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"Nicht so schwierig": Ralf traut David Schumacher bessere DTM-Ergebnisse zu

David Schumacher geht kommendes Wochenende in Oschersleben in seine zweite DTM-Saison: Was sein Vater und Mercedes-AMG vom Winward-Youngster erwarten

(Motorsport-Total.com) - Nach seiner punktelosen Debütsaison in der DTM geht David Schumacher, der davor keinerlei Erfahrung mit Rennautos mit Dach hatte, am kommenden Wochenenden in Oschersleben im Mercedes-Team Winward in sein zweites Jahr in der Traditionsserie. Vater Ralf Schumacher rechnet bei seinem 21-jähriger Sohn im Vergleich zum Vorjahr mit einem Schritt nach vorne.

Titel-Bild zur News: Ralf Schumacher, David Schumacher

Ralf und Sohn David Schumacher: Was geht in der zweiten DTM-Saison? Zoom

"Es war ein schwieriges Jahr für ihn", sagt Ralf Schumacher bei 'ran.de'. "Ich glaube, dass zum Ende auch viele positive Dinge da waren, aber keine Ergebnisse. Der Speed war aber schon deutlich besser. Jetzt glaube ich, dass er mit dem gleichen Team um ihn rum, mit dem gleichen Auto deutlich mehr Erfahrung und Selbstbewusstsein hat."

Auch bei den privaten Tests fuhr David Schumacher ähnliche Zeiten wie sein Teamkollege Lucas Auer, der zu den besten Mercedes-AMG-Piloten zählt. Das gibt auch Ralf Schumacher Hoffnung. "Die Tests laufen schon ganz ordentlich", sagt er. "Deshalb hoffe ich auf Punkte, das wäre schön."

Lucas Auer und zusätzliches Rennprogramm als Hilfe?

Dass David Schumacher mit Auer den aktuellen Vizemeister der DTM als Teamkollegen hat, könne seinem Sohn nur helfen, meint Ralf Schumacher: "Damit hat er jemanden, der zumindest letztes Jahr auf dem Mercedes nachweislich der Beste war. Jetzt muss man sehen, wie er sich steigert."

Denn bei Mercedes-AMG setzt man weiterhin auf den One-Team-Approach, wodurch die Daten intern für alle Mercedes-AMG-Piloten einsehbar sind. Ein Vorteil für den Youngster. Zudem bestreitet Schumacher gemeinsam mit Marius Zug dieses Jahr mit der Langstrecken-Serie der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) mit Winward neben der DTM auch noch eine zweite Serie, wodurch er weitere GT3-Erfahrung sammeln kann.

"Das sollte hilfreich sein", ist Ralf Schumacher überzeugt. Welche Erwartungen er an seinen Sohn für die zweite DTM-Saison hat? "Ich habe gar keine", antwortet er. "David hat glaube ich das Ziel, bessere Ergebnisse einzufahren als im letzten Jahr, was nicht so schwierig sein sollte."

"Muss das Ziel sein": Was AMG von Schumacher erwartet

Aber was erwartet Mercedes-AMG von David Schumacher, der weiter Juniorenstatus hat, im zweiten DTM-Jahr? "Es gibt keine harte Zielvorgabe, denn da spielen viele harte und weiche Faktoren rein", sagt Thomas Jäger, der bei der Marke mit dem Stern als DTM-Sportdirektor fungiert, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Aber die anderen Piloten sind die Referenz. Es muss das Ziel sein, möglichst nah an die Topleute Auer, Engel und Stolz ranzukommen - und im Idealfall schneller zu sein", sagt er.

Dass Schumacher in seiner ersten Saison trotz vereinzelter Highlights Zeit gebraucht hat, um sich an die mit ABS und Traktionskontrolle ausgestatteten GT3-Autos zu gewöhnen, ist für Jäger absolut verständlich, zumal das Niveau in der DTM sehr hoch ist.

"Auch für ihn wichtig, dass ein Aufwärtstrend sichtbar ist"

"Für ihn war es eine schwierige Situation, auf so ein Topniveau zu kommen, nachdem er vorher und auch zwischendrin sehr viel Formel gefahren ist", verweist Jäger auf Schumachers Formel-3-Gastspiel 2022 in Imola. "Der GT-Sport ist ein Spezialistentum. Und man muss sagen, dass die Leute, die extrem viel fahren und Erfahrung haben, auch besser performen."

Nach den vielen Tests und mit dem zusätzlichen Programm wünsche er Schumacher, "dass er seine Leistung stabilisieren kann und performt. Es ist sein zweites Jahr - und es ist auch für ihn wichtig, dass ein Aufwärtstrend sichtbar ist und er seine Leistungen nicht nur ab und zu, sondern möglichst konstant abliefern kann."

David Schumacher, Sheldon van der Linde

Kann es Schumacher in der zweiten Saison mit Sheldon van der Linde aufnehmen? Zoom

Dennoch muss sich Schumacher 2023 durch den Wechsel von Michelin auf Pirelli und neue Regeln in der DTM auf neue Parameter einstellen. Jäger ist aber zuversichtlich, dass sein zusätzliches Programm in der GTWCE eine Hilfe ist. "Da gibt es den gleichen Reifen" sagt er.

"Es war nicht nur unserer Ansinnen, sondern auch das von Winward, dass er sich im gleichen Umfeld entwickelt kann und dann über die Anzahl der Wochenenden hoffentlich die Performance steigern kann."