DTM-Rennen Zandvoort 2: Kurioser BMW-Sieg von Platz 14 nach Abbruch & Chaos

Marco Wittmann (Schubert-BMW) gewinnt ein chaotisches Zandvoort-Rennen mit Unterbrechung nach Startunfall - Mirko Bortolotti (SSR-Lamborghini) wird Zweiter

(Motorsport-Total.com) - Die verrückte Reise nach Le Mans hat für Marco Wittmann offenbar keinen Nachteil gebracht: Kurz nachdem der Schubert-BMW-Pilot von seinem Testeinsatz aus Frankreich wieder an die Nordseeküste kommt, schnappt sich der 34-Jährige den Sieg im zweiten DTM-Rennen (komplettes Ergebnis) in Zandvoort - vom 14. Startplatz!

Titel-Bild zur News: Marco Wittmann

Marco Wittmann gewinnt das zweite DTM-Rennen in Zandvoort Zoom

"Ich bin sehr glücklich, was für ein Rennen. Heute Morgen nach Zandvoort [gekommen] und dann der Sieg, unglaublich!", jubelt der BMW-Pilot, der mit einem Schaden am Heck seines Schubert-BMW zu kämpfen hatte. "Ich hatte Angst, dass der Reifen vielleicht hochgehen würde, aber er hat gehalten. Wow, was für ein Rennen!"

Allerdings könnte dem BMW-Piloten noch Ärger drohen: Denn kurz nach dem Start musste das Rennen für wenige Minuten unterbrochen werden, nachdem es im Hinterfeld zu einer chaotischen Kollision zwischen mehreren Piloten gekommen war, die sowohl Lucas Auer (Winward-Mercedes) als auch Clemens Schmid (Dörr-McLaren) aus dem Rennen riss.

Daran war Wittmann offenbar nicht unbeteiligt! "Ich hatte einen Zwischenfall, irgendjemand ist mir hinten links reingefahren. Ich glaube, Marco Wittmann war es. Dann war die Radaufhängung und der Reifen kaputt. Das war's", berichtet Unglückspilot Auer. Die Rennleitung wird den Startunfall nach dem Rennen noch einmal untersuchen.

Mit Mirko Bortolotti (SSR-Lamborghini) und Kelvin van der Linde (Abt-Audi) landen zwei weitere Piloten auf dem Podium, die am Vormittag noch ihre Runden in Le Mans drehten. Dahinter gab es in den letzten Runden noch einige Verschiebungen: Lokalmatador Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) wird Vierter, gefolgt von den beiden HRT-Mercedes-Piloten Luca Stolz und Arjun Maini.

Rene Rast (Schubert-BMW) belegt die siebte Position vor seinem Teamkollegen Sheldon van der Linde. Polesetter Maximilian Paul wird Neunter, weil der Lamborghini-Pilot zuerst nach einem schlechten Boxenstopp zurückfiel und in den letzten Runden von der Konkurrenz überrannt wurde. DTM-Champion Thomas Preining (Manthey-EMA-Porsche) komplettiert die Top 10.

Verrückte Startphase mit Unfallchaos

Der überraschende Polesetter Paul, der im vorgezogenen Qualifying am Freitag die Bestzeit fuhr, musste sich schon kurz vor der chaotischen Startkollision gegen Bortolotti geschlagen geben, der in der ersten Kurve außen herum an seinem Markenkollegen vorbeiging.

Nach dem Neustart hinter dem Safety-Car verteidigte der Italiener seine gewonnene Führung, verfolgt von Paul, Vermeulen und Kelvin van der Linde, der sich bereits beim Start an Vortagessieger Jack Aitken (Emil-Frey-Ferrari) vorbeigeschoben hatte.

Ein Profiteur der chaotischen Startphase war Rast, der sich vom letzten Startplatz bereits nach wenigen Runden bis auf die 13. Position vorgekämpft hatte. Wenig später schnappte sich der Schubert-BMW-Pilot auch Preining und Abt-Audi-Pilot Ricardo Feller. Im Zweikampf gegen Engel fuhr Rast seine Ellenbogen allerdings zu sehr aus, weshalb die Rennleitung anschließend wieder den Platztausch anordnete.

