt geht's einfach darum, das Erfahrene zu verstehen, speziell im zweiten Rennen. Und dann machen wir's beim nächsten Mal einfach besser."

So wie zwischen Hockenheim und dem Lausitzring. Eng konnte sich von null auf 26 Punkte steigern. Wenn er diese Tendenz aufrechterhalten kann, ist der Sprung vom Rookie direkt in die Elite der DTM nicht ausgeschlossen.

"Es waren viele neue Eindrücke, die ich in Hockenheim gesammelt habe. In der Zeit dazwischen habe ich alles sortiert, das Gute behalten, das Schlechte aussortiert. Gestern haben wir das gute Ergebnis dafür gekriegt", berichtet Eng.

Eine der guten Sachen, die er behalten möchte: "Als ich die 1 auf dem Display gesehen habe, war das schon extrem cool!"

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