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Nico Müller kritisiert DTM-Reifenregeln: "Du parkst einfach die Karre!"

Nico Müller klagt über die Reifenregeln in der DTM, bietet aber eine simple Lösung für das Problem an - Die Sache hat einen unerwünschten Nebeneffekt

(Motorsport-Total.com) - Die DTM überzeugte im Jahr eins nach dem Wechsel von Class-1- auf GT3-Autos mit Action auf der Strecke. Daran ändert auch das kontroverse Finale auf dem Norisring nichts. Bei gewissen Regeln gibt es allerdings Verbesserungsbedarf.

Nico Müller

Nico Müller sieht die aktuellen Reifenregeln in der DTM kritisch Zoom

Dazu gehört unter anderem die Anzahl der verfügbaren Reifensätze. Nico Müller fordert im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com': "Wir brauchen wirklich weniger Einschränkungen in Sachen Strategie. Die haben wir im Moment vor allem, weil wir nur drei Satz Reifen haben für die beiden Renntage."

Die Anzahl der verfügbaren Reifensätze ist in Artikel 39.21 des DTM-Reglements festgehalten. Demnach erhalten Fahrer ab ihrem zweiten Rennwochenende in der Serie je drei neue Sätze. Zudem dürfen maximal zwei sogenannte Carryover-Sätze vom vorherigen Event nominiert werden. Diese Carryover-Sätze werden bevorzugt freitags eingesetzt.


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Der Audi-Pilot erklärt, wie sich das auf die Strategie auswirkt: "Die logische Konsequenz ist: Wenn du beide Rennen zu Ende fährst, wird ein Satz in beiden Rennen eingesetzt. Dann versuchst du natürlich, die Kilometer auf diesem ersten Satz im Rennen kleinzuhalten."

Nico Müller bietet simple Lösung an

"Und dafür gibt es nur zwei Wege: Entweder du stoppst in Runde fünf bis acht, oder du stoppst in den letzten fünf bis acht Runden. Dann passiert in den zwei Dritteln in der Mitte nichts. Und das nur, weil wir keine Reifen haben. Das ist schlecht."

Dieser Umstand führte 2021 dazu, dass aussichtslos zurückliegende Fahrer oder Piloten mit beschädigten Fahrzeugen im Samstagsrennen die Box aufsuchten und das Rennen kurz vor Schluss aufgaben. Oder wie es Müller formuliert: "Du parkst einfach die Karre!"

"Dann fahren nur zwölf Autos über den Strich. Das ist ja wirklich ein Unsinn", echauffiert sich der zweifache DTM-Vizemeister. "Du hast immer diese Ausrede: 'Ich wollte ja Reifen sparen, deswegen bin ich draußen geblieben und stehe noch ein bisschen im Weg rum.'"

Die Lösung ist für Müller simpel: "Wir brauchen einfach einen Satz mehr. Einer mehr für Samstag/Sonntag. Dann machst du einen Carryover-Satz für die Freien Trainings und einen für die Rennen. Dann haben die Freien Trainings auch einen Wert."

Reifenregeln sorgen für zusätzliche Kosten

Denn die aktuellen Regeln haben einen unerwünschten Nebeneffekt, über den bislang nicht so richtig nachgedacht wurde: "Wenn du jetzt aussortiert sein willst, musst du vor jedem Rennen testen gehen. Du hast ja [wegen der alten Reifen] am Wochenende keine Möglichkeit, irgendwas zu lernen." Zusätzliche Testfahrten sind jedoch immer mit zusätzlichen Kosten verbunden.


Meet the Drivers: Nico Müller

Mit den Regeln hat die DTM also eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt, die in der Theorie sinnvoll klingt, in der Praxis aber ad absurdum geführt wird. Verschiedene Mischungen als Lösung bezeichnet Müller als "nicht mal unbedingt nötig." Er bleibt bei seinem Ansatz: Einen zusätzlichen Reifensatz pro Wochenende zur Verfügung zu stellen.

Sollte das mit anderweitigen Maßnahmen verbunden sein, wäre das Müller auch egal: "Klar kostet der Reifen ein bisschen Geld. Aber dann sollen sie uns für das Podium Michelin-Kappen geben, dann haben sie noch ein bisschen Werbung. Dafür geben sie uns noch einen Satz Reifen."

Der Schweizer kommt trotz der Kritik zu einem positiven Fazit des ersten GT3-Jahres: "Ich finde, das Produkt ist geil, das Racing ist cool. Da hat Gerhard Berger mit seiner Crew einen Top-Job gemacht und viele Kritiker wirklich verstummen lassen."

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