BMW-BoP sorgt für hitzige Diskussionen

Die Aufholjagd des BMW-Piloten wurde wenig später gebremst, weil zum zweiten Mal das Safety-Car auf die Strecke kam, nachdem Ayhancan Güven seinen Manthey-EMA-Porsche infolge eines Reifenschadens in die Leitplanke gesteckt hatte.

Schon kurz zuvor klagte der Türke über einen möglichen Schaden am Reifen, ohne jedoch zum Boxenstopp zu kommen - bis das Gummi komplett den Dienst quittierte und den Porsche-Piloten in einen Dreher schickte.

Infolge der Safety-Car-Phase wurde das Boxenstoppfenster um wenige Minuten nach hinten verschoben. Auch beim zweiten Restart konnte Bortolotti seine Spitzenposition allerdings verteidigen. Dahinter setzt sich Rast ein weiteres Mal gegen Engel durch - nicht zur Freude des Mercedes-Piloten!

"Wieder ein brillanter Witz! Der BMW hat einhunderttausend PS mehr als alle anderen im Feld", beschwerte sich Engel im Funk über die aktuelle BoP-Einstufung des BMW M4 GT3, der auf der langen Start-Ziel-Geraden mit seinem hohen Topspeed nicht aufzuhalten war.

Aitken verwechselt die Boxen-Mannschaft

Die Boxenstopps brachten ein weiteres Mal Bewegung in das Feld. Kurios: Ferrari-Pilot Aitken konnte seinen Sieg vom Samstag auch deshalb nicht wiederholen, weil der Brite denn Boxenplatz verwechselte und beim HRT-Mercedes-Team anhielt! Dabei behinderte er Luca Stolz, der direkt hinter ihm fuhr und nicht auf seinem Platz halten konnte

Dafür musste Aitken gleich dreimal die Penalty-Lap antreten, nämlich für das Fahren auf der Workinglane, das Blockieren eines anderen Teilnehmers und das Anfahren der falschen Boxenstopp-Station. In der Folge fiel der Brite auf den 16. Platz zurück.

Beim Boxenstopp des führenden Bortolotti lief zur Freude der SSR-Mannschaft alles glatt - doch BMW-Pilot Wittmann entschied sich für einen späteren Stopp und schaffte es damit, am Lamborghini-Piloten vorbeizugehen!

Zwar versuchte Bortolotti noch, den BMW-Piloten, der nach seinem Boxenstopp mit kalten Reifen kämpfte, zu überholen, allerdings kam es dabei zur Kollision.

Während Wittmann einen Schaden am Heck davontrug, der teilweise für starke Rauchentwicklung sorgte, bekam Bortolotti eine Verwarnung ausgesprochen. Der Italiener sah die Situation allerdings anders und beschwerte sich im Funk, dass ihn der BMW-Pilot von der Strecke gedrängt hätte. Eine Ansicht, die die Rennleitung offenbar nicht teilte.

Van der Linde verteidigt Tabellenführung

Wittmann hatte Glück, keinen Reifenschaden davon zu tragen. Stattdessen setzte sich der Schubert-BMW-Pilot langsam vom Rest des Feldes ab - uneinholbar für die Konkurrenz! Am Ende überquert Wittmann die Ziellinie mit einem Vorsprung von mehr als sieben Sekunden vor Lamborghini-Pilot Bortolotti, der in der Schlussphase offenbar mit einem technischen Problem zu kämpfen hatte.


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Mit seinem dritten Platz im zweiten Zandvoort-Rennen baut Kelvin van der Linde seine Tabellenführung in der Gesamtwertung weiter aus. Der Abt-Audi Pilot führt die Meisterschaft mit acht Zählern vor Bortolotti an. Feller, der am Sonntag punktelos blieb, rutscht auf den dritten Rang ab, mit 16 Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen.

In vier Wochen (5. bis 7. Juni) gastiert die DTM im "fränkischen Monaco" auf dem Norisring. Auf dem Stadtkurs in Nürnberg stehen der siebte und achte Saisonlauf auf dem Programm.

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