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Duval wirft Glock schmutziges Manöver vor: "An der Stelle bremst man nicht"

Loic Duval wirft Timo Glock wegen der Kollision am Samstag "schlechtes Benehmen" vor und verweist auf dessen Bremslicht: Wie sich der BMW-Pilot rechtfertigt

(Motorsport-Total.com) - Ist Timo Glock beim chaotischen Samstagsrennen der DTM auf dem Nürburgring in der Zielkurve bewusst auf die Bremse gestiegen, um Loic Duval auflaufen zu lassen und ihm den Vorteil für die Start-Ziel-Gerade zu nehmen? Diesen Vorwurf macht der Franzose dem BMW-Piloten, obwohl er für die Berührung von der Rennleitung mit der schwarz-weißen Flagge verwarnt worden war.

Timo Glock

Schlüsselszene: Bei Glock leuchtet ausgangs der Zielkurve das Bremslicht auf Zoom

"Wenn man sich das Video anschaut, dann sieht man genau, dass Timo in der Mitte der letzten Kurve bremst, ehe es die Berührung gibt", verweist er auf die kurz angehenden Bremslichter. "An dieser Stelle bremst man normalerweise nicht", steht für Duval außer Zweifel.

Was auch für den Hintergrund des Manövers am Ende der ersten Runde gilt. "Er fuhr in die Kurve und war innen. Der Radius war sehr eng. Ich war außen und wäre daher am Ausgang viel schneller gewesen, wodurch ich ihn locker auf der Geraden überholt hätte. Wenn man sich schlecht benehmen will, dann bremst man in der Mitte der Kurve, damit dein Verfolger bremsen muss."

Glock will von Brake-Test nichts wissen

Ein schmutziges Manöver von Glock? "Wenn man beim Racing nicht geradlinig ist, dann macht man es genau so", sagt Duval. Doch wie reagiert der RMG-BMW-Pilot, der beim Zwischenfall einen Teil seiner Heckverkleidung verlor, auf die Vorwürfe? Hat er Duval einem Brake-Test unterzogen, um den Verfolger zu irritieren?

"Hätte ich wirklich einen Brake-Test gemacht, dann hätte ich in der letzten Kurve gestoppt", schüttelt Glock den Kopf, als er von 'Motorsport-Total.com' mit dem Vorwurf konfrontiert wird. "Ich habe aber nicht gestoppt."


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Stattdessen holt der Ex-Formel-1-Pilot zum Gegenschlag aus. "Als ich aus der Schikane herauskam, habe ich die Innenbahn abgedeckt. Er hat mich rechts hinten berührt und hätte mich beinahe in die Leitplanken geschickt", verweist er auf den Beginn des Duells, als ihn Duval ins Schleudern brachte.

"Hätte Kurve sonst nicht gekriegt"

"Dann musste ich von der Boxeneinfahrt, wo ich wegen ihm landete, wieder zurück in die letzte Kurve kommen. Ich musste also die letzte Kurve ganz innen anbremsen, musste also tief in die Kurve hineinbremsen, um das Auto zu drehen. Dann fuhr er mir ins Heck. Ein Braketest ist etwas anderes. Das macht man auf der Geraden, aber nicht in der Kurve."

Für Duval sei es "ganz einfach" gewesen, die Kurve zu kriegen, weil er ja auf der Ideallinie war, erklärt Glock. "Ich musste hingegen viel tiefer in die Kurve hineinbremsen. Ich hätte sonst die Kurve nicht gekriegt", argumentiert er, warum die Bremslichter so spät aufleuchteten.

Bremslicht fiel auch Co-Kommentator Tomczyk auf

Wie Audi-Sportchef Dieter Gass den Zwischenfall erlebte? "Das ist immer ein bisschen schwierig zu beurteilen, aber sogar Martin Tomczyk ist das mit dem Bremslicht im Live-Kommentar aufgefallen", sagt er. "Wenn man grundlos in einer Kurve bremst und jemand hinter dir ist, dann ist das nie angenehm. Ich habe aber von Timo nie so etwas gesehen, es ist also etwas überraschend."

Aber warum hat die Rennleitung eigentlich Duval die Schuld gegeben - und nicht Glock? Der Zwischenfall wurde tatsächlich am Sonntagmorgen auf Antrag des Phoenix-Teams noch einmal geprüft und aus unterschiedlichen Kameraperspektiven untersucht. Man blieb aber bei der Entscheidung, dass die Schuld bei Duval liegt - auch weil Glock keine Absicht nachgewiesen werden konnte.

Duval ist hingegen der Ansicht, dass Glock nicht das erste Mal in kontroverse Zwischenfälle verwickelt ist: "Wir begegnen uns oft. Und das passiert schon ab und zu." Am Samstag sei es "auch zwischen Timo und Jamie und zwischen Timo und Rocky passiert."

Ist Glock öfter in Zwischenfälle verwickelt als andere?

Doch was sagt Duvals Phoenix-Teamkollege Mike Rockenfeller dazu? "Zwischen Timo und mir gab es nur eine Aktion, als ich ihn neben der Strecke überholen musste, weil er mich nach der vierten Kurve nach außen gedrückt hatte", erwähnt er das Manöver, für das Glock verwarnt wurde.

"Er hat es entweder gesehen oder er hat sich auf Jamie konzentriert, aber ich bin einfach abgebogen, blieb am Gas und habe mein Manöver durchgezogen."

Generell gibt Rockenfeller Duval aber recht, dass es rund um Glock oft heiß hergeht. "Wenn man sich all die Rennen anschaut, die er bisher in der DTM bestritten hat, dann gab es da einige Zwischenfälle. Ich sage aber nicht, dass es immer sein Fehler ist. Vielleicht ist es ein Zufall."

Glock schießt zurück: "Duval in drei Zwischenfälle verwickelt"

Glock lässt das nicht auf sich sitzen und schießt gegen Duval zurück: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich dieses Jahr in irgendwelche Zwischenfälle verwickelt war", sagt der 38-jährige Odenwälder. "Er hat es hingegen geschafft, in einem Rennen in drei Zwischenfälle verwickelt zu sein. Die Frage ist also, wer da jetzt öfter in Zwischenfälle verwickelt ist - er oder ich?"

Tatsächlich spielte Duval bei allen drei Safety-Car-Phasen eine Rolle. Die erste wurde durch die Berührung mit Glock in der ersten Runde verursacht, die zweite durch den Ausrutscher, aber vor allem Duvals Kollision mit Fabio Scherer und Lucas Auer, als der Franzose bereits eine Runde zurücklag, verwundert den BMW-Piloten.

"Warum zum Teufel war er da beteiligt?", sagt Glock. "Wenn man eine Runde zurückliegt, sollte man die anderen vorbeilassen." Duval wollte aber laut eigenen Angaben ohnehin ausweichen: "Ich wollte eine weite Linie in der zweiten Kurve fahren, aber die beiden haben sich berührt und Scherer rutschte dann in mein Auto. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort."

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